
Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung einer Trigeminusneuralgie? Hier sind einige Kliniken mit hoher Fallzahl gelistet.
Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine relativ seltene neurologische Erkrankung, die sich durch starke Gesichtsschmerzen äußert. Die Nervenschmerzen (Neuralgie) treten schubweise auf. Alle unten gelisteten Kliniken behandeln diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig.
Angegeben ist: wie viele Patienten und Patientinnen in der jeweiligen Klinik im Jahr 2024 wegen Trigeminusneuralgie behandelt wurden, wie die Personalsituation ist und wie viel Prozent der Patienten und Patientinnen das Krankenhaus für eine Behandlung weiterempfehlen würden. Weiter unten im Artikel wird erklärt, woher die Daten kommen.
Kliniken für Trigeminusneuralgie
| Krankenhaus | Behandlungsfälle | Patientenzufriedenheit: | Note Pflegepersonal: |
|---|---|---|---|
| LMU Klinikum - Campus Großhadern | 146 | 82 % | befriedigend |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 123 | 85 % | befriedigend |
| Asklepios Klinik Altona | 112 | 67 %* | mangelhaft |
| Universitätsklinikum Köln | 106 | 67 %* | ausreichend |
| DIAKOVERE Friederikenstift | 104 | 82 % | ausreichend |
| Universitätsklinikum Heidelberg, Campus Neuenheimer Feld | 75 | 86 % | ausreichend |
| Universitätsklinikum Freiburg | 59 | 87 % | gut |
| Klinikum St. Marien Amberg | 51 | 88 % | befriedigend |
| Universitätsmedizin Greifswald | 49 | 86 % | ausreichend |
| Benedictus Krankenhaus Feldafing | 45 | 89 % | ausreichend |
| Bezirkskliniken Schwaben, Bezirkskrankenhaus Günzburg | 43 | 90 % | sehr gut |
| Universitätsklinikum Düsseldorf | 43 | 67 %* | befriedigend |
| Universitätsklinikum Münster | 43 | 50 %* | sehr gut |
| Diakonie Klinikum Jung-Stilling | 41 | 67 %* | mangelhaft |
| Helios Klinikum Krefeld | 41 | 83 %* | gut |
| Schmerzklinik Kiel | 41 | keine Angabe | mangelhaft |
| Universitätsklinikum Tübingen | 37 | 87 % | sehr gut |
| Sophien- und Hufeland-Klinikum | 36 | 86 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 35 | 50 %* | gut |
| RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt | 33 | 86 % | gut |
| Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz | 32 | 83 % | gut |
| Universitätsklinikum Erlangen | 31 | 87 % | befriedigend |
| Wedau Kliniken | 31 | 83 %* | mangelhaft |
| Klinikum Bamberg - Betriebsstätte am Bruderwald | 30 | 83 % | gut |
| Universitätsmedizin Göttingen | 30 | 86 % | ausreichend |
| Alfried Krupp Krankenhaus Rüttenscheid | 29 | 67 %* | ausreichend |
| Rhein-Mosel-Fachklinik | 29 | 86 % | sehr gut |
| HELIOS Klinikum Erfurt | 28 | 82 % | ausreichend |
| TUM Klinikum Rechts der Isar | 28 | 84 % | ausreichend |
| Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden | 28 | 89 % | befriedigend |
| Evangelisches Krankenhaus Wesel | 27 | 83 %* | befriedigend |
| Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier | 27 | 85 % | mangelhaft |
| Universitätsklinikum Bonn | 27 | 50 %* | befriedigend |
| Helios Universitätsklinikum Wuppertal | 26 | 67 %* | sehr gut |
| Klinikum Osnabrück | 26 | 83 % | befriedigend |
| Klinikum Chemnitz | 24 | 75 % | gut |
| Medizinische Hochschule Hannover | 24 | 84 % | gut |
| München Klinik Bogenhausen | 24 | 82 % | ausreichend |
| Uniklinik RWTH Aachen | 24 | 50 %* | befriedigend |
| Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel | 23 | 67 %* | ausreichend |
| Gesundheitszentrum Glantal | 23 | 85 % | gut |
| Klinikum Ibbenbüren | 23 | 83 %* | ausreichend |
| Klinikum Ingolstadt | 23 | 84 % | ausreichend |
| Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital (KH) | 22 | 83 % | gut |
| Kreisklinikum Siegen | 22 | 83 %* | ausreichend |
| Pfalzklinikum - Standort Klingenmünster | 22 | 88 % | mangelhaft |
| HELIOS Klinikum Bad Saarow | 21 | 84 % | gut |
| Klinikum Dortmund Mitte | 21 | 83 %* | ausreichend |
| Klinikum Ernst von Bergmann, Standort Potsdam | 21 | 85 % | ausreichend |
| Klinikum Kulmbach | 21 | 87 % | befriedigend |
| Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum | 21 | 83 %* | mangelhaft |
| Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück | 21 | 83 % | ausreichend |
| St. Josef Krankenhaus Moers | 21 | 50 %* | mangelhaft |
| Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup | 20 | 83 %* | sehr gut |
| Krankenhaus Ludmillenstift | 20 | 85 % | ausreichend |
| Universitätsklinikum Augsburg - Medizincampus | 20 | 81 % | befriedigend |
| Vivantes Klinikum Neukölln | 20 | 79 % | ausreichend |
Kartenansicht
So wurde die Klinikliste erstellt
- Viele Patienten!
In den dargestellten Kliniken hat das Klinikpersonal eine große Erfahrung mit einer Erkrankung des Trigeminusnervs (ICD G50), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig behandelt wird – mit mindestens 20 Behandlungsfällen im Jahr 2024. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der TK entnommen.
Quelle: TK-Klinikführer
- Wie zufrieden waren die Patienten?
In der Spalte Patientenzufriedenheit wird dargestellt, wie viele Patientinnen und Patienten nach ihrem Aufenthalt mit dem gesamten Krankenhaus zufrieden waren. Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patientinnen und Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 400.000 Patientenbewertungen vor. Der Wert gilt für die ganze Klinik, nicht nur für die behandelnde Fachabteilung. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de. Diese Werte sind mit * gekennzeichnet.
Quelle: AOK-Krankenhausatlas und Klinikbewertungen.de
- Wie gut ist die Pflege?
Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. Die Note Pflegepersonal vergleicht alle rund 1.580 Krankenhausstandorte in Deutschland danach, wie viel Pflegeaufwand auf eine Pflegekraft kommt (Datenjahr 2024). Muss eine Pflegekraft vergleichsweise wenige Patienten betreuen, ist das „sehr gut“; sind es viele Patienten, gibt es die Note „mangelhaft“. Die Note gilt für den gesamten Krankenhausstandort, nicht nur für die behandelnde Fachabteilung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Anmerkung: Die Patientenzufriedenheit und der Pflegepersonalschlüssel führten nicht zum Ausschluss einer Klinik, weil sie für die gesamte Klinik berechnet wurden und nicht nur für die Abteilung, in der Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Trigeminusnervs behandelt wurden. Einziges Auswahlkriterium für die obige Klinikliste war die Zahl der Behandlungen.
Fakten zu Trigeminusneuralgie
Der Trigeminusnerv befindet sich im Gesicht und ist für die Weiterleitung von Berührungs- und Schmerzempfinden in der Stirn- und Augenpartie, dem Ober- und Unterkiefer sowie der Lippen und Wangen zuständig. Wird dieser Nerv gereizt, beispielsweise durch Druck eines benachbarten Blutgefäßes, entstehen heftige, einseitige Gesichtsschmerzen.
Neben den Schmerzen zählen eine gerötete Bindehaut, verengte Pupillen, Tränenfluss, eine verstopfte oder laufende Nase und geschwollene oder hängende Augenlider zu den möglichen Symptomen dieser Erkrankung. Die Schmerzanfälle können spontan auftreten oder durch bestimmte Reize (Trigger) wie leichte Gesichtsberührungen, Kauen oder Zähneputzen ausgelöst werden. Die Attacken sind nicht vorhersehbar und können sowohl über Monate täglich auftreten oder über eine längere Zeit vollständig verschwinden.
Bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen liegt die Ursache für die Erkrankung darin, dass ein Blutgefäß auf den Nerv drückt und somit die Nervenhülle reizt. Dies wird auch als klassische oder primäre Trigeminusneuralgie bezeichnet. Wenn der Nerv durch andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Tumore, Bindegewebserkrankungen oder angeborene Fehlbildungen von Blutkörperchen gereizt ist, spricht man von einer sekundären oder symptomatischen Trigeminusneuralgie. Es ist aber auch möglich, dass keine bestimmte Ursache für die Schmerzen erkennbar ist.
Die Diagnose der Erkrankung beruht vor allem auf der Schilderung der Schmerzen durch die betroffene Person. Mittels einer neurologischen Untersuchung und einer Magnetresonanztomographie (MRT) können andere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden.
Meist wird die Trigeminusneuralgie zuerst mit Medikamenten behandelt, die die überaktive Schmerzleitung des Nervs dämpfen und so die Anfälle seltener oder schwächer machen. Wenn das nicht ausreicht oder die Medikamente nicht vertragen werden, gibt es weitere Behandlungsoptionen. Wenn die Beschwerden durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden (sekundäre Trigeminusneuralgie), ist zusätzlich die Behandlung dieser Ursache wichtig. Weil starke Schmerzattacken sehr belasten können, kann auch psychologische Unterstützung helfen, zum Beispiel als Teil einer multimodalen Schmerztherapie.
































