Charité Berlin
Bettenhochhaus der Charité Berlin, ©INTERRAILS/CC BY-SA 4.0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung einer Trigeminusneuralgie? Hier sind einige Kliniken mit hoher Fallzahl gelistet.

Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine relativ seltene neurologische Erkrankung, die sich durch starke Gesichtsschmerzen äußert. Die Nervenschmerzen (Neuralgie) treten schubweise auf. Alle unten gelisteten Kliniken behandeln diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig.

Angegeben ist: wie viele Patienten und Patientinnen in der jeweiligen Klinik im Jahr 2024 wegen Trigeminusneuralgie behandelt wurden, wie die Personalsituation ist und wie viel Prozent der Patienten und Patientinnen das Krankenhaus für eine Behandlung weiterempfehlen würden. Weiter unten im Artikel wird erklärt, woher die Daten kommen.

Kliniken für Trigeminusneuralgie

KrankenhausBehandlungsfällePatientenzufriedenheit:Note Pflegepersonal:
LMU Klinikum - Campus Großhadern14682 %befriedigend
Charité - Universitätsmedizin Berlin12385 %befriedigend
Asklepios Klinik Altona11267 %*mangelhaft
Universitätsklinikum Köln10667 %*ausreichend
DIAKOVERE Friederikenstift10482 %ausreichend
Universitätsklinikum Heidelberg, Campus Neuenheimer Feld7586 %ausreichend
Universitätsklinikum Freiburg5987 %gut
Klinikum St. Marien Amberg5188 %befriedigend
Universitätsmedizin Greifswald4986 %ausreichend
Benedictus Krankenhaus Feldafing4589 %ausreichend
Bezirkskliniken Schwaben, Bezirkskrankenhaus Günzburg4390 %sehr gut
Universitätsklinikum Düsseldorf4367 %*befriedigend
Universitätsklinikum Münster4350 %*sehr gut
Diakonie Klinikum Jung-Stilling4167 %*mangelhaft
Helios Klinikum Krefeld4183 %*gut
Schmerzklinik Kiel41keine Angabemangelhaft
Universitätsklinikum Tübingen3787 %sehr gut
Sophien- und Hufeland-Klinikum3686 %befriedigend
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf3550 %*gut
RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt3386 %gut
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz3283 %gut
Universitätsklinikum Erlangen3187 %befriedigend
Wedau Kliniken3183 %*mangelhaft
Klinikum Bamberg - Betriebsstätte am Bruderwald3083 %gut
Universitätsmedizin Göttingen3086 %ausreichend
Alfried Krupp Krankenhaus Rüttenscheid2967 %*ausreichend
Rhein-Mosel-Fachklinik2986 %sehr gut
HELIOS Klinikum Erfurt2882 %ausreichend
TUM Klinikum Rechts der Isar2884 %ausreichend
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden2889 %befriedigend
Evangelisches Krankenhaus Wesel2783 %*befriedigend
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier2785 %mangelhaft
Universitätsklinikum Bonn2750 %*befriedigend
Helios Universitätsklinikum Wuppertal2667 %*sehr gut
Klinikum Osnabrück2683 %befriedigend
Klinikum Chemnitz2475 %gut
Medizinische Hochschule Hannover2484 %gut
München Klinik Bogenhausen2482 %ausreichend
Uniklinik RWTH Aachen2450 %*befriedigend
Ev. Krankenhaus Castrop-Rauxel2367 %*ausreichend
Gesundheitszentrum Glantal2385 %gut
Klinikum Ibbenbüren2383 %*ausreichend
Klinikum Ingolstadt2384 %ausreichend
Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital (KH)2283 %gut
Kreisklinikum Siegen2283 %*ausreichend
Pfalzklinikum - Standort Klingenmünster2288 %mangelhaft
HELIOS Klinikum Bad Saarow2184 %gut
Klinikum Dortmund Mitte2183 %*ausreichend
Klinikum Ernst von Bergmann, Standort Potsdam2185 %ausreichend
Klinikum Kulmbach2187 %befriedigend
Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum2183 %*mangelhaft
Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück2183 %ausreichend
St. Josef Krankenhaus Moers2150 %*mangelhaft
Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup2083 %*sehr gut
Krankenhaus Ludmillenstift2085 %ausreichend
Universitätsklinikum Augsburg - Medizincampus2081 %befriedigend
Vivantes Klinikum Neukölln2079 %ausreichend

Kartenansicht

So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten!
    In den dargestellten Kliniken hat das Klinikpersonal eine große Erfahrung mit einer Erkrankung des Trigeminusnervs (ICD G50), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig behandelt wird – mit mindestens 20 Behandlungsfällen im Jahr 2024. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der TK entnommen.
    Quelle: TK-Klinikführer
  • Wie zufrieden waren die Patienten?
    In der Spalte Patientenzufriedenheit wird dargestellt, wie viele Patientinnen und Patienten nach ihrem Aufenthalt mit dem gesamten Krankenhaus zufrieden waren. Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patientinnen und Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 400.000 Patientenbewertungen vor. Der Wert gilt für die ganze Klinik, nicht nur für die behandelnde Fachabteilung. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de. Diese Werte sind mit * gekennzeichnet.
    Quelle: AOK-Krankenhausatlas und Klinikbewertungen.de
  • Wie gut ist die Pflege?
    Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. Die Note Pflegepersonal vergleicht alle rund 1.580 Krankenhausstandorte in Deutschland danach, wie viel Pflegeaufwand auf eine Pflegekraft kommt (Datenjahr 2024). Muss eine Pflegekraft vergleichsweise wenige Patienten betreuen, ist das „sehr gut“; sind es viele Patienten, gibt es die Note „mangelhaft“. Die Note gilt für den gesamten Krankenhausstandort, nicht nur für die behandelnde Fachabteilung.
    Quelle: Bundesklinikatlas

Anmerkung: Die Patientenzufriedenheit und der Pflegepersonalschlüssel führten nicht zum Ausschluss einer Klinik, weil sie für die gesamte Klinik berechnet wurden und nicht nur für die Abteilung, in der Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Trigeminusnervs behandelt wurden. Einziges Auswahlkriterium für die obige Klinikliste war die Zahl der Behandlungen.

Fakten zu Trigeminusneuralgie

Der Trigeminusnerv befindet sich im Gesicht und ist für die Weiterleitung von Berührungs- und Schmerzempfinden in der Stirn- und Augenpartie, dem Ober- und Unterkiefer sowie der Lippen und Wangen zuständig. Wird dieser Nerv gereizt, beispielsweise durch Druck eines benachbarten Blutgefäßes, entstehen heftige, einseitige Gesichtsschmerzen.

Neben den Schmerzen zählen eine gerötete Bindehaut, verengte Pupillen, Tränenfluss, eine verstopfte oder laufende Nase und geschwollene oder hängende Augenlider zu den möglichen Symptomen dieser Erkrankung. Die Schmerzanfälle können spontan auftreten oder durch bestimmte Reize (Trigger) wie leichte Gesichtsberührungen, Kauen oder Zähneputzen ausgelöst werden. Die Attacken sind nicht vorhersehbar und können sowohl über Monate täglich auftreten oder über eine längere Zeit vollständig verschwinden.

Bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen liegt die Ursache für die Erkrankung darin, dass ein Blutgefäß auf den Nerv drückt und somit die Nervenhülle reizt. Dies wird auch als klassische oder primäre Trigeminusneuralgie bezeichnet. Wenn der Nerv durch andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Tumore, Bindegewebserkrankungen oder angeborene Fehlbildungen von Blutkörperchen gereizt ist, spricht man von einer sekundären oder symptomatischen Trigeminusneuralgie. Es ist aber auch möglich, dass keine bestimmte Ursache für die Schmerzen erkennbar ist.

Die Diagnose der Erkrankung beruht vor allem auf der Schilderung der Schmerzen durch die betroffene Person. Mittels einer neurologischen Untersuchung und einer Magnetresonanztomographie (MRT) können andere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden.

Meist wird die Trigeminusneuralgie zuerst mit Medikamenten behandelt, die die überaktive Schmerzleitung des Nervs dämpfen und so die Anfälle seltener oder schwächer machen. Wenn das nicht ausreicht oder die Medikamente nicht vertragen werden, gibt es weitere Behandlungsoptionen. Wenn die Beschwerden durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden (sekundäre Trigeminusneuralgie), ist zusätzlich die Behandlung dieser Ursache wichtig. Weil starke Schmerzattacken sehr belasten können, kann auch psychologische Unterstützung helfen, zum Beispiel als Teil einer multimodalen Schmerztherapie.