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Was steht Ihnen als Kassenpatient im Krankenhaus zu? Worauf müssen Sie verzichten? Seit dem 26. Februar 2013 sind Ihre Rechte als Patient durch das Patientenrechtegesetz klar geregelt. Hier werden zehn wichtige Punkte rund um den Klinikaufenthalt benannt.

Freie Krankenhauswahl

Egal ob Kassenpatient oder Privatpatient, Sie dürfen selbst entscheiden, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen. Der behandelnde Arzt trägt auf der Einweisung zwar mehrere Krankenhäuser in der Nähe ein. Die Angabe ist aber nicht bindend (§ 76 SGB V Freie Arztwahl).

Zweitmeinung

Sie haben vor der OP jederzeit das Recht, sich eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einzuholen, der die Operation selbst nicht durchführen darf (§ 27b SGB V Zweitmeinung). Allerdings zahlt die Kasse diese Beratungsleistung unter Umständen nicht, weil eine Kostenerstattung nur bei drei Eingriffen gesetzlich garantiert ist: bei Operationen an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln, bei der Gebärmutterentfernung und bei arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk. Bei allen anderen Behandlungen gilt: Die eigene Kasse kann für die Kosten der Zweitmeinung aufkommen, sie muss aber nicht.


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Zuzahlung

Wenn Sie sich für ein Krankenhaus entschieden haben, zahlen Sie als Kassenpatient ab Beginn der Krankenhausbehandlung 10 Euro pro Kalendertag für maximal 28 Tage (§ 61 SGB V Zuzahlungen). Wenn Sie in einem Jahr mehrmals in einem Krankenhaus oder verschiedenen Kliniken waren, werden die Krankenhausaufenthalte innerhalb eines Kalenderjahres zusammengerechnet. Sie zahlen pro Jahr also maximal 280 Euro. Privatpatienten müssen diese Zuzahlung nicht leisten.

Wahlleistungen

Als Kassenpatient sind Wahlleistungen, wie zum Beispiel die Chefarztbehandlung oder die Unterbringung in einem Einbettzimmer, nicht kostenfrei (§ 17 – Krankenhausentgeltgesetz). Sie können diese Leistungen aber hinzubuchen und aus eigener Tasche zahlen. Als Privatpatient übernimmt in der Regel die Kasse diese Kosten.

Krankengeld

Mit dem Krankengeld soll im Falle einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit das ausgefallene Arbeitsentgelt ersetzt werden (§ 44 SGB V Krankengeld). Versicherte erhalten bei Arbeitsunfähigkeit Krankengeld für maximal 78 Wochen. Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 Prozent des Regelentgelts. Rentner in Vollrente erhalten kein Krankengeld, weil ihnen kein Arbeitslohn entgeht.

Behandlungsfehler

Wenn Sie den Verdacht haben, dass dem behandelnden Arzt ein Behandlungsfehler unterlaufen ist, muss der Arzt Sie darüber umfassend aufklären. Falls tatsächlich ein Fehler aufgetreten ist, unterstützt Ihre Krankenkasse Sie bei der Suche nach einem passenden Ansprechpartner, der Sie juristisch vertritt und gegebenenfalls Schmerzensgeld oder Schadensersatz geltend macht. Die Beweislast des Fehlers liegt bei Ihnen (§ 630h Beweislast bei Haftung für Behandlungs- und Aufklärungsfehler).

Patientenakte

Sie haben mit dem Patientenrechtegesetz das Recht auf Einsicht in Ihre Patientenakte (§ 630g BGB). Ärzte sind verpflichtet, alle medizinischen Informationen, wie Diagnose, Untersuchungen und Krankheitsgeschichte, schriftlich in die Patientenakte einzutragen und die Akte zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren.

Behandlung im Ausland

Falls Sie sich von einem Spezialisten im Ausland behandeln lassen möchten oder im Ausland einen Unfall hatten und dort notversorgt wurden, gilt: Die Krankenkasse zahlt so viel, wie sie auch in Deutschland gezahlt hätte. Sprich: Wenn die Kosten für eine Operation teurer als in Deutschland sind, muss man die Mehrkosten selbst tragen. Ein Schutz vor Mehrkosten bietet eine Auslandskrankenversicherung, die als private Zusatzversicherung hinzugebucht werden kann.

Entlassung

Wenn es erforderlich ist, können Ihnen Krankenhausärzte bei der Entlassung, Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel, weitere Krankenhausbehandlung sowie häusliche Krankenpflege und Soziotherapie für bis zu sieben Tage verordnen (im Rahmen des Entlassungsmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V). Bei der Verordnung von Arzneimitteln ist eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen zulässig.

Reha

Jeder Patient darf seine Reha-Einrichtung selbst aussuchen und muss sich nicht nach einer Klinik-Liste der Krankenkasse orientieren (SGB § 40). Die Reha-Klinik muss lediglich drei Voraussetzungen erfüllen: Sie muss sich nachweislich für Ihre Reha eignen, den gesetzlichen Standards entsprechend zertifiziert sein und es muss ein Versorgungs- und Belegungsvertrag zwischen Ihrem Kostenträger und der Klinik bestehen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Wunsch-Reha-Klinik nach, ob Sie als Versicherter einer bestimmten Kasse dort behandelt werden können.

Zu allen Ihren Rechten als Patient oder Patientin berät auch kostenfrei die Unabhängige Patientenberatung Deutschland.

Sie suchen nach einer passenden Spezialklinik? In den Kliniklisten von Klinik Kompass sind herausragende Krankenhäuser für viele verschiedene Erkrankungen gelistet. Auch Rehakliniken für bestimmte Erkrankungen finden Sie dort.


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