
In welchen Kliniken werden Menschen mit einer Zwangsstörung behandelt? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.
Habe ich den Herd wirklich ausgeschaltet und alle Fenster geschlossen? Unter solchen oder ähnlichen Gedanken, auch pathologischer Zweifel genannt, können Menschen mit einer Zwangsstörung leiden. Eine Zwangsstörung manifestiert sich durch Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen. Diese sind wiederkehrend und werden als belastend, quälend und persönlichkeitsfremd wahrgenommen. Auch wenn der Betroffene die Gedanken oder Handlungen teilweise als sinnlos empfindet, lösen sie Angst und Anspannung aus.
Andere Formen von Zwangsgedanken sind beispielsweise Angst und Ekel vor Schmutz und Verseuchung, die zu übertriebenem Waschen oder Putzen führen.
Auch der Hang zum Anordnen von Gegenständen nach komplexen Mustern, allgemeine übertriebene Ordnung oder Zählrituale sowie Kontrollen zur Verhinderung eines Unglücks sind Ausprägungen einer Zwangsstörung.
Unten sind 50 Kliniken aufgeführt, die für die Behandlung von Zwangsstörungen (ICD-F42) qualifiziert sind. Voraussetzung für eine Listung war:
– überdurchschnittliche Patientenzahl
– mindestens durchschnittliches Pflegekraft-Patienten-Verhältnis.
Mehr zu den Kriterien erfahren Sie unter der Tabelle. Die vergleichsweise niedrigen Patientenzahlen sind dadurch zu erklären, dass viele Menschen mit Zwangsstörungen ambulant behandelt werden, also bei einem niedergelassenen Psychiater bzw. einer niedergelassenen Psychotherapeutin.
Kliniken für Zwangsstörungen
| Klinik | Behandlungsfälle | Pflegekraft-Patienten-Verhältnis |
|---|---|---|
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 123 | gut |
| Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden | 85 | befriedigend |
| Helios Park-Klinikum Leipzig | 82 | sehr gut |
| Bezirksklinikum Regensburg | 57 | sehr gut |
| Universitätsklinikum Freiburg | 55 | gut |
| LVR-Klinik Bonn | 41 | befriedigend |
| Klinikum Bremen-Ost | 40 | gut |
| Universitätsklinikum Würzburg | 35 | gut |
| Universitätsklinikum Köln | 33 | befriedigend |
| Ökumenisches Hainich Klinikum Mühlhausen | 33 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Tübingen | 30 | sehr gut |
| Asklepios Klinik Nord Hamburg - Ochsenzoll | 29 | gut |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 29 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Erlangen | 29 | befriedigend |
| Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee | 28 | gut |
| Klinikum Nürnberg Nord | 26 | befriedigend |
| Uniklinik RWTH Aachen | 22 | befriedigend |
| Vivantes Klinikum Berlin Spandau | 22 | sehr gut |
| Städtisches Klinikum Karlsruhe | 20 | gut |
| Helios Klinikum Berlin-Buch | 18 | befriedigend |
| Medizinische Hochschule Hannover | 18 | gut |
| Universitätsklinikum Bonn | 18 | befriedigend |
| Schön Klinik Rendsburg | 17 | befriedigend |
| Ostalb-Klinikum Aalen | 16 | gut |
| Vivantes Klinikum Am Urban Berlin | 16 | sehr gut |
| kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn | 16 | gut |
| Bezirkskrankenhaus Augsburg - Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg | 15 | befriedigend |
| DGD Klinik Hohe Mark Oberursel | 15 | gut |
| Klinikum Chemnitz | 15 | gut |
| Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach | 15 | sehr gut |
| AKK Altonaer Kinderkrankenhaus Hamburg | 14 | sehr gut |
| Helios Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Schleswig | 14 | gut |
| Johanniter-Kliniken Hamm | 14 | befriedigend |
| Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord | 14 | befriedigend |
| Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin | 14 | befriedigend |
| ZfP Südwürttemberg Krankenhaus Weissenau Ravensburg | 14 | sehr gut |
| Asklepios Westklinikum Hamburg | 13 | sehr gut |
| Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis Merseburg | 13 | befriedigend |
| Cusanus Krankenhaus Bernkastel-Kues | 13 | gut |
| Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden | 13 | sehr gut |
| Helios Vogtland-Klinikum Plauen | 13 | befriedigend |
| KJF Klinik Josefinum Augsburg | 13 | sehr gut |
| Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg | 13 | gut |
| Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 13 | gut |
| Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg | 12 | befriedigend |
| Klinikum Fulda - Hauptstandort | 12 | gut |
| MediClin Müritz-Klinikum Röbel/Müritz | 12 | sehr gut |
| Universitätsklinikum Münster | 12 | sehr gut |
| Helios Fachkliniken Hildburghausen | 11 | gut |
| Klinik Königshof Krefeld | 11 | sehr gut |
Der Name der Klinik wird per Mouseover angezeigt
So wurde die Klinikliste erstellt:
- Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Zwangsstörungen (ICD F42). Es wurden jene Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 überdurchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Kliniken dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten.
Quelle: TK-Klinikführer
- Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis!
Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten (befriedigend). Es stehen krankenhausweit also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.
Fakten zu Zwangsstörungen
Zwangsstörungen lösen unterschiedliche Symptome aus. Sie können sich im Kopf als Zwangsgedanken abspielen oder sich auf das Verhalten als Zwangshandlungen auswirken. In beiden Fällen können Betroffene weder die Gedanken noch die Handlungen beeinflussen.
Zwangsstörungen sind oftmals an Angstbilder gebunden. Personen, die beispielsweise an einer Keimphobie leiden, fühlen sich zu übertriebener Reinlichkeit gezwungen. Das häufige Hände desinfizieren schadet der natürlichen Hautbarriere und kann zu offenen Wunden und Infektionen führen. Neben Beeinträchtigungen im Alltag kommt es auch zu sozialen Ängsten, Minderwertigkeitsgefühlen, einer Selbstisolation und Depression.
Zur Entstehung einer Zwangsstörung tragen verschiedene individuelle Ursachen bei. Die genetische Anlage kann eine Erkrankung begünstigen, ebenso wie das Umfeld und eine psychische Instabilität. Zwangsstörungen können auch von einem belastenden Lebensereignis ausgelöst werden. Dazu zählen Trauma, Misshandlungen oder Verluste.
Zwangsstörungen sind nicht einfach zu erkennen. Psychotherapeuten versuchen zunächst genau zu definieren, welche Zwangsgedanken oder -handlungen Betroffene erleben und was die Auslöser sind. Um diese herauszufinden, stellen sie viele Fragen, die Betroffene wahrheitsgemäß beantworten sollten, damit Therapeuten entsprechende Behandlungen einleiten können.
Ziel der Therapie ist es, das Leid der Betroffenen weitgehend zu reduzieren, sodass sie wieder in ein normales Leben zurückfinden. Im Vordergrund der Psychotherapie steht die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie. Über autogenes Training, Atemübungen, Meditation oder Entspannungsübungen gewinnen Erkrankte schrittweise die Kontrolle über Ihre Gedanken und Handlungen. Auch eine medikamentöse Therapie kann hilfreich sein. Der Austausch in Selbsthilfegruppen mit weiteren Betroffenen trägt ebenfalls zur Krankheitsbewältigung bei.

































