Uniklinik Freiburg
Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Freiburg, ©Universitätsklinikum Freiburg

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich am besten für die Behandlung eines Schlaganfalls? Hier sind einige Häuser gelistet, die eine hohe Behandlungsqualität aufweisen.

Ungefähr einer von 1.000 Menschen bekommt in seinem Leben einen Schlaganfall, das Risiko steigt mit dem Alter. Mögliche Symptome eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen oder Sprachstörungen. Diese entstehen durch eine unzureichende Durchblutung des Gehirns. Zu den Ursachen zählen Blutgerinnsel und Blutungen im Gehirn. Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Vorhofflimmern erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Ein Schlaganfall ist ein Notfall, der in jedem Fall sofort behandelt werden muss.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Kliniken in Deutschland sind auf die Behandlung von Patienten mit einem Schlaganfall spezialisiert. An allen unten gelisteten Häuser arbeiten Ärzte, die viel Erfahrung mit Schlaganfällen haben.

Top Kliniken für einen Schlaganfall

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2020) 
Universitätsklinikum FreiburgFreiburg1089
Bezirkskliniken Schwaben - Bezirkskrankenhaus GünzburgGünzburg1030
Universitätsklinikum ErlangenErlangen986
Ammerland-Klinik WesterstedeWesterstede974
Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfHamburg913
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus DresdenDresden867
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder TrierTrier838
RKU - Universitäts- und Rehabilitationskliniken UlmUlm807
Alfried Krupp Krankenhaus RüttenscheidEssen711
Universitätsklinikum WürzburgWürzburg670
Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum - Standort NeubrandenburgNeubrandenburg668
BG Klinikum Bergmannstrost HalleHalle (Saale)632
Klinikum PassauPassau600
Benedictus Krankenhaus TutzingTutzing516
Krankenhaus Barmherzige Brüder RegensburgRegensburg513
Asklepios Fachklinikum TeupitzTeupitz507
Marienhospital StuttgartStuttgart500
Klinikum NeumarktNeumarkt473
Klinikum St. Marien AmbergAmberg421
MediClin Krankenhaus Plau am SeePlau am See418
Krankenhaus Martha-Mara Halle-DölauHalle (Saale)386
Sankt Katharinen-KrankenhausFrankfurt am Main368
Schön Klinik NeustadtNeustadt in Holstein360
Park-Klinik WeißenseeBerlin359
St. Josefs-Hospital WiesbadenWiesbaden349
Städtisches Klinikum GörlitzGörlitz323
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus SpeyerSpeyer320

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Schlaganfällen, weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen diese Erkrankung (ICD-I63) überdurchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
    Quelle: Qualitätsberichte der Krankenhäuser
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine überdurchschnittlich hohe Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt. Quelle: Weisse Liste
  • Gute Behandlungsqualität! Krankenhäuser in Deutschland müssen für bestimmte Behandlungen oder Operationen Daten zur Behandlungsqualität erheben. Es wird zum Beispiel festgehalten, wie häufig es zu Komplikationen kommt oder ob Korrektur-Operationen vorgenommen werden müssen. Alle oben gelisteten Kliniken haben bei Schlaganfall-Patienten eine überdurchschnittlich hohe Behandlungsqualität.
    Quelle: Qualitätsberichte der Krankenhäuser

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zum Schlaganfall

Beim Schlaganfall entsteht eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Dadurch werden betroffene Hirnareale nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Es kommt zu unterschiedlichen neurologischen Funktionsausfällen, die von der genauen Lokalisation der Durchblutungsstörung abhängen. Zu den häufigsten Symptomen zählen starke Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sehstörungen und Sprachstörungen.

Eine häufige Ursache des Schlaganfalls ist ein Gerinnsel, ein Klumpen aus geronnenem Blut, das am Herzen, in der Lunge oder in den Beinen entsteht. Der Körper pumpt diesen Klumpen genauso wie das übrige Blut durch den Körper, bis es im Gehirn eine der feinen Blutgefäßen verstopft. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem ischämischen Schlaganfall. In seltenen Fälle bildet sich in einem Hirngefäß eine Aussackung, auch Aneurysma genannt. Die Gefäßwand kann der Belastung nicht länger standhalten und reißt ein, sodass eine Gehirnblutung entsteht.

Zur Erkennung eines Schlaganfalls führen Ärzte neurologische Funktionsuntersuchungen durch. Dabei testen sie Muskelreflexe, die Koordination bei Bewegungen, das Erinnerungsvermögen, die Sprache und das Orientierungsvermögen. Außerdem ordnen sie bildgebende Verfahren an, um das Gehirn selbst zu untersuchen. Die Computertomografie (CT) fertigt ein Röntgenbild des Gehirns, der Knochen und Blutgefäße an. Die Ärzte können dann feststellen, ob der Schlaganfall eine ischämische Ursache hat oder von einer Hirnblutung verursacht wurde.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) liefert eine detaillierte Aufnahme des Hirngewebes. Kleinste Unregelmäßigkeiten oder krankhafte Veränderungen können die Ärzte so diagnostizieren. Ein besonders wichtiges diagnostisches Instrument ist die sogenannte Angiografie. Patienten wird ein Kontrastmittel gespritzt, das durch die Blutgefäße ins Gehirn fließt. Daran können Ärzte Verengungen von Hirngefäßen oder Aussackungen (Aneurysmen) feststellen

Abhängig davon, was genau den Schlaganfall verursacht hat, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Wenn ein Gerinnsel die Ursache ist, ordnen Ärzte eine sogenannte Lyse-Therapie an. Patienten erhalten Medikamente, die das Blutgerinnsel auflösen. Allerdings ist das Zeitfenster für die medikamentöse Behandlung recht kurz. Ist das Gerinnsel älter als vier bis fünf Stunden, kommt nur noch eine operative Entfernung mittels eines Katheters (Thrombektomie) infrage.

Wenn ein Schlaganfall durch eine Hirnblutung entsteht, kann bei einer kleinen Blutung Bettruhe und Senkung des Hirndrucks ausreichen. Ist die Blutung zu stark, müssen Neurochirurgen den Schädel öffnen und die Blutungsquelle mikrochirurgisch verschließen. Nach der akuten Behandlung können Ärzte über Langzeitfolgen informieren. Diese lassen sich in den meisten Fällen in Rehabilitationseinrichtungen gut therapieren.

Die Anzahl der Diagnosen mit Schlaganfall (ICD-Code I60-69) ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Während im Jahr 2009 noch 353.287 Personen mit dieser Erkrankung in deutschen Kliniken behandelt wurden, lag die Zahl der Betroffenen im Jahr 2019 bei 360.851 Personen. Besonders häufig betroffen sind Menschen im Alter von 65 bis 89 Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt 14 Tage.