Uniklinik Freiburg
Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Freiburg, ©Universitätsklinikum Freiburg

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich am besten für die Behandlung eines Schlaganfalls? Hier sind zehn Häuser gelistet, die eine hohe Behandlungsqualität aufweisen.

Ungefähr einer von 1.000 Menschen bekommt in seinem Leben einen Schlaganfall, das Risiko steigt mit dem Alter. Mögliche Symptome eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen oder Sprachstörungen. Diese entstehen durch eine unzureichende Durchblutung des Gehirns. Zu den Ursachen zählen Blutgerinnsel und Blutungen im Gehirn. Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Vorhofflimmern erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Ein Schlaganfall ist ein Notfall, der in jedem Fall sofort behandelt werden muss.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Kliniken in Deutschland sind auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert. Unten sind jene zehn Kliniken dargestellt, in denen im Jahr 2024 deutschlandweit am meisten Patienten mit Schlaganfall behandelt wurden und die gleichzeitig eine gute Personalsituation aufweisen. Gerade bei einem Schlaganfall ist es wichtig, dass in der Klinik ausreichend Pflegekräfte arbeiten, da die Patienten oft länger auf Station bleiben müssen.

Top 10: Kliniken für einen Schlaganfall

Klinik Behandlungs­fälle Pflegekraft-Patienten-Verhältnis
Universitätsklinikum Freiburg
79106 Freiburg im Breisgau
Behandlungsfälle1.383 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Städtisches Klinikum Karlsruhe gGmbH
76133 Karlsruhe, Baden
Behandlungsfälle1.362 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Klinikum Ludwigsburg
71640 Ludwigsburg, Württemberg
Behandlungsfälle1.303 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Universitätsklinikum Tübingen
72076 Tübingen
Behandlungsfälle1.124 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
Sana Klinikum Offenbach GmbH
63069 Offenbach am Main
Behandlungsfälle1.081 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
26122 Oldenburg(Oldb)
Behandlungsfälle1.074 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Städtisches Klinikum Solingen gemeinnützige GmbH
42653 Solingen
Behandlungsfälle1.068 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Helios Klinikum Wuppertal, Standort Barmen
42283 Wuppertal
Behandlungsfälle1.063 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
Klinikum Nordstadt
30167 Hannover
Behandlungsfälle1.048 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Charité Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin
12203 Berlin
Behandlungsfälle1.010 sehr viele Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut

Die zehn Kliniken mit den meisten auf einer Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) behandelten Fällen pro Jahr, bei denen das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis mindestens „gut" ist. Behandlungsfälle: Zahl der auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit behandelten Patienten pro Jahr; die Einstufung von „sehr wenige" bis „sehr viele" ergibt sich aus dem Vergleich aller deutschen Kliniken (Einteilung in fünf gleich große Gruppen). Pflegekraft-Patienten-Verhältnis: basiert auf dem Pflegepersonalquotienten (Fälle je Pflegekraft unter Berücksichtigung der Fallschwere; je weniger Fälle pro Pflegekraft, desto besser). Quelle: Bundes-Klinik-Atlas, Datenstand 2024.

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Fakten zum Schlaganfall

Beim Schlaganfall entsteht eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Dadurch werden betroffene Hirnareale nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Es kommt zu unterschiedlichen neurologischen Funktionsausfällen, die von der genauen Lokalisation der Durchblutungsstörung abhängen. Zu den häufigsten Symptomen zählen starke Kopfschmerzen, Schwindel, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sehstörungen und Sprachstörungen.

Eine häufige Ursache des Schlaganfalls ist ein Gerinnsel, ein Klumpen aus geronnenem Blut, das am Herzen, in der Lunge oder in den Beinen entsteht. Der Körper pumpt diesen Klumpen genauso wie das übrige Blut durch den Körper, bis es im Gehirn eine der feinen Blutgefäße verstopft. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem ischämischen Schlaganfall. In seltenen Fälle bildet sich in einem Hirngefäß eine Aussackung, auch Aneurysma genannt. Die Gefäßwand kann der Belastung nicht länger standhalten und reißt ein, sodass eine Gehirnblutung entsteht.

Zur Erkennung eines Schlaganfalls führen Ärzte neurologische Funktionsuntersuchungen durch. Dabei testen sie Muskelreflexe, die Koordination bei Bewegungen, das Erinnerungsvermögen, die Sprache und das Orientierungsvermögen. Außerdem ordnen sie bildgebende Verfahren an, um das Gehirn selbst zu untersuchen. Die Computertomografie (CT) fertigt ein Röntgenbild des Gehirns, der Knochen und Blutgefäße an. Die Ärzte können dann feststellen, ob der Schlaganfall eine ischämische Ursache hat oder von einer Hirnblutung verursacht wurde.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) liefert eine detaillierte Aufnahme des Hirngewebes. Kleinste Unregelmäßigkeiten oder krankhafte Veränderungen können die Ärzte so diagnostizieren. Ein besonders wichtiges diagnostisches Instrument ist die sogenannte Angiografie. Patienten wird ein Kontrastmittel gespritzt, das durch die Blutgefäße ins Gehirn fließt. Daran können Ärzte Verengungen von Hirngefäßen oder Aussackungen (Aneurysmen) feststellen

Abhängig davon, was genau den Schlaganfall verursacht hat, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Wenn ein Gerinnsel die Ursache ist, ordnen Ärzte eine sogenannte Lyse-Therapie an. Patienten erhalten Medikamente, die das Blutgerinnsel auflösen. Allerdings ist das Zeitfenster für die medikamentöse Behandlung recht kurz. Ist das Gerinnsel älter als vier bis fünf Stunden, kommt nur noch eine operative Entfernung mittels eines Katheters (Thrombektomie) infrage.

Wenn ein Schlaganfall durch eine Hirnblutung entsteht, kann bei einer kleinen Blutung Bettruhe und Senkung des Hirndrucks ausreichen. Ist die Blutung zu stark, müssen Neurochirurgen den Schädel öffnen und die Blutungsquelle mikrochirurgisch verschließen. Nach der akuten Behandlung können Ärzte über Langzeitfolgen informieren. Diese lassen sich in den meisten Fällen in Rehabilitationseinrichtungen gut therapieren.

Die Anzahl der Diagnosen mit Schlaganfall (ICD-Code I60-69) ist in den letzten zwanzig Jahren etwa gleich geblieben. Im Jahr 2006 wurden etwa 345.000 Personen mit dieser Erkrankung in deutschen Kliniken behandelt, im Jahr 2024 waren es circa 348.500 Personen. Besonders häufig betroffen sind Menschen im Alter von 80 bis 84 Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt 12 Tage.