Schön Klinik Bad Arolsen
Schön Klinik Bad Arolsen, ©GLSystem

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung einer Essstörung? Hier sind die 50 größten Häuser gelistet.

Eine Essstörung kann verschiedene Formen annehmen. Zu ihr gehört die Magersucht (Anorexia), die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder die Binge-Eating-Störung (regelmäßige Essanfälle). In jedem Fall beeinträchtigen diese Krankheiten das alltägliche Leben der betroffenen Person und sollte behandelt werden. Die Gründe für eine Essstörung sind vielfältig: persönliche, familiäre, biologische und gesellschaftliche Faktoren spielen eine Rolle.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Häuser in Deutschland sind auf die Behandlung einer Essstörung spezialisiert. Unten sind die 50 größten Kliniken für die Behandlung einer Essstörung dargestellt.

50 Top-Kliniken für Essstörungen

KlinikBehandlungsfälle
Schön Klinik Roseneck - Standort Prien am Chiemsee736
MediClin Seepark Klinik Bad Bodenteich642
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden375
TCE - Therapie-Centrum für Essstörungen München345
Schön Klinik Bad Arolsen335
Charité - Universitätsmedizin Berlin296
m&i Parkland-Klinik Bad Wildungen256
Kliniken Am Goldenen Steig - Standort Freyung218
Schön Klinik Bad Staffelstein163
Universitätsklinikum Freiburg147
Universitätsklinikum Erlangen138
Schön Klinik Roseneck - Standort Rosenheim133
Universitätsklinikum Leipzig132
LVR-Universitätsklinik Essen122
Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg120
Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf116
Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT Hannover115
Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe Berlin112
Universitätsklinikum Münster112
Universitätsklinikum Köln111
Schön Klinik Hamburg Eilbek107
KIRINUS Schlemmer Klinik Bad Tölz106
Schön Klinik Berchtesgadener Land Schönau100
Universitätsklinikum Tübingen99
Uniklinik RWTH Aachen97
LVR-Klinik Bonn94
AKK Altonaer Kinderkrankenhaus Hamburg90
LVR-Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters Essen90
Asklepios Westklinikum Hamburg78
Diakonie-Klinikum Stuttgart77
München Klinik Harlaching76
Universitätsklinikum Heidelberg72
Schön Klinik Bad Bramstedt70
Städtisches Klinikum Karlsruhe70
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf69
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Lübeck67
LWL-Klinik Marl-Sinsen - Haardklinik64
Die Filderklinik Filderstadt63
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke63
DIAKOVERE Henriettenstift Hannover62
Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg62
Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll Hamburg61
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Köln61
Helios Kliniken Schwerin - Psychiatrie59
LWL-Universitätsklinikum Bochum57
Medizinische Hochschule Hannover53
Klinikum am Weissenhof Weinsberg52
LMU Klinikum München - Standort Innenstadt52
LVR-KLinik Viersen - Johannisstraße51
LVR-Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf51

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So wurde die Liste erstellt

In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Essstörungen (ICD F50). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 am häufigsten behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Kliniken dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Informationen zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zu Essstörungen

Heute sind unterschiedliche Essverhaltensstörungen bekannt. Während bei der Esssucht Betroffene dauernd an Essen denken müssen und so durch gesteigerte Nahrungsaufnahme eine Adipositas (Fettleibigkeit) entwickeln, zählen Betroffene von Anorexia nervosa (auch Magersucht genannt) jede einzelne Kalorie, mit dem Ziel, möglichst wenig Nahrung aufzunehmen. Sie entwickeln oftmals starkes Untergewicht. So werden Essverhaltensstörungen von gesundheitlichen Problemen begleitet. Hinzu kommen psychische Leiden wie Versagensängste, Minderwertigkeitsgefühl, Depressionen und Zwangsgedanken, die bis zu Suizidgedanken führen können.

Die Ursachen, die zu Essstörungen führen können, sind vielfältig und stehen in Wechselwirkung zueinander. Zu den individuellen psychischen Faktoren zählen Stressbewältigung, Kontrollzwang, Trauma oder Perfektionismus. Auch soziokulturelle Faktoren wie gesellschaftlich anerkannte Schönheitsideale, Mobbing durch Gleichaltrige und eine Wertevermittlung in sozialen Medien können die Entstehung einer Essstörung begünstigen.

Zur Erkennung von Essverhaltensstörungen führen Ärzte umfassende Gespräche. In den meisten Fällen suchen wichtige Bezugspersonen der Betroffenen ärztlichen Rat. Die behandelnden Ärzte stellen Fragen zu Essgewohnheiten, Erbrechen, Verstopfung und sonstigen Verdauungsstörungen. Anhand von Körpergewicht und Körpergröße wird der BMI (Body-Mass-Index) ermittelt. Dieser Wert zeigt, ob das Gewicht von der Norm abweicht. Laboruntersuchungen zeigen, ob eine Mangelernährung vorliegt.

Betroffene werden medizinisch und psychotherapeutisch behandelt. Oft stehen Ärzte und Psychotherapeuten in engem Kontakt. Die Therapien können ambulant, stationär oder in einer Tagesklinik erfolgen. Die Behandlungen haben das Ziel, Essverhalten zu normalisieren und psychische Probleme zu bewältigen. Außerdem behandeln Ärzte auch Begleiterkrankungen (zum Beispiel Vitaminmangel) und mögliche Komplikationen.

Die meisten Menschen mit einer Essstörung werden ambulant behandelt. Die Zahl der klinischen Diagnosen mit Essstörungen (ICD-Code F50) lag in den letzten Jahrzehnten zwischen 3.000 und 4.000 Patientinnen und Patienten. (Jahr 2024: 3.491 Patienten. Die Betroffenen sind häufig zwischen 10 und 19 Jahren alt und verbringen durchschnittlich 16 Tage in Kliniken.