Klinik für Diabetes
Haupteingang des Diabeteszentrums Bad Mergentheim, ©Melli Sugar/CC0

Welche Kliniken für Diabetes sind die besten in Deutschland? Hier sind 20 Krankenhäuser mit hoher Behandlungsqualität gelistet. 

„Das Alter ist der stärkste Risikofaktor für eine Typ-2-Diabeteserkrankung“, sagt Prof. Dr. Fritsche von der Uniklinik Tübingen. Er beschäftigt sich schon lange mit dem Krankheitsbild und seiner Therapie. „Diabetes ist viel komplexer als die Ernährungserkrankung, für die es häufig gehalten wird“, sagt Fritsche. Deshalb ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind und aktuelle Therapieansätze kennen.

An rund 1.500 Krankenhäusern kann man sich in Deutschland mit einer Diabetes-Erkrankung behandeln lassen. Nicht in allen Kliniken haben Ärzte aber auch eine große Expertise. Kliniken der folgenden Liste können vorbehaltlos empfohlen werden, weil es dort eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Patienten gibt. Zudem sind die gelisteten Kliniken als Diabetes-Klinik zertifiziert und erfüllen weitere Qualitätskriterien.

20 Top-Kliniken für Diabetes (Typ 2-Diabetes)

KrankenhausStadtPatienten (2020) 
Diabetes Klinik Bad MergentheimBad Mergentheim1305
Asklepios Klinik BirkenwerderBirkenwerder740
Klinikum KarlsburgKarlsburg689
GZW Diabetes-Klinik Bad NauheimBad Nauheim638
Bürgerhospital FrankfurtFrankfurt am Main549
m&i Fachklinik Bad HeilbrunnBad Heilbrunn499
Universitätsklinikum TübingenTübingen350
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus DresdenDresden333
Klinikum St. Elisabeth StraubingStraubing285
Klinikum NeumarktNeumarkt284
Krankenhaus Märkisch OderlandStrausberg269
St. Hedwig-Krankenhaus BerlinBerlin197
Klinikum Südstadt RostockRostock191
Kliniken HochFranken - Klinik NailaNaila164
Krankenhaus Barmherzige Brüder RegensburgRegensburg158
Universitätsklinikum FreiburgFreiburg145
Marienkrankenhaus SchwerteSchwerte139
ViDia Christliche Kliniken KarlsruheKarlsruhe129
Herz-Jesu-KrankenhausFulda121
Klinikum Dritter Orden München-NymphenburgMünchen116

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So wurde die Klinikliste erstellt:

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Diabetes Typ 2 (ICD E11), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen Patienten mit Diabetes überdurchschnittlich häufig behandelt wurden. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Zertifizierungen! Wenn ein Klinikum zertifiziert wurde, heißt dies sogleich, dass auf Diabetes spezialisierte Ärzte im Klinikum arbeiten und das notwendige Equipment für eine Behandlung zur Verfügung steht. Alle oben gelisteten Häuser sind von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ausgezeichnet als Kliniken, die für die Behandlung von Diabetes geeignet sind.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus jährlich durchgeführten Befragungen der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zu Diabetes mellitus

Die Erkrankung Diabetes mellitus wird im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt. Es handelt sich hierbei um eine Störung des Zuckerstoffwechsels im Körper. Zu den Symptomen gehört ein erhöhter Blutzuckerwert. Die Stoffwechselstörung führt zu einem starken Durstgefühl, Harndrang, körperlicher Müdigkeit und Schwächegefühl. Dabei unterscheidet man zwischen den verschiedenen Diabetesformen, von denen Typ 1 und Typ 2 am verbreitetsten sind.

Die Ursachen, die zu einer Diabeteserkrankung führen, sind unterschiedlich und bestimmen den Krankheitstyp. Beim gesunden Menschen produzieren Zellen in der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin. Dieses wird ausgeschüttet, um die Zuckermoleküle im Blut zu binden. Der Zucker kann dann in die Körperzellen transportiert werden und so dem Körper als Energielieferant zur Verfügung stehen.

Die Erkrankung mit Diabetes mellitus Typ 1 tritt überwiegend bei Kindern und jungen Menschen auf. Körpereigene Antikörper greifen die insulinproduzierenden Zellen an und zerstören sie. So kommt der hohe Blutzuckerspiegel zustande. Die Krankheitsform Diabetes mellitus Typ 2 hingegen betrifft erwachsene Personen, die einen ungesunden Lebensstil führen. Übergewicht und Adipositas können dazu führen, dass die Zellen der Bauchspeicheldrüse zu stark beansprucht werden und irgendwann aufhören, Insulin zu produzieren. Auch hier ist die Zuckerkonzentration im Blut zu hoch, weil kein Insulin da ist, um den Weitertransport in die Zellen zu ermöglichen.

Zur Erkennung von Diabetes stehen den Ärzten verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung. Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch ist vor allem die Messung des Blutzuckers von großer Bedeutung. Um diesen zu messen, führen Ärzte einen Nüchtern-Blutzucker-Test durch. Der Blutzucker wird hier nach mindestens acht Stunden Nahrungsverzicht gemessen und mit den Normwerten verglichen. Außerdem wird der sogenannte HbA1c-Wert gemessen. Er gibt Auskunft über den „Langzeitblutzucker“. Dieser ist für Ärzte besonders aussagekräftig, weil ein dauerhaft erhöhter Blutzucker die Niere, das Herz und andere Organe schädigt.

Die Therapiemethoden bei Diabetes-Patienten dienen der Kontrolle des Blutzuckers. Dabei kommen nicht-medikamentöse Therapien zum Einsatz: Ernährung, Bewegung und selbstständige Kontrolle des Blutzuckers können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Allerdings muss auch das fehlende Insulin ersetzt werden. Hierfür verschreiben die Ärzte sogenannte Antidiabetika. Diabetiker können es schlucken oder sich spritzen.

Die Anzahl der Diagnosen mit Diabetes (ICD-Code E10-E14) lag in den letzten Jahren in Deutschland bei über 200.000 Fällen pro Jahr. Zuletzt waren im Jahr 2020 noch 167.804 Patienten mit dieser Hauptdiagnose in deutschen Kliniken in Behandlung. Am häufigsten sind Menschen zwischen 75 und 84 Jahren betroffen, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus liegt bei 9 Tagen.