
Welche Kliniken in Deutschland sind spezialisiert für die Behandlung eines Leistenbruchs? Hier sind 50 hervorragende Häuser gelistet.
Ein Leistenbruch, auch Inguinalhernie genannt, ist ein Eingeweidebruch im Bereich der Leiste. Dabei treten Gewebe und Teile von Eingeweiden durch eine Schwachstelle der Bauchwand nach außen. Der Leistenbruch tritt bei Männern häufiger als bei Frauen auf. In den meisten Fällen ist die Erkrankung ungefährlich. Behandelt wird ein Leistenbruch mit einem chirurgischen Eingriff, der häufig minimal-invasiv durchgeführt wird.
Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Häuser in Deutschland sind auf die Behandlung von Leistenbrüchen spezialisiert. Neben einer geringen Komplikationsrate und ausreichend Pflegekräften verfügen alle unten genannten Kliniken über ärztliches Personal, das große Erfahrung mit der Behandlung von Leistenbrüchen hat.
Top Kliniken für einen Leistenbruch
| Krankenhaus | Behandlungsfälle | Komplikationsrate | Pflegekraft-Patienten-Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Diakonie-Klinikum Stuttgart | 925 | 5 Prozent | gut |
| Bürgerhospital Frankfurt am Main | 886 | 5 Prozent | sehr gut |
| DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover | 674 | 2 Prozent | gut |
| St. Vincentius Kliniken Karlsruhe | 651 | 6 Prozent | befriedigend |
| Kliniken Böblingen | 479 | 4 Prozent | gut |
| Marienhospital Stuttgart | 420 | 5 Prozent | gut |
| Agaplesion Krankenhaus Neu-Bethlehem Göttingen | 377 | 4 Prozent | sehr gut |
| Städtisches Klinikum Wolfenbüttel | 373 | 2 Prozent | gut |
| Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg | 305 | 4 Prozent | befriedigend |
| Malteser Waldkrankenhaus St. Marien Erlangen | 299 | 4 Prozent | gut |
| Klinikum Landkreis Tuttlingen | 296 | 4 Prozent | gut |
| Klinikum Rheine | 296 | 6 Prozent | befriedigend |
| Sana Kliniken Leipziger Land - Klinikum Borna | 294 | 5 Prozent | befriedigend |
| Wertachklinik Schwabmünchen | 288 | 3 Prozent | befriedigend |
| Agaplesion Evangelisches Krankenhaus MIttelhessen Gießen | 287 | 6 Prozent | sehr gut |
| Ostalb-Klinikum Aalen | 284 | 5 Prozent | gut |
| Rems-Murr-Klinik Schorndorf | 272 | 5 Prozent | sehr gut |
| St. Marien-Krankenhaus Ahaus | 257 | 4 Prozent | befriedigend |
| Hunsrück Klinik Kreuznacher Diakonie Simmern | 253 | 4 Prozent | sehr gut |
| Klinikum Mittelbaden Rastatt | 252 | 3 Prozent | gut |
| Klinik Lilienthal | 245 | 3 Prozent | gut |
| SRH Zentralklinikum Suhl | 221 | 3 Prozent | befriedigend |
| Alb-Donau Klinikum Ehingen | 216 | 6 Prozent | gut |
| Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied | 214 | 4 Prozent | befriedigend |
| Klinikum Seefeld | 212 | 4 Prozent | befriedigend |
| Klinikum Passau | 210 | 3 Prozent | befriedigend |
| Zollernalb Klinikum Albstadt | 207 | 6 Prozent | sehr gut |
| Landkreis Mittweida Krankenhaus | 199 | 6 Prozent | befriedigend |
| Krankenhaus Herrenberg | 190 | 2 Prozent | gut |
| Ortenau Klinikum Wolfach | 188 | 2 Prozent | gut |
| St. Agnes-Hospital Bocholt | 187 | 4 Prozent | gut |
| Klinikum Crailsheim | 186 | 5 Prozent | befriedigend |
| SRH Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda | 185 | 5 Prozent | sehr gut |
| KMG Klinik Boizenburg | 178 | 5 Prozent | befriedigend |
| St. Josefs Hospital Dortmund-Hörde | 176 | 3 Prozent | gut |
| Städtisches Klinikum Lüneburg | 175 | 4 Prozent | befriedigend |
| St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig | 161 | 5 Prozent | gut |
| Kliniken Dr. Erler Nürnberg | 152 | 3 Prozent | befriedigend |
| St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr | 148 | 2 Prozent | befriedigend |
| Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg | 147 | 5 Prozent | befriedigend |
| Klinik am Rathenauplatz Heilbronn | 147 | 4 Prozent | gut |
| Hochtaunus-Kliniken Usingen | 146 | 5 Prozent | gut |
| Kaiserin-Auguste-Victoria Krankenhaus in Ehringshausen | 146 | 4 Prozent | sehr gut |
| Schön Klinik Neustadt in Holstein | 145 | 4 Prozent | gut |
| Mathilden Hospital Herford | 144 | 6 Prozent | befriedigend |
| Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis Merseburg | 140 | 5 Prozent | befriedigend |
| Sankt Vinzenz Hospital Rheda-Wiedenbrück | 137 | 6 Prozent | gut |
| Städtisches Klinikum Görlitz | 133 | 4 Prozent | gut |
| WolfartKlinik Gräfelfing | 132 | 1,5 Prozent | sehr gut |
| Ev. Diakoniekrankenhaus Freiburg | 129 | 6 Prozent | gut |
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So wurde die Klinikliste erstellt
- Viele Patienten: In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Leistenbrüchen (ICD K40). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 mindestens durchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten.
Quelle: TK-Klinikführer - Gute OP-Ergebnisse! Das Wissenschaftliche Institut der AOK wertet über die Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) die Operationsergebnisse von vielen Kliniken aus. Alle oben dargestellten Kliniken haben laut dieser Auswertung geringe Gesamtkomplikationsraten bei der OP „Verschluss einer Leistenhernie“. Im Bundesdurchschnitt kommt es hier bei rund 7 Prozent der Patienten zu einer Komplikation nach dem Eingriff. Die Komplikationsrate der oben gelisteten Kliniken ist in der Tabelle dargestellt (in Prozent). Alle Prozentwerte sind als Näherungswerte zu verstehen.
Quelle: QSR-Bundeswerte - Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis! Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Stürze und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten. Es stehen – zumindest krankenhausweit – also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Fakten zu Leistenbrüchen
Leistenbrüche sind oft mit bloßem Auge erkennbar. Sie verursachen eine tastbare, beulenartige Schwellung. Der Leistenbruch, auch Hernie genannt, ist für Betroffene oft schmerzfrei. Eine große Gefahr entsteht nur, wenn Darmschlingen eingeklemmt sind. Dieser lebensgefährliche Zustand macht sich durch Schmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar.
Um zu verstehen, wie es zu einem Leistenbruch kommt, muss man sich die Anatomie im Bauchraum vergegenwärtigen. Unsere Organe werden durch Bindegewebsschichten wie Muskulatur und Haut nach außen hin abgedichtet. Wenn wir stehen, drücken die Organe wegen der Erdanziehungskraft auf den Leistenkanal. Dieser Kanal hat eine röhrenförmige Struktur, durch die wichtige Nerven und Gefäße in den Beckenraum und in die Beine ziehen.
Eine Bindegewebsschwäche, geschwächte Muskulatur und das zunehmende Alter können dazu führen, dass der Druck zu hoch wird und sich Gewebeteile (auch Organteile mit Gefäßen und Nerven) aus dem Bauchraum in den Leistenkanal verlagern. Der Leistenkanal ist aber dünn und nur wenige Zentimeter lang, weshalb er die größeren Organteile nicht tragen kann. Dadurch entsteht dann die bindegewebige Ausstülpung nach außen, die als Leistenbruch bezeichnet wird.
Auch wenn ein Leistenbruch leicht zu erkennen ist, ordnen Ärzte sicherheitshalber bildgebende Verfahren an. Mit einer Ultraschalluntersuchung in der Leistengegend können sie erkennen, wie groß die Hernie ist, wo sie sich befindet und ob wichtige anatomische Strukturen eingeklemmt werden.
Da der Leistenbruch sich nicht von alleine zurückbildet, ist eine Operation meist die schnellste und effektivste Therapiemöglichkeit. Mit kleinen Operationsschnitten verlagern Chirurgen das herausgetretene Gewebe wieder zurück in den Bauchraum. Die Stelle, durch die das Gewebe in den Leistenkanal ausgetreten ist, wird mit einem Kunstfasernetz geschlossen. Es verhindert erneute Hernien.
Seit 2024 werden Leistenbruchoperationen vorwiegend ambulant durchgeführt. Das bedeutet, dass Patienten und Patientinnen zwar ein Klinikum besuchen, aber nur für die Operation bleiben und danach wieder nach Hause gehen. Rund ein Viertel der operierten Personen (51.000 Menschen) muss jedoch weiterhin auf Station bleiben. In der Regel sind dies ältere, gebrechliche Menschen oder Personen mit verschiedenen Begleiterkrankungen, die nach der Operation engmaschig betreut werden müssen.

































