Diakonie Klinikum Stuttgart
Diakonie Klinikum Stuttgart, ©Volker Schrank/Diakonie Klinikum Stuttgart

Welche Kliniken in Deutschland sind spezialisiert für die Behandlung eines Leistenbruchs? Hier sind 50 hervorragende Häuser gelistet.

Ein Leistenbruch, auch Inguinalhernie genannt, ist ein Eingeweidebruch im Bereich der Leiste. Dabei treten Gewebe und Teile von Eingeweiden durch eine Schwachstelle der Bauchwand nach außen. Der Leistenbruch tritt bei Männern häufiger als bei Frauen auf. In den meisten Fällen ist die Erkrankung ungefährlich. Behandelt wird ein Leistenbruch mit einem chirurgischen Eingriff, der häufig minimal-invasiv durchgeführt wird.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Häuser in Deutschland sind auf die Behandlung von Leistenbrüchen spezialisiert. Neben einer geringen Komplikationsrate und ausreichend Pflegekräften verfügen alle unten genannten Kliniken über ärztliches Personal, das große Erfahrung mit der Behandlung von Leistenbrüchen hat.

Top Kliniken für einen Leistenbruch

KrankenhausBehandlungsfälleKomplikationsratePflegekraft-Patienten-Verhältnis
Diakonie-Klinikum Stuttgart9255 Prozent
gut
Bürgerhospital Frankfurt am Main8865 Prozent
sehr gut
DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover6742 Prozentgut
St. Vincentius Kliniken Karlsruhe6516 Prozent
befriedigend
Kliniken Böblingen4794 Prozent
gut
Marienhospital Stuttgart4205 Prozentgut
Agaplesion Krankenhaus Neu-Bethlehem Göttingen3774 Prozentsehr gut
Städtisches Klinikum Wolfenbüttel3732 Prozentgut
Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg3054 Prozentbefriedigend
Malteser Waldkrankenhaus St. Marien Erlangen2994 Prozentgut
Klinikum Landkreis Tuttlingen2964 Prozent gut
Klinikum Rheine2966 Prozentbefriedigend
Sana Kliniken Leipziger Land - Klinikum Borna2945 Prozentbefriedigend
Wertachklinik Schwabmünchen2883 Prozentbefriedigend
Agaplesion Evangelisches Krankenhaus MIttelhessen Gießen2876 Prozentsehr gut
Ostalb-Klinikum Aalen2845 Prozentgut
Rems-Murr-Klinik Schorndorf2725 Prozentsehr gut
St. Marien-Krankenhaus Ahaus2574 Prozentbefriedigend
Hunsrück Klinik Kreuznacher Diakonie Simmern2534 Prozentsehr gut
Klinikum Mittelbaden Rastatt2523 Prozentgut
Klinik Lilienthal2453 Prozentgut
SRH Zentralklinikum Suhl2213 Prozentbefriedigend
Alb-Donau Klinikum Ehingen2166 Prozentgut
Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied2144 Prozentbefriedigend
Klinikum Seefeld2124 Prozentbefriedigend
Klinikum Passau2103 Prozentbefriedigend
Zollernalb Klinikum Albstadt2076 Prozentsehr gut
Landkreis Mittweida Krankenhaus1996 Prozentbefriedigend
Krankenhaus Herrenberg1902 Prozentgut
Ortenau Klinikum Wolfach1882 Prozentgut
St. Agnes-Hospital Bocholt1874 Prozentgut
Klinikum Crailsheim1865 Prozentbefriedigend
SRH Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda1855 Prozentsehr gut
KMG Klinik Boizenburg1785 Prozentbefriedigend
St. Josefs Hospital Dortmund-Hörde1763 Prozentgut
Städtisches Klinikum Lüneburg1754 Prozentbefriedigend
St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig1615 Prozentgut
Kliniken Dr. Erler Nürnberg1523 Prozentbefriedigend
St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr1482 Prozentbefriedigend
Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg1475 Prozentbefriedigend
Klinik am Rathenauplatz Heilbronn1474 Prozentgut
Hochtaunus-Kliniken Usingen1465 Prozentgut
Kaiserin-Auguste-Victoria Krankenhaus in Ehringshausen1464 Prozentsehr gut
Schön Klinik Neustadt in Holstein1454 Prozentgut
Mathilden Hospital Herford1446 Prozentbefriedigend
Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis Merseburg1405 Prozentbefriedigend
Sankt Vinzenz Hospital Rheda-Wiedenbrück1376 Prozentgut
Städtisches Klinikum Görlitz1334 Prozentgut
WolfartKlinik Gräfelfing1321,5 Prozentsehr gut
Ev. Diakoniekrankenhaus Freiburg1296 Prozentgut

Klicken Sie auf ein Symbol, um den Namen der Klinik zu erfahren!

So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten: In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Leistenbrüchen (ICD K40). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 mindestens durchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten.
    Quelle: TK-Klinikführer
  • Gute OP-Ergebnisse! Das Wissenschaftliche Institut der AOK wertet über die Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) die Operationsergebnisse von vielen Kliniken aus. Alle oben dargestellten Kliniken haben laut dieser Auswertung geringe Gesamtkomplikationsraten bei der OP „Verschluss einer Leistenhernie“. Im Bundesdurchschnitt kommt es hier bei rund 7 Prozent der Patienten zu einer Komplikation nach dem Eingriff. Die Komplikationsrate der oben gelisteten Kliniken ist in der Tabelle dargestellt (in Prozent). Alle Prozentwerte sind als Näherungswerte zu verstehen. 
    Quelle: QSR-Bundeswerte
  • Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis! Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Stürze und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten. Es stehen – zumindest krankenhausweit – also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
    Quelle: Bundesklinikatlas

Fakten zu Leistenbrüchen

Leistenbrüche sind oft mit bloßem Auge erkennbar. Sie verursachen eine tastbare, beulenartige Schwellung. Der Leistenbruch, auch Hernie genannt, ist für Betroffene oft schmerzfrei. Eine große Gefahr entsteht nur, wenn Darmschlingen eingeklemmt sind. Dieser lebensgefährliche Zustand macht sich durch Schmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar.

Um zu verstehen, wie es zu einem Leistenbruch kommt, muss man sich die Anatomie im Bauchraum vergegenwärtigen. Unsere Organe werden durch Bindegewebsschichten wie Muskulatur und Haut nach außen hin abgedichtet. Wenn wir stehen, drücken die Organe wegen der Erdanziehungskraft auf den Leistenkanal. Dieser Kanal hat eine röhrenförmige Struktur, durch die wichtige Nerven und Gefäße in den Beckenraum und in die Beine ziehen.

Eine Bindegewebsschwäche, geschwächte Muskulatur und das zunehmende Alter können dazu führen, dass der Druck zu hoch wird und sich Gewebeteile (auch Organteile mit Gefäßen und Nerven) aus dem Bauchraum in den Leistenkanal verlagern. Der Leistenkanal ist aber dünn und nur wenige Zentimeter lang, weshalb er die größeren Organteile nicht tragen kann. Dadurch entsteht dann die bindegewebige Ausstülpung nach außen, die als Leistenbruch bezeichnet wird.

Auch wenn ein Leistenbruch leicht zu erkennen ist, ordnen Ärzte sicherheitshalber bildgebende Verfahren an. Mit einer Ultraschalluntersuchung in der Leistengegend können sie erkennen, wie groß die Hernie ist, wo sie sich befindet und ob wichtige anatomische Strukturen eingeklemmt werden.

Da der Leistenbruch sich nicht von alleine zurückbildet, ist eine Operation meist die schnellste und effektivste Therapiemöglichkeit. Mit kleinen Operationsschnitten verlagern Chirurgen das herausgetretene Gewebe wieder zurück in den Bauchraum. Die Stelle, durch die das Gewebe in den Leistenkanal ausgetreten ist, wird mit einem Kunstfasernetz geschlossen. Es verhindert erneute Hernien.

Seit 2024 werden Leistenbruchoperationen vorwiegend ambulant durchgeführt. Das bedeutet, dass Patienten und Patientinnen zwar ein Klinikum besuchen, aber nur für die Operation bleiben und danach wieder nach Hause gehen. Rund ein Viertel der operierten Personen (51.000 Menschen) muss jedoch weiterhin auf Station bleiben. In der Regel sind dies ältere, gebrechliche Menschen oder Personen mit verschiedenen Begleiterkrankungen, die nach der Operation engmaschig betreut werden müssen.