Klinik für Fibromyalgie
Klinik für Manuelle Therapie Hamm, ©Skottmann/CC0

Welche Krankenhäuser in Deutschland eignen sich für die Behandlung von Fibromyalgie? Hier sind die 50 größten Häuser gelistet.

Fibromyalgie, auch Fibromyalgie-Syndrom (kurz: FMS) genannt, ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich durch Schmerzen in verschiedenen Körperregionen äußert. In Deutschland sind etwa 2 Prozent der Erwachsenen an FMS erkrankt. Bei den Betroffenen ist die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört, dadurch ist die Schwelle, ab der ein Reiz als Schmerz wahrgenommen wird, niedriger als bei anderen Menschen. Weitere Symptome von Fibromyalgie sind Erschöpfung, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme oder seelische Beschwerden.

An allen unten gelisteten Kliniken arbeiten Ärzte, die viel Erfahrung mit dem Fibromyalgie-Syndrom haben. Da alle Betroffenen unterschiedliche Therapieansätze als angenehm empfinden, wird viel Wert auf eine individuelle Beratung und Behandlung gelegt.

Die 50 größten Kliniken für Fibromyalgie

KrankenhausBehandlungsfälle
Rheumazentrum Ruhrgebiet - St. Josefs-Krankenhaus Herne1303
Immanuel Krankenhaus Berlin - Standort Wannsee644
Ostseeklinik Damp608
St.-Josef-Stift - Nordwestdeutsches Rheumazentrum Sendenhorst604
Klinik Blankenstein Hattingen566
Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe446
ACURA Rheumazentrum Bad Kreuznach437
Immanuel Krankenhaus Berlin - Standort Buch421
Krankenhaus für Naturheilweisen München399
Klinik Oberammergau - Zentrum für Rheumatologie, Orthopädie und Schmerztherapie380
Acura Kliniken Baden-Baden374
Klinik für Manuelle Therapie Hamm361
Benedictus Krankenhaus Feldafing213
Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen161
Rommel-Klinik Bad Wildbad134
Klinikum Bielefeld - Standort Rosenhöhe124
Klinikum Bamberg - Betriebsstätte am Bruderwald119
KMG Klinikum Mitte - Klinikum Kyritz113
Klinikum Region Hannover - Krankenhaus Lehrte111
Knappschaftskrankenhaus Püttlingen103
Cellitinnen-Krankenhaus St. Josef Wuppertal102
Krankenhaus Schleiden98
Klinikum Bayreuth - Betriebsstätte Klinik Hohe Warte Bayreuth93
Paracelsus-Krankenhaus Bad Liebenzell87
HELIOS Fachklinik Vogelsang/Gommern87
SLK-Kliniken Fachklinik Löwenstein86
St. Marien-Krankenhaus Vreden83
Rheumazentrum Mittelhessen Bad Endbach81
DONAUISAR Klinikum Deggendorf - Standort Landau81
Krankenhaus Mörsenbroich-Rath - St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf78
Krankenhaus Cuxhaven76
Bezirksklinikum Obermain Ebensfeld75
Universitätsklinikum Würzburg71
Klinikum Hildesheim70
Marienhospital Osnabrück70
Klinik Öschelbronn Niefern-Öschelbronn70
Vitos Orthopädische Klinik Kassel65
Kliniken Essen-Mitte Knappschafts-Krankenhaus64
SRH Klinikum Naumburg63
VAMED Klinik Bad Berleburg59
HELIOS Klinik Attendorn57
Asklepios Klinikum Bad Abbach57
Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide - Standort Heide54
Krankenhaus Porz Köln49
MediClin Seidel-Klinik Bad Bellingen49
Krankenhaus Neuwittelsbach München47
Park-Klinik Weißensee Berlin47
St. Vincenz Hospital Brakel46
Krankenhaus Tabea Hamburg44
AMEOS Klinikum Alfeld42

Der Name der Klinik wird per Mouseover angezeigt

So wurde die Klinikliste erstellt

In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Fibromyalgie (ICD-10-M 79.70). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 am häufigsten behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Daten sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Fakten zu Fibromyalgie

Die meisten Betroffenen sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. Dabei fällt auf, dass die Mehrheit der Patienten weiblich ist. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer Klinik beträgt elf Tage. Im Jahr 2023 wurden rund 10.000 Patientinnen und Patienten mit dieser Hauptdiagnose in deutschen Kliniken behandelt. Fibromyalgie wird auch oft im Zusammenhang mit einer Long-Covid-Erkrankung erwähnt.

Auch wenn eines der Hauptsymptome von FMS Schmerzen in verschiedenen Körperregionen wie Rücken, Arme oder Beine sind, führt die Erkrankung nicht zu Schäden an Muskeln, Gelenken oder Organen. Auch haben Betroffene eine normale Lebenserwartung. Die Schmerzen fühlen sich an wie eine Muskelzerrung oder Muskelkater. Sie können anhalten, wiederkehren oder wandern, verstärken sich oft bei Stress, Kälte oder Nässe, bei langem Sitzen oder Liegen. Weitere mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Konzentrationsprobleme, Magen-Darm-Probleme oder Reiz-Überempfindlichkeiten sowie seelische Beschwerden.

Die Ursachen von Fibromyalgie sind bis heute ungeklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass genetische und körperliche Faktoren zusammenspielen. Auch belastende Lebensereignisse, nicht verarbeiteter Stress oder Überbelastung können eine Rolle spielen. Für die Diagnose ist eine Befragung durch den Arzt wichtig. Außerdem wird eine physische Untersuchung und ein Bluttest durchgeführt, um andere Erkrankungen als Ursache für die Schmerzen auszuschließen.

Leider ist das Fibromyalgie-Syndrom nicht heilbar. Eine Behandlung zielt also auf die Linderung der Beschwerden ab. Nur in seltenen Fällen verschwinden die Schmerzen dauerhaft und vollständig. Zum einen kann eine Patientenschulung den Betroffenen lehren, mit ihren Schmerzen umzugehen, ihr Wohlbefinden zu steigern und Stress zu vermindern. Auch wenn viele Patienten körperliche Aktivität ablehnen, kann diese ebenfalls zur Reduzierung der Schmerzen beitragen.

Es wird empfohlen, mehrmals pro Woche mindestens 30 Minuten leichtes Ausdauertraining wie Walking, Schwimmen oder Radfahren zu machen. Auch leichtes Krafttraining wie Gymnastik kann förderlich sein und trägt zur regelmäßigen Bewegung der Muskeln bei. Um seelische Begleiterkrankungen zu behandeln, kann eine Psychotherapie oder kognitive Verhaltenstherapie in Frage kommen.

Medikamente wie Amitriptylin, Duloxetin, Milnacipran und Pregabalin können ebenfalls hilfreich sein. Auch entspannende Therapieansätze wie Thermalbäder oder Saunagänge sind für manche Patienten angenehm. Allgemein muss aber jeder Betroffene individuell herausfinden, welche Behandlung zielführend ist und welche nicht. Oft wird eine multimodale Schmerztherapie angewandt, die sowohl Bewegung als auch Entspannung und Methoden zur Schmerzbewältigung aus der kognitiven Verhaltenstherapie umfasst.