Klinik für Risikogeburten
Asklepios Klinik Altona, ©GeorgHH/CC0

Welche sind die besten Kliniken für eine Risikogeburt in Deutschland? Hier sind einige Häuser gelistet, die höchste Qualitätsstandards erfüllen.

Mehrlings- und Frühgeburten oder das Überschreiten des Geburtstermins werden generell als Risikogeburt eingeschätzt. Auch wenn die Mutter über 35 Jahre alt ist oder eine Vorerkrankung hat, wird die Schwangerschaft und Geburt intensiv untersucht und betreut. So können beispielsweise Fehlbildungen oder Organschäden des Ungeborenen früh erkannt und behandelt werden. Viele deutsche Geburtszentren bieten eine umfassende Betreuung für Mutter und Kind an.

In allen unten gelisteten Kliniken arbeiten Ärzte, die sich auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten spezialisiert haben. Nur Häuser mit der höchsten Versorgungsstufe wurden berücksichtigt. Hier kommen die nötige ärztliche Expertise und modernstes Equipment zusammen, was für die Versorgung von Frühgeborenen oder Neugeborenen mit einer Krankheit unabdingbar ist.

Herausragende Kliniken für Risikogeburten

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2019) 
Katholisches Klinikum MainzMainz1358
Asklepios Klinik AltonaHamburg1297
GFO Kliniken Bonn - Betriebsstätte St. Marien-HospitalBonn1267
Universitätsklinikum JenaJena1254
Medizinische Hochschule HannoverHannover1241
Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität MainzMainz1201
St. Franziskus-Hospital MünsterMünster1171
Rotkreuzklinikum MünchenMünchen1156
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus SpeyerSpeyer1137
Klinikum Nürnberg SüdNürnberg1136
Universitätsklinikum ErlangenErlangen1134
Christophorus Kliniken CoesfeldCoesfeld1113
Diakonissenkrankenhaus DresdenDresden949
St. Josefs Krankenhaus Balserische StiftungGießen918
Klinikum StarnbergStarnberg899
St. Josefs-Hospital WiesbadenWiesbaden878
Donauklinik Neu-UlmNeu-Ulm835
Caritas-Klinik Maria Heimsuchung Berlin-PankowBerlin773
Evangelisches DiakoniekrankenhausFreiburg733
Städtische Kliniken MönchengladbachMönchengladbach711
Deutsches Rotes Kreuz Krankenhaus Chemnitz-RabensteinChemnitz640

Der Name der Klinik wird per Mouseover angezeigt

So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit der Überwachung und Betreuung einer Geburt mit erhöhter Gefährdung für Mutter oder Kind (OPS 9-261), weil nur Häuser mit überdurchschnittlichen Behandlungsfallzahlen berücksichtigt wurden. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.
  • Exzellente Behandlungsqualität! Für bestimmte Operationen und Therapien müssen Krankenhäuser die Behandlungsqualität dokumentieren, wie etwa die Anzahl von Komplikationen bei einer OP. Diese Meldungen werden von einer unabhängigen Stelle für alle Kliniken in Deutschland geprüft, so dass festgestellt werden kann, wie gut ein Klinikum im Vergleich zu anderen Krankenhäusern abschneidet. Alle oben gelisteten Kliniken haben bei Risikogeburten eine überdurchschnittlich hohe Behandlungsqualität.

Fakten zu Risikogeburten

Der Begriff Risikogeburt umfasst alle Krankheiten und deren Symptome, die die Gesundheit der Mutter und des Kindes gefährden. Daher können die Symptome, die auf eine Risikoschwangerschaft und damit auch einer Risikogeburt hindeuten, ganz unterschiedlich sein.

Risikogeburten können entstehen, wenn die werdende Mutter bereits an Krankheiten leidet, die auch die Schwangerschaft beeinflussen oder sie werden erst während der Schwangerschaft diagnostiziert. Es ist auch möglich, dass eine Schwangerschaft problemlos verläuft und es erst bei der Entbindung Komplikationen gibt. Beispiele hierfür können ein vorzeitiger Blasensprung (Öffnung der Fruchtblase), Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder Mehrlingsschwangerschaften, Gerinnungsstörungen, vorausgegangene Fehlgeburten oder Rhesusinkompatibilität sein.

Die Ursachen, die die Entstehung einer Risikoschwangerschaft begünstigen, hängen von der individuellen Gesundheitssituation der Mutter und des Kindes ab. Fakt ist jedoch, dass über die Nabelschnur und die Plazenta der gesamte Blut- und Nährstoffaustausch des Kindes an die Mutter gekoppelt ist.

Betrachten wir als Beispiel die Rhesusinkompatibilität. Sicher haben Sie von dem Rhesus-Faktor schon gehört. Hierbei handelt es sich um eine Blutgruppenbezeichnung, die dominant vererbt wird. Personen, die Rhesus-positiv sind, verfügen über ein spezielles Antigen D und Personen, die Rhesus-negativ sind, haben keine D-Antigene. Wenn Rhesus-negative Menschen Kontakt zu Rhesus-positivem Blut haben, bilden sie Antikörper gegen das Rhesus-positive Blut. Bei Schwangeren kann es sein, dass die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. Das bedeutet, dass die Mutter während der Schwangerschaft auf den Kontakt mit Rhesus-positivem Blut hin Antikörper bildet. Dieses schadet dem ersten Kind noch nicht. Wird die Mutter allerdings nochmals schwanger,  wieder mit einem Rhesus-positiven Kind, sind im mütterlichen Blut bereits die Antikörper vorhanden, um die Blutzellen des Kindes anzugreifen. Daraus kann sich ein lebensbedrohlicher Zustand für das Kind ergeben.

Zur Erkennung der Rhesusunverträglichkeit ordnen Ärzte bei den schwangeren Frauen ein Test auf irreguläre Antikörper an. Dafür entnehmen sie eine Blutprobe, die im Labor analysiert wird. Mit diesem einfachen Test können sie entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten.

Als Therapie verabreichen Ärzte der Mutter schon nach der ersten Schwangerschaft ein Serum, das kindliche Blutzellen im mütterlichen Blut tötet. So kommen die Antikörper gar nicht zum Einsatz. Die Rhesusinkompatibilität zwischen Mutter und Kind bleibt aber bis zur Geburt als Risikofaktor erhalten. Muss die Mutter beispielsweise vor der Geburt operiert werden oder entscheidet sich für eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung mit Nadel), kann es zu einer Vermischung der beiden Blutgruppen in größeren Mengen kommen, die die Antikörperreaktion auslösen kann. Aus diesem Grund werden diese Schwangerschaften besonders engmaschig überwacht.

Die Anzahl der Risikogeburten, deren besondere Leitung und Überwachung ärztlich angeordnet wurde (OPS-Code 9-261), ist in den letzten Jahren angestiegen. Während im Jahr 2010 noch 167.800 Frauen mit Risikoschwangerschaften in deutschen Kliniken behandelt wurden, lag die Zahl der Betroffenen im Jahr 2020 bei 177.061 Frauen. Besonders betroffen sind Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren.