Krankenhaus für Alkoholentzug
Ökumenisches Hainich Klinikum, ©Michael Fiegle/CC0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich am besten für einen Alkoholentzug? Hier sind einige Häuser gelistet, die eine Behandlung mit hoher Qualität anbieten.

Das Feierabendbier, ein Glas Wein zum Abendessen oder auf der Party am Wochenende: für viele Menschen gehört Alkohol zum Alltag dazu. In Deutschland trinken etwa 20 Prozent der Erwachsenen mehr Alkohol als empfohlen. Größere Mengen Alkohol können schnell zu einer Alkoholabhängigkeit führen, die schädlich für den Körper ist und behandelt werden sollte.

Wenn der Alkoholkonsum Überhand nimmt und krankhaft wird, hilft manchmal nur noch eine Entzugsbehandlung. Alle unten genannten Kliniken sind auf solch eine Behandlung spezialisiert und bieten eine Therapie durch erfahrene Ärzte an.

Top Kliniken für Alkoholentzug

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2019) 
Ökumenisches Hainich KlinikumMühlhausen1557
GFO Kliniken Niederrhein - Betriebsstätte St. CamillusDuisburg1411
Vinzenz von Paul HospitalRottweil1147
kbo-Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen (Vils)Taufkirchen1140
LWL-Klinik DortmundDortmund1131
Vivantes Klinikum SpandauBerlin1130
Psychosomatische Klinik Bergisch GladbachBergisch Gladbach1125
Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide - Klinik MarienheideMarienheide1120
Vivantes Klinikum KaulsdorfBerlin1054
Alexianer AachenAachen1013
Alexianer Krefeld - Krankenhaus Maria-HilfKrefeld978
Vivantes Klinikum Am UrbanBerlin976
Universitätsmedizin RostockRostock975
Sächsisches Krankenhaus AltscherbitzSchkeuditz904
Sächsisches Krankenhaus GroßschweidnitzGroßschweidnitz873
Städtisches Klinikum GörlitzGörlitz780
SHG-Kliniken VölklingenVölklingen762
Helios Fachkliniken HildburghausenHildburghausen744

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit der Entzugsbehandlung für Alkoholkranke (OPS 9-647), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen dieses Erkrankung überdurchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Hohe Patientensicherheit! Krankenhauskeime sind ein Gesundheitsrisiko. In allen gelisteten Kliniken wird ein mindestens durchschnittlich großer Wert auf die Patientensicherheit gelegt.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine mindestens durchschnittliche Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.

Fakten zum Alkoholentzug

Alkohol in Maßen zu konsumieren, ist unbedenklich. Bei größeren Mengen jedoch können die Trinkgewohnheiten schnell ungesund werden. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sollten Frauen höchstens 12 Gramm Alkohol (ein kleines Bier oder ein kleines Glas Wein) und Männer höchstens 24 Gramm Alkohol (zwei kleine Bier oder ein großes Glas Wein) pro Tag trinken. Außerdem sollte an mindestens zwei Tagen pro Woche auf Alkohol verzichtet werden, damit eine Gewöhnung vermieden wird.

Der Alkoholkonsum wird dann problematisch, wenn diese Grenzwerte überschritten werden und der Konsum zu einer krankhaften Gewohnheit wird. Zu den Symptomen einer Alkoholabhängigkeit zählen beispielsweise das starke Verlangen nach immer mehr Alkohol, der Verlust am Interesse an anderen Dingen, die Vernachlässigung von Verpflichtungen, der Kontrollverlust über das Trinkverhalten oder Entzugserscheinungen wie Zittern oder Angst, wenn kein Alkohol konsumiert wird.

Um sein Trinkverhalten besser zu kontrollieren und gar nicht erst eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln, sollte man seine Trinkmengen und -gewohnheiten kennen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat dazu eine App entwickelt, mit der man ein „Trinktagebuch“ führen kann. Ein risikoarmer Alkoholkonsum kann auch bedeuten, Situationen zu vermeiden, in denen man leicht zum Trinken verleitet wird.

In Deutschland gibt es ca. 1400 kostenlose Beratungsstellen für Abhängige und Gefährdete. Sie helfen dabei, festzustellen, ob man ein Alkoholproblem hat und bieten professionelle Unterstützung. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, wo Kontakte zu weiteren betroffenen Personen geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Bei einer schweren Alkoholabhängigkeit sollte der oder die Betroffene einen Alkoholentzug in einer entsprechenden Einrichtung in Anspruch nehmen. Ein „kalter“ Entzug, also der plötzliche Alkoholentzug ohne ärztliche Begleitung, kann ernsthafte Komplikationen wie Krampfanfälle auslösen. Deswegen ist ärztliche Beratung dringend notwendig.

Eine Entzugsbehandlung zielt darauf ab, den Körper von dem Suchtstoff zu befreien. Dieser körperliche Entzug kann in einem kurzen Zeitraum von wenigen Wochen erfolgen. Bei Bedarf findet die Behandlung auch mithilfe von Medikamenten statt. Eine stationär-psychiatrische Behandlung sollte parallel dazu stattfinden. Diese dient zur Behandlung von psychischen und körperlichen Begleit- und Folgeerkrankungen sowie der Unterstützung bei sozialen Problemen.

Nach der körperlichen Entwöhnung kann auch ein psychischer Entzug in der Form einer Langzeittherapie folgen. Dabei steht die psychologische Behandlung der Abhängigkeit im Vordergrund, zum Beispiel durch den regelmäßigen Besuch einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe.