Sollte ich mir bei Arthrose beide Knie gleichzeitig operieren lassen? Wann ist ein Knorpelaufbau sinnvoll? Und warum klickt mein Knie nach der Implantation der Prothese? Dr. med. Thorsten Gehrke, Ärztlicher Direkter der Endoklinik Hamburg, ist Kniespezialist. Im vergangenen Jahr wurden in der Endoklinik über 2.500 Knieprothesen eingesetzt. Im Interview geht er auf zentrale Aspekte rund um die Knieprothesen-Operation ein.

Einseitige oder beidseitige Operation?

Obwohl Arthrose oft in beiden Knien auftritt, ist die einseitige Implantation der Regelfall. Eine gleichzeitige Operation beider Knie kommt nur für junge (unter 60–65 Jahre) und ansonsten gesunde Patienten infrage. Für die meisten gilt: „In aller Regel aber empfiehlt man den Patienten erst die eine Seite operieren zu lassen und dann die andere“, sagt Gehrke. Man operiert zuerst das stärker schmerzende Knie, um dem Patienten wieder ein stabiles Standbein zu verschaffen. Wenn dieses Knie ausgeheilt ist, kommt das andere dran.

OP mit Roboter – ja oder nein?

„Ich glaube persönlich dass ein guter erfahrener Operateur durch nicht zu ersetzen ist, auch nicht durch einen Roboter“, sagt Gehrke. Die Erfahrung und das manuelle Geschick des Chirurgen seien das entscheidende Maß. Noch hätte er keine Langzeitdaten gesehen, die eine Überlegenheit des OP-Roboters zeigen würden. Um hier weiterzukommen, wird an der Endoklinik jetzt auch eine Studie gestartet, mit der die Effektivität des Knie-Roboters bewertet wird.


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Wie geht es Patientinnen und Patienten nach der OP?

Nach der etwa ein- bis anderthalbstündigen Operation erfolgt die Mobilisation sehr schnell, oft noch am selben Tag. Das Ziel ist ein „Aha-Effekt“, wenn der Patient erste schmerzfreie Schritte macht. Dennoch braucht die Heilung Geduld: „Ein Knie braucht drei bis sechs Monate bis es wieder so richtig als eigenes Gelenk angenommen ist“, sagt Gehrke.
Einige Patienten bemerken anfangs ein Klicken oder Klackern im Gelenk. „Das klackert und klickt im Kniegelenk“, sagt Gehrke. „Das tut nicht weh, ist aber natürlich schon ein bisschen unangenehm.“ Die Geräusche würden meist nach einem halben bis einem Jahr verschwinden, sobald die Muskulatur das Gelenk wieder fester stabilisiert.

Langzeiterfolg und Rehabilitation

Die Zufriedenheitsrate der operierten Patientinnen und Patienten liege bei etwa 90 Prozent, sagt Gehrke. In Bezug auf die Rehabilitation rät er eher zu einer ambulanten Reha, da sie oft intensiver ist und im häuslichen Umfeld stattfindet. Eine stationäre Reha empfiehlt er vor allem älteren, alleinstehenden oder mehrfach erkrankten Patientinnen und Patienten.


Wollen Sie mehr über die Knie-TEP-Operation erfahren? Im unten verlinkten Artikel schätzen Ärztinnen und Ärzte die Haltbarkeit der Knieprothese ein. 

Wie lange hält eine Knieprothese?