
Darmkrebs, Hämorrhoiden oder Polypen – obwohl kaum jemand darüber spricht, leiden viele Menschen an Verdauungsproblemen. Bei manchen sind die Beschwerden so schlimm, dass operiert werden muss. Mit rund 381.500 OPs im Jahr 2024 ist die Darmoperation der häufigste chirurgische Eingriff in Deutschland.
Wann ist eine Darm-OP notwendig?
Grundsätzlich gilt: Eine Operation des Darms ist nur dann notwendig, wenn die jeweilige Erkrankung nicht durch eine Umstellung der Ernährung, durch die Einnahme von Medikamenten oder durch andere Maßnahmen behandelt werden kann. Deshalb steht vor jeder Operation auch das ausführliche Gespräch mit dem behandelnden Arzt an. Gegebenenfalls ist es ratsam, sich eine Zweitmeinung einzuholen. Diese Zeit hat man natürlich nur bei einer geplanten Operation. Es gibt auch Notfälle. Bei einem Darmverschluss oder einen Durchbruch muss so schnell wie möglich operiert werden.
2 Beispiele für geplante Operationen
Polypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die in das Innere des Darms hineinragen. Wenn sie entarten, sprich bösartig werden, kann ein Krebstumor entstehen. Deshalb werden Polypen in der Regel entfernt, meistens endoskopisch im Rahmen einer Darmspiegelung. Eine chirurgische Operation ist nötig, wenn ein Polyp sehr groß ist, nicht vollständig endoskopisch entfernbar ist oder ein Krebsverdacht besteht.
Bei einer Divertikelentzündung ist normalerweise keine Operation erforderlich. Divertikel sind Ausstülpungen im Dick- oder Dünndarm. Sie treten vor allem dort auf, wo der Dickdarm eine S-förmige Biegung macht (Sigma). Bei einer unkomplizierten Divertikulitis wird heute häufig konservativ behandelt. Patientinnen und Patienten stellen ihre Ernährung auf flüssige oder leichte Kost um und schonen sich körperlich. Antibiotika werden eher bei komplizierten Verläufen eingesetzt. Nur wenn Komplikationen wie ein Darmverschluss auftreten, entscheiden sich die Ärztinnen und Ärzte für eine Operation.
Vorbereitung und Verlauf einer Operation
Eine Erkrankung des Darms, die sehr häufig eine Operation erfordert, ist Dickdarmkrebs, fachsprachlich Kolonkarzinom. Dickdarmkrebs wird durch bösartige Tumore der Dickdarm-Schleimhaut verursacht. Insbesondere Menschen im höheren Lebensalter leiden an dieser Erkrankung. Laut Leitlinie, an der sich Ärzte in Deutschland orientieren, sind derzeit mehrere Operationsverfahren bei Patienten mit Dickdarmkrebs zulässig, wobei zwei häufig angewendet werden:
Bei der Laparotomie öffnen die Chirurgen den Bauchraum durch einen Schnitt und entfernen die Tumorzellen zusammen mit einem Randsaum aus gesundem Gewebe.
Bei der Schlüssellochtechnik, der sogenannten Laparoskopie, machen die Chirurgen mehrere kleine Schnitte, durch die sie chirurgische Instrumente, eine Kamera und eine Lichtquelle in den Bauchraum einführen. Diese OP-Technik erfordert viel handwerkliches Geschick. Deshalb wird sie nur von sehr erfahrenen Chirurgen durchgeführt.
In den Wochen vor der Operation finden klärende Gespräche mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten statt. Der Chirurg oder die Chirurgin leitet später im Operationssaal die OP, Anästhesisten sind für die Narkose zuständig.
In den Tagen vor dem Eingriff erfolgen verschiedene Voruntersuchungen, um mögliche Risiken durch Narkose und Operation auszuschließen. Am Tag der OP darf man einige Stunden vor der Narkose nichts mehr essen und trinken. Oft bekommt man am Vorabend auch Medikamente, damit man besser schlafen kann.
3 Schritte zur Darmoperation
Nach der OP kommt die Reha
Wie lange dauert es, bis man nach einer Darmoperation wieder fit ist? Die Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an. Je nachdem, in welcher gesundheitlichen Verfassung man vorher war, wie die Operation verlaufen ist und welcher Darmabschnitt entfernt wurde, variiert die Genesungsdauer. Oft ist nach einer Darmoperation auch die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll.
In der Rehaklinik wird den Patienten ein individuelles „Genesungs-Paket“ geschnürt. Sie können Angebote wie Physiotherapie, Bewegungstraining, eine Ernährungsberatung und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Ziel der Reha-Maßnahmen ist es, jüngeren Erkrankten die schnelle Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Ältere Patienten sollen ihre Selbstständigkeit zurückerlangen.
So viel zahlen Patienten
Was kostet eine Darmoperation in Deutschland? Auch diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, weil die Behandlungskosten individuell festgelegt werden. Aber es gibt einen Katalog, der die Preise für die verschiedenen vorgenommenen Prozeduren enthält, den sogenannten Fallpauschalenkatalog. Wenn Buchhalter in Kliniken Behandlungskosten abrechnen, dann orientieren sie sich an diesem Katalog.
Kosten von Darmoperationen bei verschiedenen Krankheiten*
Wichtig: Die obigen Fallpauschalen bilden die Abrechnung zwischen Krankenhaus und Krankenkasse ab. Wenn Sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind, müssen Sie in der Regel nur eine kleine Zuzahlung leisten.
Ein Beitrag von Lukas Hoffmann
Erstpublikation des Artikels: 28.08.2020; letzte Überarbeitung: 12.02.2026



























