Gebäude der St. Vincentius-Kliniken (Standort Steinhäuserstraße); Foto: KAffee76133/CC0

Welche Kliniken sind die besten bei Gallenleiden in Deutschland? Hier sind einige herausragende Fachkliniken gelistet. 

Die Entfernung der Gallenblase ist in Deutschland ein Routineeingriff, der im Jahr über 200.000 Mal durchgeführt wird. Häufig erfolgt die Operation mithilfe der Schlüsselloch-Chirurgie, der sogenannten Laparoskopie. Dabei setzt der Chirurg mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke des Patienten, um das Endoskop und Operationsgeräte in den Bauch einzuführen. Da sich am Ende des Endoskops eine winzige Kamera befindet, kann der Chirurg von außen unter videoendoskopischer Sicht im Bauchraum operieren. Der Eingriff ist schonend, in der Regel können Patienten am zweiten Tag nach der Operation wieder nach Hause.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Häuser in Deutschland sind auf Gallenblasen-Operationen spezialisiert. Neben einer hohen Patientenzufriedenheit und einer geringen Komplikationsrate verfügen alle unten genannten Kliniken über ärztliches Personal, das große Erfahrung mit Gallenblasen-OPs hat.

Die besten Kliniken für Gallenblasen-Operationen

KrankenhausBehandlungsfälleZufriedenheit (Anzahl der Patienten in Prozent)Komplikationen im Krankenhaus
St. Vincentius Kliniken Karlsruhe81587 %sehr gute Qualität
Marienhospital Stuttgart65884 %sehr gute Qualität
Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen56787 %sehr gute Qualität
Städtisches Klinikum Lüneburg56186 %sehr gute Qualität
DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover56091 %sehr gute Qualität
Krankenhaus Salem der Evang. Stadtmission Heidelberg48188 %sehr gute Qualität
Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen48085 %sehr gute Qualität
Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg46986 %sehr gute Qualität
RoMed Klinikum Rosenheim45084 %sehr gute Qualität
Klinikum Fürth44784 %sehr gute Qualität
TUM Klinikum Rechts der Isar München41784 %sehr gute Qualität
Alb-Donau Klinikum Blaubeuren41387 %sehr gute Qualität
Universitätsklinikum Freiburg38987 %sehr gute Qualität
Klinikum Osnabrück36883 %sehr gute Qualität
Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen36383 %sehr gute Qualität
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt am Main35485 %sehr gute Qualität
Klinikum Passau35187 %sehr gute Qualität
Klinikum St. Elisabeth Straubing34786 %sehr gute Qualität
Klinikum Memmingen33985 %sehr gute Qualität
Klinikum Kaufbeuren33384 %sehr gute Qualität
Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar32384 %sehr gute Qualität
BG Unfallkrankenhaus Berlin32086 %sehr gute Qualität
Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg31488 %sehr gute Qualität
DONAUISAR Klinikum Deggendorf31084 %sehr gute Qualität
Diak Klinikum Landkreis Schwäbisch Hall30684 %sehr gute Qualität
Luisenhospital Aachen30383 %sehr gute Qualität
Städtisches Klinikum Dresden - Standort Friedrichstadt28986 %sehr gute Qualität
Ketteler Krankenhaus Offenbach28386 %sehr gute Qualität
Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg Obernkirchen28183 %sehr gute Qualität
Johanna-Etienne-Krankenhaus Neuss28183 %sehr gute Qualität
Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg Georgsmarienhütte26787 %sehr gute Qualität
Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende26087 %sehr gute Qualität
Sana Kliniken Leipziger Land - Klinikum Borna26087 %sehr gute Qualität
Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz - Standort Forchheim25884 %sehr gute Qualität
St.-Johannes-Hospital Dortmund25883 %sehr gute Qualität
Krankenhaus Winsen (Luhe)25684 %sehr gute Qualität
Klinikum Ernst von Bergmann - Standort Potsdam25185 %sehr gute Qualität
Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim25085 %sehr gute Qualität
Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel24784 %sehr gute Qualität
Elblandklinikum Meißen24784 %sehr gute Qualität
Helios Klinikum Meiningen24785 %sehr gute Qualität
St. Vinzenz Hospital Dinslaken24783 %sehr gute Qualität
St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort24583 %sehr gute Qualität
Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Marburg24184 %sehr gute Qualität
Klinikum Landkreis Tuttlingen23888 %sehr gute Qualität
Krankenhaus Agatharied Hausham23687 %sehr gute Qualität
St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen23486 %sehr gute Qualität
Krankenhaus Friedberg23283 %sehr gute Qualität
Klinikum Frankfurt Höchst Frankfurt am Main22983 %sehr gute Qualität
Heidekreis-Klinikum - Krankenhaus Walsrode22783 %sehr gute Qualität

Per Mouseover wird Ihnen der Name des Klinikums angezeigt

So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit der operativen Entfernung der Gallenblase (OPS 5-511). Es wurden jene Häuser gelistet, in denen dieser Eingriff im Jahr 2024 mindestens durchschnittlich häufig vorgenommen wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Kliniken dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten.
  • Gute OP-Sicherheit! Manchmal kommt es bei der Entfernung von Gallenblasen zu Blutungen, weil Blutgefäße oder andere Organe während des Eingriffs verletzt werden. Andere selten vorkommende Komplikationen sind Infektionen oder ein Aufreißen der OP-Wunde. In den 50 oben gelisteten Kliniken kommen im deutschlandweiten Vergleich deutlich seltener Komplikationen vor. Dies zeigen Daten aus der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR), die von der AOK zusammen mit Partnern ausgewertet wurde. 
  • Hohe Zufriedenheit!
    Überdurchschnittlich viele Patientinnen und Patienten waren nach ihrem Aufenthalt in einer der oben aufgeführten Kliniken zufrieden (mindestens 83 Prozent). Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patientinnen und Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 400.000 Patientenbewertungen vor. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de.

Fakten zu Gallenblasen-OPs

Die Gallenblase kann entfernt werden, wenn sich Steine in der Gallenblase oder im Gallengang gebildet haben und sie starke und krampfartige Oberbauchschmerzen verursachen. Diese werden auch Koliken genannt. Sie entstehen, wenn die Steine den Gallenblasenausgang oder die Gallenblasenmündung in den Zwölffingerdarm blockieren.

Die Schmerzen kommen wellenartig und klingen nach etwa einer Stunde ab. Wenn der Gallengang blockiert ist, kann eine Gelbsucht (Ikterus) entstehen. In diesem Fall verfärben sich Haut und Augen von Betroffenen gelblich. Denn die Gallenflüssigkeit kann nicht abfließen und der gelbe Gallenfarbstoff aus Bilirubin sammelt sich im Blut an. Oftmals strahlen sie in den Rücken und in die rechte Schulter aus. Betroffene klagen auch über Übelkeit und Erbrechen.

Um festzustellen, ob sich Gallensteine im Gallengang befinden, wenden Ärzte eine sogenannte endoskopisch-retrograde Cholangiografie (ERC) an. Bei dieser speziellen Röntgenuntersuchung führen sie ein Endoskop über die Speiseröhren bis zum Zwölffingerdarm hinein. Hier mündet der Gallengang. Ein Kontrastmittel, der in den Gang gespritzt wird, macht die Steine auf dem Röntgenbild sichtbar. Sie können endoskopisch direkt entfernt werden.

Während kleinere Gallensteine eher als unbedenklich gelten, gibt es bei großen Steinen ein gesundheitliches Risiko. Denn große Gallensteine bringen ein erhöhtes Risiko für Gallenblasenkrebs mit sich. In Kombination mit einer sogenannten Porzellangallenblase, bei der die Gallenwand verkalkt ist, empfehlen Ärzte die vollständige Entfernung des Organs. Meisten ist die Entfernung der Gallenblase die einzige Therapiemöglichkeit, schmerzhafte Koliken langfristig vorzubeugen. Ob diese Operation bei Ihnen infrage kommt, hängt von Ihren Symptomen ab.

Die operative Entfernung der Gallenblase (OPS-Code 5-511) war im Jahr 2016 mit etwa 204.500 Operationen in Deutschland besonders hoch. In der Corona-Pandemie sank die Zahl der Operationen auf etwa 190.000 Eingriffe pro Jahr. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der operierten Personen wieder stark an, auf rund 207.000 Menschen. Menschen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren sind besonders häufig betroffen.