
Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung von Borderline? Hier sind die 50 größten Häuser gelistet.
Borderline zählt zu den Persönlichkeitsstörungen, die sich durch einen eher langfristigen Verlauf auszeichen. Bei einer Persönlichkeitsstörung äußern sich im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung bestimmte Muster verstärkt, beispielsweise bezüglich der Wahrnehmung, Bewertung oder Interaktion. Diese können im sozialen und beruflichen Umfeld zu Problemen führen. Die unten stehenden Kliniken sind auf die Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung spezialisiert.
Die größten Kliniken für Borderline
| Krankenhaus | Behandlungsfälle |
|---|---|
| Asklepios Klinik Nord - Standort Ochsenzoll Hamburg | 670 |
| Psychiatrieverbund Oldenburger Land - Karl-Jaspers-Klinik Bad Zwischenahn | 553 |
| Klinikum Nürnberg Nord | 534 |
| LVR Klinik Köln | 497 |
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 486 |
| Schön Klinik Bad Bramstedt | 429 |
| Vitos Klinikum Gießen-Marburg - Standort Gießen | 400 |
| LWL-Klinik Warstein | 381 |
| AMEOS Klinikum Osnabrück | 368 |
| Psychiatrisches Klinikum Lüneburg | 349 |
| kbo-Isar-Amper-Klinikum München Ost - Standort Haar | 341 |
| Zentral-Institut für Seelische Gesundheit Mannheim | 309 |
| LWL-Klinik Dortmund | 271 |
| LVR Klinik Bonn | 265 |
| Sächsisches Krankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Altscherbitz Schkeuditz | 262 |
| Schön Klinik Hamburg-Eilbek | 257 |
| Bezirkskrankenhaus Landshut | 253 |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 251 |
| Evangelisches Klinikum Bethel - Standort Gilead Bielefeld | 250 |
| LWL-Klinik Lengerich | 239 |
| Vivantes Klinikum Am Urban Berlin | 233 |
| Alexius/Josef Krankenhaus Neuss | 232 |
| Bezirksklinikum Regensburg | 232 |
| Christophsbad Göppingen | 227 |
| Asklepios Klinik Nord - Standort Wandsbek Hamburg | 222 |
| Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Kassel | 222 |
| LVR Klinik Düren | 221 |
| Fachklinikum Bernburg | 215 |
| LVR Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | 208 |
| Medizinische Hochschule Hannover | 207 |
| HELIOS Park-Klinikum Leipzig | 203 |
| Klinikum Bremen-Ost | 198 |
| Zentrum für Integrative Psychiatrie Kiel | 193 |
| Ökumenisches Hainich Klinikum Mühlhausen | 192 |
| Psychiatrisches Zentrum Nordbaden Wiesloch | 190 |
| Alexianer-Krankenhaus Aachen | 189 |
| Helios Fachklinik Schleswig | 184 |
| Psychiatries Krankenhaus Rickling | 180 |
| kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn | 178 |
| AWO Psychiatriezentrum Königslutter am Elm | 175 |
| St. Hedwig-Krankenhaus Berlin | 172 |
| Vivantes Klinikum Berlin Kaulsdorf | 169 |
| LGL Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde | 169 |
| Dr. Fontheim Liebenburg | 166 |
| AMEOS-Klinik Dr. Heines Bremen | 166 |
| Rheinhessen-Fachklinik Alzey | 166 |
| Zentrum für Psychiatrie Emmendingen | 166 |
| Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 165 |
| Zentrum für Integrative Psychiatrie Lübeck | 164 |
| Klinikum Schloß Winnenden - Zentrum für Psychiatrie Winnenden | 162 |
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So wurde die Klinikliste erstellt
In den dargestellten Kliniken haben Ärztinnen und Ärzte eine große Erfahrung mit der der Behandlung von Borderline (ICD F60.31). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2024 am häufigsten behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der TK entnommen.
Fakten zu Borderline
Nach dem Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung heute als eine Unterform der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung angesehen. Der Begriff „Borderline“ (Grenzlinie) rührt daher, dass die Störung im Übergangsbereich zwischen neurotischen und psychotischen Störungen angesiedelt wurde, da Symptome aus beiden Bereichen identifiziert wurden.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung äußert sich vor allem durch extreme Stimmungsschwankungen und stark belastete zwischenmenschliche Beziehungen. Es kann zu unerwarteten Handlungen kommen, deren Konsequenzen nicht bedacht werden. Auch das Gefühl von innerer Leere und Traurigkeit ist symptomatisch für das Syndrom. Das Selbst- und Fremdbild Betroffener ist sehr instabil. Beziehungen sind daher oft von Streit und der Angst, verlassen zu werden, geprägt. Auch Selbstverletzungen kommen beim Borderline-Syndrom vor.
Zu den Auslösern der Borderline-Störung zählen unter anderem eine genetische Veranlagung und traumatische Beziehungserfahrungen in der frühen Kindheit wie emotionale Vernachlässigung oder emotionaler und körperlicher Missbrauch. Eine Diagnose kann beispielsweise mit Hilfe des SCID-5-Tests gestellt werden. Dabei werden verschiedene Fragen zu Verhaltensmustern oder Beziehungen zu anderen Personen beantwortet. Ab einer bestimmten Punktzahl folgt ein Gespräch mit einem Therapeuten, der die Diagnose Borderline stellen kann.
Die Borderline-Diagnose wird im Krankenhaus bei den meisten Patientinnen und Patienten als Nebendiagnose gestellt. Andere psychische Erkrankungen, wie eine Depression, eine Ess- oder Angststörung, stehen oft im Vordergrund. Die meisten Betroffenen, die in der Klinik wegen Borderline behandelt werden, sind zwischen 15 und 29 Jahre alt, ca. 90% der Betroffenen sind weiblich. Im Jahr 2024 wurden etwa 19.500 Personen mit der Nebendiagnose „Borderline“ in Kliniken behandelt. Bei circa 300 Menschen wurde die Erkrankung als Hauptdiagnose gestellt.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehört vor allem die ambulante Psychotherapie in Einzel- oder Gruppen-Settings. Auch eine stationäre Behandlung ist möglich, diese dauert ca. 10 Wochen. In jedem Fall ist eine individuell zugeschnittene Therapie wichtig, die auf die Persönlichkeitsstruktur und die Probleme des Betroffenen abgestimmt ist. Das Therapie-Konzept der Dialektisch-Behavioralen Therapie beinhaltet beispielsweise Übungen zur äußeren und inneren Achtsamkeit und zielt darauf ab, selbstschädigende Verhaltensweisen zu verändern und die Lebensqualität zu verbessern.
































