
In welchen Kliniken haben Ärztinnen und Ärzte viel Erfahrung beim Einsetzen eines Hirnschrittmachers? Hier sind die 20 größten Krankenhäuser für diesen spezialisierten Eingriff gelistet.
Der Journalist Andreas Große Halbuer litt schon lange an Parkinson, bevor er sich für die Implantation eines Hirnschrittmachers entschied. Aber irgendwann ging es ihm selbst mit Medikamenten so schlecht, dass er keine andere Option mehr sah. „Der Effekt war durchschlagend“, erinnert er sich in seinem Buch an den Moment nach der OP. Er habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.
Bei der sogenannten Tiefenhirnstimulation (THS) bohren Neurologen mit einem Bohrer zwei Löcher in den Schädel, durch die anschließend Elektroden implantiert werden. Die Elektroden stimulieren die umliegenden Gehirnregionen, um Fehlfunktionen zu korrigieren. „Die THS ist eine sehr elegante Möglichkeit, die Kommunikation wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, sagt Lars Timmermann, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg, in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. Das Zittern der Hand, die Steifheit im Arm oder das Festkleben der Füße auf dem Boden verbessere sich oft sofort. Neben Morbus Parkinson, kann die THS auch bei anderen Krankheiten, wie dem Essentiellen Tremor, Dystonien, Epilepsie, Zwangsstörungen oder einem Tourette-Syndrom helfen.
Viele Patienten sorgen sich dennoch vor dem Eingriff. Denn wenn die Elektroden versehentlich an der falschen Stelle implantiert werden, können sie Depressionen, manisches Verhalten oder Krämpfe verursachen. Inzwischen wurden bei der Implantation des Hirnschrittmachers aber große Fortschritte erzielt.
Früher hätten die Ärzte nie so richtig gewusst, wo sie die Elektroden genau platzieren sollen, sagt Timmermann in dem SZ-Artikel. „Es war, als würde man mit dem Falk-Plan durch Berlin navigieren. Es brauchte schon viel Erfahrung, um in der richtigen Straße anzukommen.“ Doch inzwischen gibt es Softwareprogramme, die ihm und seinen Kollegen in 3D anzeigen, welche Hirnareale sie bei der Operation meiden und welche sie treffen müssen.
Dennoch gilt: Wer sich nach dem Abwägen des Für und Wider für eine Operation entscheidet, sollte eine Klinik auswählen, in der erfahrene Neurologen für THS arbeiten. In der Tabelle unten sind die 20 größten Kliniken für diese OP-Methode (OPS: 5-028.9) gelistet. Im Jahr 2024 erhielten insgesamt 875 Patientinnen und Patienten in Deutschland einen Hirnschrittmacher.
Die 20 größten Kliniken für THS
| Klinik | Operationen |
|---|---|
| Universitätsklinikum Köln | 76 |
| St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen | 53 |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 53 |
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 51 |
| Universitätsklinikum Würzburg | 50 |
| Universitätsklinikum Bonn | 46 |
| Universitätsklinikum Freiburg | 37 |
| Klinikum der Universität München (LMU Klinikum) | 35 |
| Universitätsklinikum Düsseldorf | 34 |
| Universitätsklinikum Magdeburg | 30 |
| Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Kiel) | 29 |
| Universitätsmedizin Göttingen | 28 |
| Universitätsklinikum Tübingen | 25 |
| Universitätsklinikum Marburg | 24 |
| Schön Klinik Vogtareuth | 24 |
| Universitätsklinikum Augsburg | 23 |
| Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden | 23 |
| Universitätsmedizin der Johannes Gutetenberg Universität Mainz | 22 |
| Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck) | 20 |
| Universitätsklinikum Münster | 18 |






























