Rehaklinik für Neurologie
Neurologisches Rehabilitationszentrum Godeshöhe, ©Wistula/CC0

Welche Rehakliniken in Deutschland eignen sich am besten für die Behandlung einer neurologischen Erkrankung oder nach einem neurochirurgischen Eingriff? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.

Die neurologische Reha zielt darauf ab, Menschen mit einer neurologischen Erkrankung, also einer Störung des Nervensystems, oder Patienten nach einem neurochirurgischen Eingriff zu unterstützen. Nach einer Operation wegen eines Hirntumors beispielsweise verbringen die Patienten anschließend mehrere Wochen in einer Rehaklinik.

Eine neurologische Erkrankung wie ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung hat oft den Verlust alltäglicher Kompetenzen, wie die Fähigkeit sich fortzubewegen oder zu sprechen, zur Folge. Die neurologische Rehabilitation hilft dem Patienten mit zielgerichteten Maßnahmen dabei, diese Probleme zu beheben und in den Alltag zurückzukehren. Neben wichtigen Maßnahmen wie der Physiotherapie oder Logopädie bieten die meisten Rehakliniken auch psychische Unterstützung und eine Sozialberatung an.

Die besten Rehakliniken für Neurologie

RehaklinikBettenanzahlStadt  
Vamed Rehaklinik Damp790Damp
MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr460Essen
Klinik Bavaria Kreischa370Kreischa
Neurologisches Rehabilitationszentrum Godeshöhe350Bonn
Medical Park Berlin Humboldtmühle306Berlin
Moritz Klinik302Bad Klosterlausnitz
Kliniken Schmieder Heidelberg300Heidelberg
Kliniken Schmieder Allensbach280Allensbach
Vamed Klinik Hattingen274Hattingen
Vamed Klinik Hagen-Ambrock250Hagen
Kliniken Schmieder Konstanz240Konstanz
Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof160Bad Wildbad
Vamed Klinik Hohenstücken155Brandenburg
BDH-Klinik Braunfels138Braunfels
Schön Klinik Bad Aibling123Bad Aibling
Schön Klinik Vogtareuth70Vogtareuth
Epilepsie-Zentrum Bethel, Krankenhaus Mara35Bielefeld

Der Name der Rehaklinik wird per Mouseover angezeigt

So wurde die Rehaklinik-Liste erstellt

  • Focus Auszeichnung! Das große deutsche Wochenmagazin DER FOCUS zeichnet jedes Jahr die beste Reha-Kliniken aus. Alle gelisteten Häuser sind laut der Reha-Klinikliste 2021 auf Neurologie spezialisiert und werden von Ärzten überdurchschnittlich häufig empfohlen.
  • Zertifikate! Stationäre Rehakliniken sind verpflichtet, sich zertifizieren zu lassen. Alle oben gelisteten Häuser besitzen das Zertifikat einer offiziellen Stelle, zum Beispiel der Deutsche Rentenversicherung Bund (QMS Reha) oder TÜV Süd oder TÜV Nord (system QM).
  • Umfassende Hilfe! Gerade bei der Rehabilitation ist es wichtig, dass sich Experten verschiedener Fachbereiche um den Patienten kümmern, zum Beispiel Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Sporttherapeuten. In allen oben gelisteten Kliniken arbeitet ein interdisziplinäres Team, mit Experten aus mindestens fünf Fachbereichen.
  • Begleitperson! Für viele Menschen ist es wichtig nach einer schweren Operation eine nahestehende Person bei sich zu wissen. Deshalb sind oben in der Liste nur Rehakliniken aufgeführt, in denen eine Begleitperson gestattet ist.

Behandlungsprogramm in der neurologischen  Rehabilitation

Die neurologischen Rehabilitationseinrichtungen orientieren sich bei ihren Behandlungsprogramme an der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF), auf Deutsch übersetzt: der Internationalen Klassifizierung von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.

Diese Klassifizierung wurde von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben und ermöglicht den Ärzten die genaue Beschreibung der individuellen Gesundheitssituation der Patienten und damit auch die Auswahl eines für Sie geeigneten Therapiekonzepts. Um die definierten Therapieziele zu erreichen, haben die Fachärzte ein Phasenprogramm entwickelt, das aus sieben Stufen von A bis F besteht.

Die einzelnen Stufen sind unterschiedlich lang, je nach Patientensituation können sie auch ganz wegfallen. Sie beginnen bei Ihrer Operation (A) und enden, wenn sie Ihren Alltag wieder selbstständig meistern können (Phase D bis E). In der Phase F entscheiden dann die Ärzte, ob Sie möglicherweise unterstützende Langzeitpflege benötigen.

In der Reha-Klinik stehen den Ärzten verschiedene Therapiekonzepte zur Verfügung, zum Beispiel:

  • Bobath-Konzept: Dieses wird häufig bei Schlaganfall-Patienten angewendet. Im Vordergrund steht hier die Fähigkeit der gesunden Hirnareale die Funktionen der beschädigten Hirnregionen zu übernehmen. Denn unser Nervensystem kann bei richtiger Stimulation und entsprechendem Training neue Nerven-Netzwerke bauen, die die alten ersetzen können. So können motorische Defizite in gewissen Maßen ausgeglichen werden.
  • Transkutane elektrische Neurostimulation (TENS): Die Ärzte kleben Hautelektroden auf Stellen in Körper, die chronische Schmerzen verursachen. Die verschiedenen Stromstärken und Frequenzen erzielen eine entspannende Wirkung, Schmerzen werden so gelindert.
  • Constraint-induced movement therapy (CIMT): Diese Therapie wird  gemäß ihres Erfinders auch als Taub’sches Training bezeichnet. Ärzte lassen die Betroffenen zwei Wochen an der gesunden Hand einen Handschuh tragen. Damit wird gefördert, dass die schwächere Hand für Alltagsaufgaben benutzt wird. Zusätzlich erhalten Sie mehreren Tagen in der Woche ein mehrstündiges physiotherapeutisches Training. Das Resultat: Patienten mit Teillähmungen an Armen und Fingern weisen eine deutlich größere Bewegungsfreiheit auf als vor der Therapie.

Verschiedene erprobte Konzepte und medizinische Instrumente sollen Ihnen wieder ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen. Daher ist eine frühe Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen wichtig!