
Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung von Harnblasenkrebs? Hier sind einige empfehlenswerte Häuser gelistet.
Ein Harnblasenkarzinom entsteht in der Harnblasenschleimhaut und kann sich, wenn es nicht frühzeitig erkannt wird, über das Organ hinweg ausbreiten. Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Zu den Risikofaktoren zählt das Rauchen und der Kontakt mit bestimmten Chemikalien. Ein zunehmendes Alter begünstigt die Erkrankung zudem.
Die Behandlung von Harnblasenkrebs hängt vom Tumorstadium ab. Ist der Tumor noch nicht in die Muskelschicht der Blase eingedrungen, kann er operativ entfernt werden. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kommt neben der vollständigen Entfernung der Harnblase auch eine Chemo- und Strahlentherapie in Frage. Alle unten gelisteten Kliniken bieten diese Therapien mit hoher Behandlungsqualität an.
Angegeben ist: wie viele Patienten und Patientinnen in der jeweiligen Klinik im Jahr 2024 wegen Harnblasenkrebs behandelt wurden, ob die Klinik ein Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft hat und wie viel Prozent der Patienten und Patientinnen das Krankenhaus für eine Behandlung weiterempfehlen würden. Weiter unten im Artikel wird erklärt, woher die Daten kommen.
38 Kliniken für Harnblasenkrebs
| Klinik | Behandlungsfälle | Patientenbewertung | Zertifikat |
|---|---|---|---|
| Marien Hospital Herne - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum | 1095 | 83 % | Ja |
| Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden | 732 | 89 % | Ja |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 717 | 85 % | Ja |
| Barmherzige Brüder Krankenhaus München | 636 | 88 % | Ja |
| Universitätsklinikum Tübingen | 570 | 87 % | Ja |
| Urologische Klinik München - Planegg | 553 | 89 % | Ja |
| Diakonie-Klinikum Stuttgart | 543 | 89 % | Ja |
| Augusta-Kranken-Anstalt Bochum | 536 | 87 % | Ja |
| Klinikum Leverkusen | 535 | 83 % | Ja |
| Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg | 487 | 88 % | Ja |
| Ammerland-Klinik Westerstede | 472 | 87 % | Ja |
| Klinikum Oldenburg | 467 | 84 % | Ja |
| Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier | 455 | 85 % | Ja |
| TUM Klinikum Rechts der Isar München | 436 | 84 % | Ja |
| Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 434 | 83 % | Ja |
| Universitätsmedizin Rostock | 423 | 86 % | Ja |
| Klinikum Fürth | 417 | 84 % | Ja |
| Johanniter Krankenhaus Oberhausen | 414 | 83 % | Ja |
| Helios Klinikum Bad Saarow | 404 | 84 % | Ja |
| Universitätsklinikum Leipzig | 387 | 87 % | Ja |
| Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift | 379 | 87 % | Ja |
| Klinikum Kassel | 372 | 83 % | Ja |
| Universitätsklinikum Ulm | 370 | 84 % | Ja |
| St. Georg Klinikum Eisenach | 358 | 87 % | Ja |
| Katholisches Krankenhaus "St. Johann Nepomuk" Erfurt | 347 | 90 % | Ja |
| Universitätsklinikum Würzburg | 347 | 87 % | Ja |
| Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital | 342 | 83 % | Ja |
| Universitätsmedizin Greifswald | 334 | 86 % | Ja |
| Universitätsmedizin Göttingen | 327 | 86 % | Ja |
| Universitätsklinikum Heidelberg | 319 | 86 % | Ja |
| Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar | 309 | 84 % | Ja |
| Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl - Standort Offenburg | 299 | 84 % | Ja |
| Universitätsklinikum Freiburg | 264 | 87 % | Ja |
| Medizinische Hochschule Hannover | 207 | 84 % | Ja |
| Universitätsklinikum Jena - Standort Jena-Lobeda | 207 | 86 % | Ja |
| Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Gießen | 151 | 84 % | Ja |
| Universitätsklinikum Erlangen | 82 | 87 % | Ja |
| Universitätsklinikum Regensburg | 12 | 86 % | Ja |
Kliniken für Harnblasenkrebs nach Region
Bundesländer: Baden-Württemberg · Bayern · Hessen · Niedersachsen · Nordrhein-Westfalen · Thüringen
Städte und Umgebung: Bochum · Erfurt · Essen · München · Stuttgart
Aufgeführt sind Bundesländer mit mindestens drei Einrichtungen aus der bundesweiten Liste sowie Städte, in deren Umkreis von 50 Kilometern mindestens drei dieser Einrichtungen liegen.
Der Name der Klinik wird in der Karte angezeigt
So wurde die Klinikliste erstellt
- Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Harnblasenkrebs (ICD C67), weil nur Häuser besichtigt wurden, in denen Patienten mit Harnblasenkrebs mindestens durchschnittlich häufig behandelt wurden. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Kliniken dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Informationen zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem TK-Klinikführer entnommen.
Quelle: TK-Klinikführer - Hohe Zufriedenheit!
Überdurchschnittlich viele Patienten waren nach ihrem Aufenthalt in einer der oben aufgeführten Kliniken zufrieden (mindestens 83 Prozent). Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 400.000 Patientenbewertungen vor. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de.
Quelle: AOK-Krankenhausatlas und Klinikbewertungen.de - Zertifizierungen! Wenn ein Klinikum zertifiziert wurde, heißt dies sogleich, dass spezialisierte Ärzte im Klinikum arbeiten und das notwendige Equipment für eine Behandlung zur Verfügung steht. Alle oben gelisteten Häuser sind von der Deutschen Krebsgesellschaft als Harnblasenkrebszentrum zertifiziert.
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.
Fakten zu Harnblasenkrebs
Die Symptome von Blasenkrebs sind meist uneindeutig. Betroffene leiden an Beschwerden wie Müdigkeit, einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit, Schlaflosigkeit, Fieber oder einer ungewollten Gewichtsabnahme. Manche Patienten klagen außerdem über häufigen Harndrang, Blut im Urin und Schmerzen bei der Blasenentleerung. Deshalb müssen Ärzte bei der Suche nach Gründen andere Krankheiten ausschließen.
Als häufige Ursache für Blasenkrebs gilt das Rauchen. Denn die krebserregenden Substanzen gelangen über die Atemwege ins Blut und über das Blut in die Nieren. Die Nieren reinigen das Blut von Stoffwechselprodukten, die der Körper nicht weiter abbauen kann. Diese werden über den Urin ausgeschieden. Somit gelangen auch krebserzeugende Substanzen aus den Zigaretten in die Harnblase und führen zu bösartigen Veränderungen in der Blasenwand. Auch andere Krankheiten, wie eine chronische Blasenentzündung, können die Entstehung von Harnblasenkrebs begünstigen.
Zur Erkennung von Blasenkrebs lassen die Ärzte eine Urinprobe im Labor auf bösartige Zellen untersuchen. Diese können sich von der Blasenwand lösen und über die Harnflüssigkeit den Körper verlassen. Außerdem können bestimmte Marker auf eine Krebserkrankung in den Harnwegen hindeuten. Bei Verdacht auf Blasenkrebs führen die Ärzte eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durch. Während dieser Untersuchung können sie die Blasenwand von innen betrachten und Gewebeproben entnehmen. Diese werden im Labor ebenfalls auf bösartige Zellen untersucht. Wenn sich der Verdacht auf Blasenkrebs bestätigt, ordnen Ärzte eine Röntgenuntersuchung oder Computertomografie an, um Metastasen auszuschließen.
Die Therapiemöglichkeiten von Harnblasenkrebs hängen vom Krankheitsstadium, der Tumorgröße und der Lokalisation des Tumors ab. In den meisten Fällen ist der Tumor oberflächlich und kann endoskopisch entfernt werden. Im fortgeschrittenen Stadium müssen Teile der Harnblase und der Harnröhre entfernt werden. Dann legen Ärzte einen künstlichen Harnausgang mit Gewebe aus dem Dünndarm an. Auf die Operation kann dann noch eine Chemo-, Strahlen- oder Immuntherapie folgen.
Die Anzahl der Diagnosen mit bösartigen Neubildungen in der Harnblase (ICD-Code C67) ist in den letzten Jahren gestiegen. Während im Jahr 2010 noch 96.302 Personen mit dieser Erkrankung in deutschen Kliniken behandelt wurden, lag ihre Zahl im Jahr 2024 bei rund 102.000 Personen. Menschen von 65 bis 84 Jahren sind besonders häufig betroffen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt fünf Tage.
































