Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, Trier
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, Trier, ©Raimond Spekking/CC BY-SA 4.0

Welche Kliniken eignen sich für die Behandlung von ADHS? Hier sind die 50 größten Häuser gelistet.

Die Aufmerksamkeitsdefizit– und Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, bezeichnet eine psychische Störung, die meist im Kindesalter auftritt. Es wird davon ausgegangen, dass genetische Veranlagung und äußere Einflüsse als Ursachen zusammenspielen. Kinder mit ADHS haben große Konzentrationsprobleme, sind impulsiv und sehr unruhig. Dadurch haben sie oft Schwierigkeiten beim Lernen, sie ecken außerdem oft aufgrund ihres von der Norm abweichenden Verhaltens an. So wie bei dem kleinen Eric wird die Erkrankung bei Kindern oft sehr spät diagnostiziert.

An allen unten gelisteten Kliniken arbeiten Ärzte, die langjährige Erfahrung mit der Behandlung von ADHS haben. Es sind jene 50 Kliniken gelistet, in denen laut dem Krankenhausnavigator der AOK im Jahr 2024 deutschlandweit die meisten Patientinnen und Patienten mit ADHS behandelt wurden.

Kliniken für ADHS

KrankenhausBehandlungsfälle
HELIOS Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie Schleswig192
AMEOS Klinikum Bremen185
Vivantes Klinikum im Freidrichshain Berlin160
Pfalzklinikum - Standort Klingenmünster147
Asklepios Fachklinikum Lübben146
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord146
Uniklinik RWTH Aachen142
Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda137
Marienhaus Klinikum Neunkirchen124
Erzgebirgsklinikum Annaberg-Buchholz - Haus Annaberg115
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim110
kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar109
Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Marburg107
Helios Kliniken Schwerin103
Universitätsklinikum Würzburg103
Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Berlin102
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Köln101
AMEOS Klinikum Hildesheim97
St. Joseph Krankenhaus Berlin97
LVR-Klinik Bedburg-Hau95
LWL-Klinik Marsberg95
Bezirksklinikum Regensburg90
Helios Klinikum Berlin-Buch90
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke87
Städtisches Klinikum Karlsruhe85
LVR-Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters Essen84
Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Kassel80
Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg Neuruppin78
Vivantes Klinikum Berlin Neukölln78
kbo - Heckscher-Klinikum München78
Universitätsmedizin Göttingen77
AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg a. d. Donau76
Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld - Standort Bethel76
Helios Fachkliniken Hildburghausen75
Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt74
Salus Fachklinikum Bernburg74
Kinderhospital Osnabrück73
Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie - Kinderzentrum Maulbronn73
Bezirkskrankenhaus Bayreuth72
Asklepios Fachklinikum Stadtroda71
AMEOS Klinikum Haldensleben70
Bezirksklinikum Ansbach70
KJF Klinik Josefinum Nördlingen70
Psychiatrische Klinik Lüneburg70
Rheinhessen-Fachklinik Alzey70
Vitos Klinikum Gießen-Marburg - Standort Marburg70
ZfP Südwürttemberg Krankenhaus Weissenau Ravensburg70
Klinikum Frankfurt (Oder)69
LVR-Klinik Bonn69
LVR-Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf69

Der Name der Klinik wird per Mouse-Over angezeigt

Fakten zu ADHS

Eine ausgeprägte Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung kann ein Kind in vielen Lebensbereichen beeinträchtigen. Vor allem in der Schule wird die Konzentrationsschwäche oft zum Problem. Meist entwickeln ADHS-Patienten auch ein auffälliges Sozialverhalten, Ängste oder Depressionen. Deswegen ist es wichtig, so früh wie möglich eine Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Grundsätzlich sind Unaufmerksamkeit, übermäßige Aktivität oder Impulsivität bei Kindern nicht ungewöhnlich, deshalb ist es oft nicht eindeutig, ob das Kind an ADHS leidet oder nicht. Eine unnötige Behandlung wegen einer Fehldiagnose kann negative Konsequenzen wie die Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls nach sich ziehen. Die Weltgesundheitsorganisation hat aus diesem Grund Diagnosekriterien für die Feststellung einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung festgelegt.

Demnach geht es bei der Diagnose primär um die drei Symptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Die Unaufmerksamkeit äußert sich beispielsweise darin, dass das Kind sich nicht über eine längere Zeit konzentrieren kann, oft Gegenstände verliert oder häufig von Reizen aus der Umgebung abgelenkt wird.

Mit Hyperaktivität ist gemeint, dass das Kind oft unruhig ist, mit den Händen und Füßen zappelt, immer in Bewegung ist oder häufig wild herumläuft.

Von Impulsivität spricht man laut WHO, wenn das Kind beispielsweise häufig andere unterbricht oder sich damit schwer tut zu warten, bis sie oder er an der Reihe ist.

Eine ADHS-Diagnose wird gestellt, wenn eine bestimmte Menge dieser Anzeichen schon vor dem siebten Geburtstag auftreten. Die Symptome müssen außerdem über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten beobachtet werden.

Für die Behandlung von ADHS stehen verschiedene Möglichkeiten je nach Schwere der Erkrankung zur Verfügung.

Bei einer leichten ADHS bietet sich eine Elternschulung zum Umgang mit ADHS an. Diese kann angeleitet stattfinden oder in der Form von schriftlichem Material zur Selbsthilfe durchgearbeitet werden. Aber nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer sollten auf die Erkrankung des Kindes eingehen und geschult werden. Dazu kann zum Beispiel der Klassenraum umgestaltet werden oder das Kind umgesetzt werden, sodass die Lehrkraft schnell reagieren kann.

Des weiteren wird oftmals eine kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt. Diese zielt darauf ab, verschiedene Verhaltensänderungen zu erreichen, beispielsweise durch Belohnungen oder negative Konsequenzen. So lernen die Kinder, welches Verhalten problematisch ist und wie sie Aufgaben im Alltag planvoller angehen können.

Wenn eine Psychotherapie nicht ausreicht, wird meist auf eine medikamentöse Therapie zurückgegriffen. Diese kommt bei einer ausgeprägten ADHS infrage und sollte in Kombination mit psychotherapeutischen und pädagogischen Maßnahmen stattfinden. In Deutschland wird in den meisten Fällen der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt. Dabei wird zwischen kurz- und langwirksamen (auch Retard-Präparate genannt) Präparaten unterschieden, die entweder zwischen drei und vier oder zwischen acht bis zwölf Stunden wirken. Diese ADHS-Medikamente können allerdings auch Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust auslösen.

Bei einer sehr schweren ADHS-Erkrankung kann eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche sinnvoll sein. Dies kommt vor allem in Frage, wenn das Kind den Alltag nur noch schwer bewältigen kann und sehr hyperaktiv oder impulsiv ist. Auch bei schweren psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen ist ein Aufenthalt in einer Klinik möglich.

Etwa zwei bis sechs Prozent aller in Deutschland lebenden Kinder und Jugendliche sind laut dem Bundesgesundheitsministerium von ADHS betroffen. Davon wird nur ein Bruchteil in der Klinik behandelt. Im Jahr 2024 waren es 999 Patientinnen und Patienten. Die meisten von ihnen waren zwischen fünf und 14 Jahre alt. Es gab aber auch 22 Jungen und fünf Mädchen im Alter von einem bis vier Jahren sowie eine hochbetagte Frau, die älter als 95 Jahre alt war.