Klinik für ADHS
EKA Erzgebirgsklinikum Annaberg, ©Danny Schreiter/CC0

Welche deutschen Kliniken eignen sich am besten für die Behandlung von ADHS? Hier sind einige Häuser gelistet, die eine umfassende Therapie anbieten.

Die Aufmerksamkeitsdefizit– und Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, bezeichnet eine psychische Störung, die meist im Kindesalter auftritt. Es wird davon ausgegangen, dass genetische Veranlagung und äußere Einflüsse als Ursachen zusammenspielen. Kinder mit ADHS haben große Konzentrationsprobleme, sind impulsiv und sehr unruhig. Dadurch haben sie oft Schwierigkeiten beim Lernen, sie ecken außerdem oft aufgrund ihres von der Norm abweichenden Verhaltens an. So wie bei dem kleinen Eric wird die Erkrankung bei Kindern oft sehr spät diagnostiziert.

An allen unten gelisteten Kliniken arbeiten Ärzte, die langjährige Erfahrung mit der Behandlung von ADHS haben. Somit wird sichergestellt, dass jede Patientin und jeder Patient eine individuelle Therapie bekommt. Es kommt neben der medikamentösen Behandlung beispielsweise auch ein Aufenthalt in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik in Frage.

Hervorragende Kliniken für ADHS

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2019) 
EKA Erzgebirgsklinikum AnnabergAnnaberg-Buchholz226
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen - Standort MitteTrier137
Rheinhessen-Fachklinik AlzeyAlzey126
Asklepios Fachklinikum LübbenLübben115
LVR-Klinik ViersenViersen98
Vivantes Klinikum im FriedrichshainBerlin96
Helios Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie sowie Tagesklinik Baumhaus SchleswigSchleswig93
LVR-Klinik Bedburg-HauBedburg-Hau92
Marienhausklinik St. Josef KohlhofNeunkirchen92
Ruppiner KlinikenNeuruppin92
Gemeinschaftskrankenhaus HerdeckeHerdecke88
LWL-Klinik MarsbergMarsberg88
KJF Klinik JosefinumAugsburg87
DRK-Kinderklinik SiegenSiegen84
Fachklinikum BernburgBernburg83
Asklepios Fachklinikum BrandenburgBrandenburg an der Havel81
LVR-Klinikum EssenEssen75
Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide - Klinik MarienheideMarienheide75
St. Anna-Virngrund-KlinikEllwangen72
AMEOS Klinikum HaldenslebenHaldensleben70
Klinikum für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie Kinderzentrum MaulbronnMaulbronn70
Zentralinstitut für Seelische GesundheitMannheim69
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und PsychotherapieKöln68
Südharz Klinikum NordhausenNordhausen67
Ökumenisches Hainich KlinikumMühlhausen64
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort MarburgMarburg64
Psychiatrische Klinik LüneburgLüneburg61
LVR-Klinikum Düsseldorf Düsseldorf60
Universitätsmedizin GöttingenGöttingen60
Herz-Jesu-KrankenhausFulda58
Leopoldina-KrankenhausSchweinfurt56
LVR-Klinik BonnBonn56
Universitätsklinikum des SaarlandesHomburg56
Fachklinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie KönigsbornUnna55
Universitätsmedizin RostockRostock55

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung bei der Behandlung von ADHS (ICD-10-F90), weil nur Häuser besichtigt wurden, in denen diese Krankheit überdurchschnittlich häufig behandelt wird. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine mindestens durchschnittliche Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.
  • Hohe Patientensicherheit! Krankenhauskeime sind ein Gesundheitsrisiko. In allen gelisteten Kliniken wird ein mindestens durchschnittlich großer Wert auf die Patientensicherheit gelegt.

Fakten zu ADHS

Eine ausgeprägte Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung kann ein Kind in vielen Lebensbereichen beeinträchtigen. Vor allem in der Schule wird die Konzentrationsschwäche oft zum Problem. Meist entwickeln ADHS-Patienten auch ein auffälliges Sozialverhalten, Ängste oder Depressionen. Deswegen ist es wichtig, so früh wie möglich eine Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Grundsätzlich sind Unaufmerksamkeit, übermäßige Aktivität oder Impulsivität bei Kindern nicht ungewöhnlich, deshalb ist es oft nicht eindeutig, ob das Kind an ADHS leidet oder nicht. Eine unnötige Behandlung wegen einer Fehldiagnose kann negative Konsequenzen wie die Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls nach sich ziehen. Die Weltgesundheitsorganisation hat aus diesem Grund Diagnosekriterien für die Feststellung einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung festgelegt.

Demnach geht es bei der Diagnose primär um die drei Symptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Die Unaufmerksamkeit äußert sich beispielsweise darin, dass das Kind sich nicht über eine längere Zeit konzentrieren kann, oft Gegenstände verliert oder häufig von Reizen aus der Umgebung abgelenkt wird.

Mit Hyperaktivität ist gemeint, dass das Kind oft unruhig ist, mit den Händen und Füßen zappelt, immer in Bewegung ist oder häufig wild herumläuft.

Von Impulsivität spricht man laut WHO, wenn das Kind beispielsweise häufig andere unterbricht oder sich damit schwer tut zu warten, bis sie oder er an der Reihe ist.

Eine ADHS-Diagnose wird gestellt, wenn eine bestimmte Menge dieser Anzeichen schon vor dem siebten Geburtstag auftreten. Die Symptome müssen außerdem über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten beobachtet werden.

Für die Behandlung von ADHS stehen verschiedene Möglichkeiten je nach Schwere der Erkrankung zur Verfügung.

Bei einer leichten ADHS bietet sich eine Elternschulung zum Umgang mit ADHS an. Diese kann angeleitet stattfinden oder in der Form von schriftlichem Material zur Selbsthilfe durchgearbeitet werden. Aber nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrer sollten auf die Erkrankung des Kindes eingehen und geschult werden. Dazu kann zum Beispiel der Klassenraum umgestaltet werden oder das Kind umgesetzt werden, sodass die Lehrkraft schnell reagieren kann.

Des weiteren wird oftmals eine kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt. Diese zielt darauf ab, verschiedene Verhaltensänderungen zu erreichen, beispielsweise durch Belohnungen oder negative Konsequenzen. So lernen die Kinder, welches Verhalten problematisch ist und wie sie Aufgaben im Alltag planvoller angehen können.

Wenn eine Psychotherapie nicht ausreicht, wird meist auf eine medikamentöse Therapie zurückgegriffen. Diese kommt bei einer ausgeprägten ADHS in Frage und sollte in Kombination mit psychotherapeutischen und pädagogischen Maßnahmen eingesetzt werden. In Deutschland wird in den meisten Fällen der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt. Dabei wird zwischen kurz- und langwirksamen (auch Retard-Präparate genannt) Präparaten unterschieden, die entweder zwischen drei und vier oder zwischen acht bis zwölf Stunden wirken. Diese ADHS-Medikamente können allerdings auch Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust auslösen.

Bei einer sehr schweren ADHS-Erkrankung kann eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche sinnvoll sein. Dies kommt vor allem in Frage, wenn das Kind den Alltag nur noch schwer bewältigen kann und sehr hyperaktiv oder impulsiv ist. Auch bei schweren psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen ist ein Aufenthalt in einer Klinik möglich.

Die Fallzahlen zeigen für die letzten Jahre eine leichte Verringerung der Diagnosen. Während im Jahr 2010 noch 1853 Menschen wegen ADHS im Krankenhaus behandelt wurden, waren es 2020 nur noch 867 Personen. Oft wird die Diagnose im Alter von fünf bis 14 Jahren gestellt. Dabei fällt auf, dass ca. 75 Prozent der betroffenen Kinder männlich sind. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer Klinik für die Behandlung von ADHS beträgt 14 Tage.