Max-Planck-Institut für Psychiatrie München
Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, Foto: Max-Planck-Institut/CC0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich am besten für eine Eletrokonvulsionstherapie? Hier sind die 50 größten Häuser gelistet.

Die Elektrokonvulsionstherapie, auch Elektrokrampftherapie (EKT) genannt, ist eine Behandlungsmethode für psychische Störungen. Dabei werden Stromimpulse über Oberflächenelektroden auf der Kopfhaut appliziert, wodurch ein Krampfanfall ausgelöst wird. Das Verfahren wirkt antidepressiv mit einer Wirkungsrate zwischen 50-70%.

In den unten dargestellten Kliniken haben Ärztinnen und Ärzte eine große Erfahrung mit der Behandlung durch Anwendung von elektrischem Strom (Elektrokrampftherapie, OPS 8-630). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Behandlung im Jahr 2024 am häufigsten durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die unten dargestellten Zahlen sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Kliniken für eine Elektrokonvulsionstherapie

KrankenhausBehandlungsfälle
Bezirksklinikum Mainkofen Deggendorf2809
Klinikum Bamberg - Betriebsstätte am Michelsberg1717
Bezirksklinikum Obermain Ebensfeld1641
Psychiatrisches Krankenhaus Rickling1444
Zentrum für Psychiatrie Emmendingen1358
Universitätsklinikum Würzburg1200
Max-Planck-Institut für Psychiatrie München1157
Uniklinik RWTH Aachen1009
Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach972
Universitätsklinikum Bonn948
Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll Hamburg946
LMU Klinikum München - Standort Innenstadt942
Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld - Standort Bethel880
medius Klinik Kirchheim871
Pfalzklinikum - Standort Klingenmünster856
ZfP Klinikum Schloß Winnenden - Standort Winnenden848
Ev. Stiftung Tannenhof Remscheid838
Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren801
kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar718
Klinikum Ingolstadt688
Niels-Stensen-Kliniken - St.-Vinzenz-Hospital Haselünne688
Klinikum Nürnberg Nord685
Universitätsklinikum Köln684
Bezirkskrankenhaus Bayreuth680
Bezirkskliniken Schwaben - Bezirkskrankenhaus Günzburg635
Vinzenz von Paul Hospital Rottweil624
kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn591
Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf546
Alexius/Josef Krankenhaus Neuss534
Evangelisches Krankenhaus Bethanien Greifswald513
Asklepios Klinik Langen511
LVR-Universitätsklinik Essen501
Johanniter Krankenhaus Oberhausen500
Universitätsklinikum Jena490
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden474
SHG-Kliniken Sonenberg Saarbrücken472
Kreiskrankenhaus Prignitz Perleberg456
Medizinische Hochschule Hannover443
Bezirkskrankenhaus Augsburg439
Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz Schkeuditz421
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord404
Klinikum Hanau401
Krankenhaus Spremberg384
AMEOS Klinikum Neustadt in Holstein372
Klinikum Stuttgart - Krankenhaus Bad Cannstatt360
Krankenhaus Eichhof Lauterbach360
Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach351
Thüringen-Kliniken "Georgius Agricola" Saalfeld336
Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk Berlin334
Katholisches Krankenhaus "St. Johann Nepomuk" Erfurt327

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Fakten zur Elektrokonvulsionstherapie

Die Elektrokonvulsionstherapie ist ein neurobiologisches Stimulationsverfahren, das schon seit den 1940er Jahren unter dem Begriff „Heilkrampftherapie“ besteht. Im Laufe der Zeit hat sich dieses durch technische Neuerungen, wie beispielsweise der Kurzpulstechnik oder den Einsatz moderner Anästhesieverfahren, weiterentwickelt. Die Therapie ist demnach sowohl eine etablierte als auch eine innovative, moderne Behandlungsmöglichkeit.

Eingesetzt wird die Elektrokonvulsionstherapie bei schweren psychiatrischen Krankheitsbildern wie Depressionen, bipolaren Störungen, Schizophrenie, Psychosen oder Katatonie. Ob diese Behandlungsmöglichkeit in Frage kommt, hängt von der Schwere der Erkrankung, der Therapieresistenz oder auch der Berücksichtigung anderer Therapien ab. Sie kann angewandt werden, wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlägt, muss aber nicht als ultima ratio gesehen werden – bei einer sehr schweren Depression beispielsweise wirkt die Elektrokonvulsionstherapie umso besser, wenn die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist. Die gesetzlichen sowie privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung.

Eine Elektrokonvulsionstherapie erfolgt stationär im Krankenhaus. Zunächst findet eine Aufklärung und Untersuchung des Patienten bzw. der Patientin statt. Der Eingriff selbst wird unter einer Kurznarkose durchgeführt, die einige Minuten dauert. Der Patient wird über eine Maske beatmet und die Muskeln werden medikamentös entspannt. Dann erfolgt die Stimulation des Gehirns mit sehr kurzen elektrischen Impulsen über die Kopfhaut, wodurch ein Teil der Nervenzellen zu einer Aktivität im gleichen Takt angeregt wird. Nach ein paar Minuten kehren sie selbstständig in ihren urspünglichen Funktionszustand zurück. Nun wacht der Patient wieder auf. Die Behandlung wird im Abstand einiger Tage wiederholt, bis eine Besserung der Symptome eintritt.

Bekannte Nebenwirkungen der Therapie sind Kopfschmerzen und kurzfristige Gedächtnisstörungen. Vielfältige Untersuchungen haben aber gezeigt, dass es zu keinen schwerwiegenden Folgen wie der Schädigung von Nervengewebe kommt.