
Welche deutschen Kliniken eignen sich für eine Radiojodtherapie? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.
Die Radiojodtherapie ist eine nuklearmedizinische Methode zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen. Dabei wird eine sehr kleine Menge radioaktiven Jods oral eingenommen, welches dann von den Schilddrüsenzellen aufgenommen wird. Alle unten gelisteten Kliniken sind auf diese Behandlungsmethode spezialisiert.
Top Kliniken für eine Radiojodtherapie
| Klinik | Behandlungsfälle |
|---|---|
| Helios Klinikum Berlin-Buch | 710 |
| Universitätsklinikum Köln | 589 |
| LMU Klinikum München - Campus Großhadern | 577 |
| Klinik für Nuklearmedizin im Evangelischen Krankenhaus BETHESDA zu Duisburg | 536 |
| Pius-Hospital Oldenburg - Universitätsmedizin Oldenburg | 524 |
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 503 |
| Universitätsklinikum Freiburg | 488 |
| Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden | 470 |
| Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital | 435 |
| Klinik Dr. Hancken Stade | 428 |
| Klinikum Chemnitz | 425 |
| Universitätsklinikum Leipzig | 416 |
| Klinikum Herford | 408 |
| Universitätsklinikum Jena - Standort Jena-Lobeda | 400 |
| Klinikum Bremen-Mitte | 391 |
| Universitätsklinikum Frankfurt am Main | 374 |
| TUM Klinikum Rechts der Isar München | 348 |
| Universitätsklinikum Würzburg | 348 |
| Medizinische Hochschule Hannover | 332 |
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 328 |
| Universitätsklinikum Augsburg | 317 |
| Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel | 305 |
| Universitätsklinikum Essen | 305 |
| DKD Helios Klinik Wiesbaden | 302 |
| Universitätsklinikum Bonn | 296 |
| Klinikum Konstanz | 293 |
| Universitätsmedizin Rostock | 276 |
| Universitätsklinikum Magdeburg - Standort Leipziger Straße | 275 |
| Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach | 269 |
| Universitätsklinikum Münster | 267 |
| Universitätsklinikum Tübingen | 266 |
| Städtisches Klinikum Braunschweig - Standort Salzdahlumer Straße | 263 |
| Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord | 261 |
| Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem Cottbus | 260 |
| Märkische Kliniken - Klinikum Lüdenscheid | 252 |
| Universitätsklinikum Ulm | 245 |
| Helios Universitätsklinikum Wuppertal | 244 |
| Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg | 244 |
| Universitätsklinikum Heidelberg | 235 |
| Westküstenklinikum Heide | 234 |
| Klinikum Rheine | 224 |
| St. Vincentius Kliniken Karlsruhe | 221 |
| Klinikum Ernst von Bergmann - Standort Potsdam | 220 |
| Klinikum Bielefeld | 210 |
| Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein | 210 |
| Uniklinik RWTH Aachen | 209 |
| Knappschaft Kliniken Dortmund | 201 |
| Vivantes Klinikum Berlin Neukölln | 197 |
| Herz-Jesu-Krankenhaus Dernbach | 193 |
| Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn | 191 |
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So wurde die Klinikliste erstellt
In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit der Strahlenbehandlung einer Schilddrüsenerkrankung durch radioaktives Jod (Radiojodtherapie, OPS 208-531). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Behandlung im Jahr 2024 am häufigsten durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.
Fakten zur Radiojodtherapie
Mit radioaktivem Jod lassen sich verschiedene Schilddrüsenerkrankungen behandeln. Besonders geeignet ist sie für die gezielte Abschaltung von überaktivem Schilddrüsengewebe, wie beispielsweise bei Morbus Basedow oder autonomen Adenomen. Durch die Zerstörung von Schilddrüsenzellen ist diese Behandlungsmethode auch zur Verkleinerung der Schilddrüse, z. B. bei einer krankhaften Schilddrüsenvergrößerung (Struma) angemessen. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Zerstörung von Schilddrüsenkrebszellen. Dabei muss vorausgesetzt sein, dass die Krebszellen am Jodstoffwechsel teilnehmen, was in der Regel nur auf sogenannte differenzierte Karzinome zutrifft. Auch die Nachbehandlung von zuvor operierten Schilddrüsen kann mittels Radiojodtherapie erfolgen. Nicht wirksam ist die Therapie allerdings bei kalten Knoten, Zysten, Vernarbungen oder Verkalkungen.
Die Menge des aufzunehmenden radioaktiven Jods wird individuell berechnet und unterliegt dem Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich„. Die Tablettenkapsel wird oral eingenommen. Das Jod findet seinen Weg „automatisch“, weil es im Körper nur von den Schilddrüsenzellen aufgenommen wird, welche Schilddrüsenhormone produzieren. Bis zum Unterschreiten des gesetzlich festgelegten Strahlungswertes muss der Patient oder die Patientin stationär aufgenommen werden, was durchschnittlich fünf Tage dauert. Die Wirkung stellt sich etwa 4-6 Wochen nach der Therapie ein, kann aber auch mehrere Monate auf sich warten lassen.
Ein Vorteil der Radiojodtherapie ist die Vermeidung einer Operation, wodurch auch der Stimmbandnerv und die Nebenschilddrüsen nicht beschädigt werden. Auch wenn die Operation wegen anderer Begleiterkrankungen oder Vorschäden zu belastend für den Patienten oder die Patientin wäre, ist die Radiojodtherapie eine gute Option.
Ein Nachteil ist die verzögerte Wirkung. Bei Schwangeren darf zudem eine Radiojodtherapie nicht angewendet werden. Als Nebenwirkung kann eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten, die aber mittels Schilddrüsenhormonsubstitution behandelt werden kann. Nach einer Radiojodtherapie ist eine lebenslange Nachbehandlung notwendig, die vom Hausarzt oder Facharzt durchgeführt wird.
































