Helios Klinikum Berlin-Buch
Helios Klinikum Berlin-Buch; Foto: Angela M. Arnold/CC BY-SA 4.0

Welche deutschen Kliniken eignen sich für eine Radiojodtherapie? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.

Die Radiojodtherapie ist eine nuklearmedizinische Methode zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen. Dabei wird eine sehr kleine Menge radioaktiven Jods oral eingenommen, welches dann von den Schilddrüsenzellen aufgenommen wird. Alle unten gelisteten Kliniken sind auf diese Behandlungsmethode spezialisiert.

Top Kliniken für eine Radiojodtherapie

KlinikBehandlungsfälle
Helios Klinikum Berlin-Buch710
Universitätsklinikum Köln589
LMU Klinikum München - Campus Großhadern577
Klinik für Nuklearmedizin im Evangelischen Krankenhaus BETHESDA zu Duisburg536
Pius-Hospital Oldenburg - Universitätsmedizin Oldenburg524
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf503
Universitätsklinikum Freiburg488
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden470
Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital435
Klinik Dr. Hancken Stade428
Klinikum Chemnitz425
Universitätsklinikum Leipzig416
Klinikum Herford408
Universitätsklinikum Jena - Standort Jena-Lobeda400
Klinikum Bremen-Mitte391
Universitätsklinikum Frankfurt am Main374
TUM Klinikum Rechts der Isar München348
Universitätsklinikum Würzburg348
Medizinische Hochschule Hannover332
Charité - Universitätsmedizin Berlin328
Universitätsklinikum Augsburg317
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel305
Universitätsklinikum Essen305
DKD Helios Klinik Wiesbaden302
Universitätsklinikum Bonn296
Klinikum Konstanz293
Universitätsmedizin Rostock276
Universitätsklinikum Magdeburg - Standort Leipziger Straße275
Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach269
Universitätsklinikum Münster267
Universitätsklinikum Tübingen266
Städtisches Klinikum Braunschweig - Standort Salzdahlumer Straße263
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier - Standort Mitte/Nord261
Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem Cottbus260
Märkische Kliniken - Klinikum Lüdenscheid252
Universitätsklinikum Ulm245
Helios Universitätsklinikum Wuppertal244
Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg244
Universitätsklinikum Heidelberg235
Westküstenklinikum Heide234
Klinikum Rheine224
St. Vincentius Kliniken Karlsruhe221
Klinikum Ernst von Bergmann - Standort Potsdam220
Klinikum Bielefeld210
Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein210
Uniklinik RWTH Aachen209
Knappschaft Kliniken Dortmund201
Vivantes Klinikum Berlin Neukölln197
Herz-Jesu-Krankenhaus Dernbach193
Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn191

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So wurde die Klinikliste erstellt

In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit der Strahlenbehandlung einer Schilddrüsenerkrankung durch radioaktives Jod (Radiojodtherapie, OPS 208-531). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen diese Behandlung im Jahr 2024 am häufigsten durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Fakten zur Radiojodtherapie

Mit radioaktivem Jod lassen sich verschiedene Schilddrüsenerkrankungen behandeln. Besonders geeignet ist sie für die gezielte Abschaltung von überaktivem Schilddrüsengewebe, wie beispielsweise bei Morbus Basedow oder autonomen Adenomen. Durch die Zerstörung von Schilddrüsenzellen ist diese Behandlungsmethode auch zur Verkleinerung der Schilddrüse, z. B. bei einer krankhaften Schilddrüsenvergrößerung (Struma) angemessen. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Zerstörung von Schilddrüsenkrebszellen. Dabei muss vorausgesetzt sein, dass die Krebszellen am Jodstoffwechsel teilnehmen, was in der Regel nur auf sogenannte differenzierte Karzinome zutrifft. Auch die Nachbehandlung von zuvor operierten Schilddrüsen kann mittels Radiojodtherapie erfolgen. Nicht wirksam ist die Therapie allerdings bei kalten Knoten, Zysten, Vernarbungen oder Verkalkungen.

Die Menge des aufzunehmenden radioaktiven Jods wird individuell berechnet und unterliegt dem Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich„. Die Tablettenkapsel wird oral eingenommen. Das Jod findet seinen Weg „automatisch“, weil es im Körper nur von den Schilddrüsenzellen aufgenommen wird, welche Schilddrüsenhormone produzieren. Bis zum Unterschreiten des gesetzlich festgelegten Strahlungswertes muss der Patient oder die Patientin stationär aufgenommen werden, was durchschnittlich fünf Tage dauert. Die Wirkung stellt sich etwa 4-6 Wochen nach der Therapie ein, kann aber auch mehrere Monate auf sich warten lassen.

Ein Vorteil der Radiojodtherapie ist die Vermeidung einer Operation, wodurch auch der Stimmbandnerv und die Nebenschilddrüsen nicht beschädigt werden. Auch wenn die Operation wegen anderer Begleiterkrankungen oder Vorschäden zu belastend für den Patienten oder die Patientin wäre, ist die Radiojodtherapie eine gute Option.
Ein Nachteil ist die verzögerte Wirkung. Bei Schwangeren darf zudem eine Radiojodtherapie nicht angewendet werden. Als Nebenwirkung kann eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten, die aber mittels Schilddrüsenhormonsubstitution behandelt werden kann. Nach einer Radiojodtherapie ist eine lebenslange Nachbehandlung notwendig, die vom Hausarzt oder Facharzt durchgeführt wird.