Schön Klinik Bad Arolsen
Schön Klinik Bad Arolsen, ©GLSystem

In welchen Kliniken werden Menschen mit einer Zwangsstörung behandelt? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.

Habe ich den Herd wirklich ausgeschaltet und alle Fenster geschlossen? Unter solchen oder ähnlichen Gedanken, auch pathologischer Zweifel genannt, können Menschen mit einer Zwangsstörung leiden. Eine Zwangsstörung manifestiert sich durch Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen. Diese sind wiederkehrend und werden als belastend, quälend und persönlichkeitsfremd wahrgenommen. Auch wenn der Betroffene die Gedanken oder Handlungen teilweise als sinnlos empfindet, lösen sie Angst und Anspannung aus.

Andere Formen von Zwangsgedanken sind beispielsweise Angst und Ekel vor Schmutz und Verseuchung, die zu übertriebenem Waschen oder Putzen führen.
Auch der Hang zum Anordnen von Gegenständen nach komplexen Mustern, allgemeine übertriebene Ordnung oder Zählrituale sowie Kontrollen zur Verhinderung eines Unglücks sind Ausprägungen einer Zwangsstörung.

Unten sind die 50 größten Kliniken für die Behandlung von Zwangsstörungen (ICD F42) dargestellt. In der unter der Tabelle abgebildeten Karte können Sie nach Einrichtungen in Ihrer Nähe suchen.

Kliniken für Zwangsstörungen

KlinikBehandlungsfällePatientenzufriedenheitPflegekraft-Patienten-Verhältnis
Helios Park-Klinikum Leipzig6484 %sehr gut
Universitätsklinikum Freiburg3887 %gut
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden3789 %befriedigend
Bezirksklinikum Regensburg3384 %sehr gut
Universitätsklinikum Tübingen2487 %sehr gut
Universitätsklinikum Erlangen2187 %mittel
LMU Klinikum München - Standort Innenstadt2085 %gut
Vivantes Klinikum Spandau Berlin1886 %gut
Universitätsklinikum Würzburg1787 %gut
Medizinische Hochschule Hannover1684 %gut
Städtisches Klinikum Karlsruhe1683 %gut
Charité - Universitätsmedizin Berlin1586 %befriedigend
KJF Klinik Josefinum Augsburg1490 %sehr gut

Suchen Sie in der Karte nach einer Klinik! (Es werden nur die 50 Krankenhäuser aus der obigen Tabelle angezeigt)

So wurde die Klinikliste erstellt:

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Zwangsstörungen (ICD F42). Es wurden jene Häuser gelistet, in denen diese Erkrankung im Jahr 2023 überdurchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Kliniken dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten.
    Quelle: TK-Klinikführer
  • Hohe Zufriedenheit!
    Überdurchschnittlich viele Patientinnen und Patienten waren nach ihrem Aufenthalt in einer der oben aufgeführten Kliniken zufrieden (mindestens 83 Prozent). Das zeigt eine Umfrage der AOK und anderer Krankenkassen, bei der Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Bislang liegen nach Angaben der AOK rund 900.000 Patientenbewertungen vor. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de.
    Quelle: AOK-Krankenhausatlas und Klinikbewertungen.de
  • Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis!
    Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten (befriedigend). Es stehen krankenhausweit also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
    Quelle: Bundesklinikatlas

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zu Zwangsstörungen

Zwangsstörungen lösen unterschiedliche Symptome aus. Sie können sich im Kopf als Zwangsgedanken abspielen oder sich auf das Verhalten als Zwangshandlungen auswirken. In beiden Fällen können Betroffene weder die Gedanken noch die Handlungen beeinflussen.

Zwangsstörungen sind oftmals an Angstbilder gebunden. Personen, die beispielsweise an einer Keimphobie leiden, fühlen sich zu übertriebener Reinlichkeit gezwungen. Das häufige Hände desinfizieren schadet der natürlichen Hautbarriere und kann zu offenen Wunden und Infektionen führen. Neben Beeinträchtigungen im Alltag kommt es auch zu sozialen Ängsten, Minderwertigkeitsgefühlen, einer Selbstisolation und Depression.

Zur Entstehung einer Zwangsstörung tragen verschiedene individuelle Ursachen bei. Die genetische Anlage kann eine Erkrankung begünstigen, ebenso wie das Umfeld und eine psychische Instabilität. Zwangsstörungen können auch von einem belastenden Lebensereignis ausgelöst werden. Dazu zählen Trauma, Misshandlungen oder Verluste.

Zwangsstörungen sind nicht einfach zu erkennen. Psychotherapeuten versuchen zunächst genau zu definieren, welche Zwangsgedanken oder -handlungen Betroffene erleben und was die Auslöser sind. Um diese herauszufinden, stellen sie viele Fragen, die Betroffene wahrheitsgemäß beantworten sollten, damit Therapeuten entsprechende Behandlungen einleiten können.

Ziel der Therapie ist es, das Leid der Betroffenen weitgehend zu reduzieren, sodass sie wieder in ein normales Leben zurückfinden. Im Vordergrund der Psychotherapie steht die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie. Über autogenes Training, Atemübungen, Meditation oder Entspannungsübungen gewinnen Erkrankte schrittweise die Kontrolle über Ihre Gedanken und Handlungen. Auch eine medikamentöse Therapie gegen Depressionen kann hilfreich sein. Der Austausch in Selbsthilfegruppen mit weiteren Betroffenen trägt ebenfalls zur Krankheitsbewältigung bei.