Charité Berlin
Bettenhochhaus der Charité Berlin, ©INTERRAILS/CC BY-SA 4.0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Behandlung von Mundhöhlenkrebs? Hier sind einige erfahrene Häuser gelistet.

Mundhöhlenkrebs, auch Mundhöhlenkarzinom genannt, entsteht meist an der Schleimhaut der Mundhöhle, am Rachen oder auch an der Lippe oder den Speicheldrüsen. Als größter Risikofaktor gilt dabei das Rauchen und der Alkoholkonsum. Erste Anzeichen für eine Krebserkrankung in der Mundhöhle können vor allem Schleimhautveränderungen sein. Je nach Ausbreitung des Tumors bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Unten sind die 20 größten Kliniken für Mundhöhlenkrebs gelistet. Angegeben ist auch, ob die Einrichtung von der Deutschen Krebsgesellschaft als Zentrum für Kopf-Hals-Tumoren zertifiziert ist.

20 Kliniken für Mundhöhlenkrebs

KlinikBehandlungsfälleZertifikat
Universitätsklinikum Erlangen1.176ja
Charité - Universitätsmedizin Berlin1.046ja
Universitätsklinikum Würzburg893ja
Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital799ja
Universitätsklinikum Heidelberg769ja
HELIOS Klinikum Erfurt682ja
Universitätsklinikum Köln676ja
Universitätsklinikum Regensburg603ja
Universitätsklinikum Frankfurt595ja
Universitätsklinikum Essen (AöR)577ja
Universitätsklinikum Gießen und Marburg559ja
Klinikum Nürnberg Nord555ja
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier539ja
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein535ja
Helios St. Anna Klinik Duisburg529nein
Universitätsklinikum Halle (Saale)520ja
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden516ja
Klinikum rechts der Isar der TU München515ja
Universitätsklinikum Leipzig AöR513ja
Universitätsklinikum Tübingen503ja

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten!
    In den dargestellten Kliniken haben Ärzte und Ärztinnen eine große Erfahrung mit Mundkrebs, weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen Patienten mit dieser Erkrankung mindestens durchschnittlich häufig behandelt wurden. Dargestellt sind jene 20 Häuser, in denen die Diagnosecodes C00-C14 im Jahr 2024 am häufigsten abgerechnet wurden.
    Quelle: Reimbursement Institut
  • Zertifizierungen!
    Wenn ein Klinikum zertifiziert wurde, heißt dies sogleich, dass spezialisierte Ärzte im Klinikum arbeiten und das notwendige Equipment für eine Behandlung zur Verfügung steht. Fast alle oben gelisteten Häuser sind von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Zentrum für Kopf-Hals-Tumore anerkannt.

Fakten zu Mundhöhlenkrebs

Tumoren der Mundhöhle können die Lippen, die Zunge, den Mundboden, den Gaumen oder die Speicheldrüsen befallen. Zu den Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs zählen neben Rauchen und Alkoholkonsum auch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) und rötliche und weißliche Schleimhautveränderungen, die als Krebsvorstufe gelten.

Oftmals verursacht ein Tumor in der Mundhöhle zunächst keine Beschwerden. Anzeichen für eine Erkrankung können beispielsweise Veränderungen in der Mundhöhle, nicht heilende Wunden oder Schwellungen sein. Auch Schmerzen beim Schlucken oder Sprechen und eine eingeschränkte Zungenbeweglichkeit können auf einen Tumor hindeuten.

Bei einem Verdacht auf Krebs sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser untersucht die Mundhöhle des Patienten und entnimmt Gewebeproben, die anschließend im Labor untersucht werden. So kann gegebenenfalls der Krebs nachgewiesen werden. Auch die Ausbreitung des Tumors kann untersucht werden, da er unter Umständen auch umliegende Lymphknoten oder Organe befällt.

Zur Behandlung von Mundhöhlenkrebs kommen neben der Operation auch eine Bestrahlung und eine Chemotherapie in Frage. Eine Operation ist vor allem sinnvoll, wenn wahrscheinlich ist, dass die Ärzte den Tumor vollständig entfernen können. Auch Absiedelungen in den Halslymphknoten können dabei entnommen werden. Wenn das Risiko für einen Rückfall erhöht ist, vor allem bei einer fortgeschrittenen Erkrankung, kann im Anschluss eine Strahlentherapie zurückbleibende Tumorzellen zerstören. Eine Chemotherapie kann zudem im ganzen Körper wirken, also auch Krebszellen in anderen Organen, in die der Krebs gestreut hat, abtöten. Mögliche Folgen einer Mundhöhlenkrebsbehandlung sind Einschränkungen beim Kauen, Schlucken oder Sprechen aufgrund des fehlenden Gewebes. Die Ärzte versuchen deshalb möglichst fehlendes Gewebe zu ersetzen, um funktionellen Störungen vorzubeugen.

Etwa 48.000 Menschen wurden wegen Krebs an den Lippen, in der Mundhöhle oder im Rachenraum im Jahr 2024 in einem deutschen Krankenhaus behandelt. Die Erkrankung tritt meist im Alter von 55-74 Jahren auf, Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer Klinik beträgt ungefähr sieben Tage.