Klinik für Darmerkrankungen
Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr, ©Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr/CC0

Welche Kliniken in Deutschland sind auf die Behandlung von Darmerkrankungen spezialisiert? In diesem Artikel sind einige hervorragende Häuser mit hoher Behandlungsqualität aufgeführt.

Darmerkrankungen können akut oder chronisch verlaufen. Zu den akuten, durch Viren, Bakterien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachten Erkrankungen treten vorübergehende Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall auf. Zu den chronischen Darmerkrankungen zählen unter anderem das Reizdarmsyndrom oder chronisch-entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Auch hier treten meist Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Gewichtsverlust auf.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist die Wahl des Krankenhauses von großer Bedeutung, denn nicht alle Häuser in Deutschland sind auf die Behandlung von Darmerkrankungen spezialisiert. Neben einer guten Hygiene und einer hohen Behandlungsqualität verfügen alle unten genannten Kliniken über ärztliches Personal, das große Erfahrung mit der Behandlung von Darmerkrankungen hat.

Top Kliniken für Darmerkrankungen

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2019) 
Klinikum Nürnberg NordNürnberg483
Israelitisches Krankenhaus HamburgHamburg373
Ev. DiakoniekrankenhausFreiburg362
medius Klinik NürtingenNürtingen340
St. Josefs-Hospital WiesbadenWiesbaden331
St. Elisabeth-KrankenhausKöln323
Klinikum KonstanzKonstanz317
Städtisches Krankenhaus KielKiel307
Krankenhaus Reinbek St. Adolf-StiftReinbek306
Klinikum Dritter Orden München-NymphenburgMünchen298
Katholisches Klinikum MainzMainz296
Klinikum Wetzlar-BraunfelsWetzlar293
BG Klinikum Bergmannstrost HalleHalle (Saale)287
Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-RüpurrKarlsruhe283
Krankenhaus St. Joseph-Stift DresdenDresden265
BG-Unfallklinik - Unfallkrankenhaus BerlinBerlin260
DRK Kliniken Berlin KöpenickBerlin252
Ammerland-Klinik WesterstedeWesterstede250
Klinikum Mutterhaus der BorromäerinnenTrier249
Siloah St. Trudpert KlinikumPforzheim249
Pius-Hospital Oldenburg, Medizinischer Campus Universität OldenburgOldenburg248
Brüderkrankenhaus St. Josef PaderbornPaderborn242
Klinikum NeumarktNeumarkt241
GPR Klinikum Rüsselsheim am Main238
Agaplesion Bethesda Krankenhaus WuppertalWuppertal236
Caritas-Klinik Maria Heimsuchung Berlin-PankowBerlin236

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Darmerkrankungen, weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen der häufigste Darmerkrankung – die Divertikulose (ICD K57) – überdurchschnittlich häufig behandelt wird. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine Patientenzufriedenheit von mindestens 80 Prozent. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.
  • Gute Hygiene! In allen gelisteten Kliniken wird ein überdurchschnittlich großer Wert auf die Patientensicherheit gelegt. Mindestens 45 von 55 Maßnahmen wurden ergriffen, um vor, während und nach der Operation optimale Hygiene-Verhältnisse sicherzustellen.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zu Darmerkrankungen

Zu den am häufigsten verbreiteten Krankheitsbildern im Darmtrakt zählt Morbus Crohn. Hierbei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des betroffenen Darmabschnitts. Die Symptome treten schubweise auf. Betroffene klagen dann über krampfartige Schmerzen, Durchfall, Müdigkeit und Erschöpfung. Oftmals treten auch entzündliche Veränderungen der Haut und Schmerzen in den Gelenken durch die Begleiterkrankung Osteoporose auf.

Die Ursachen von Morbus Crohn sind noch nicht geklärt. Die Mediziner vermuten eine genetische Veranlagung für die Krankheit im Immunsystem, das dann die Entzündungsreaktion im Darmtrakt hervorruft. Als ein begünstigender Risikofaktor gilt beispielsweise Rauchen. Personen, die an Morbus Crohn erkranken, haben ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

Zur Erkennung der Krankheit führt der Gastroenterologe eine Tastuntersuchung im Bauchbereich durch. Entzündete Darmbereiche lösen Druckschmerz aus. Zudem wird eine Stuhlprobe im Labor auf Entzündungsmarker wie Calprotectin untersucht. Auch eine Blutprobe entnehmen Ärzte. Im Labor wird danach untersucht, ob ein Nährstoffmangel vorliegt. Denn die entzündeten Darmbereiche sind nicht in der Lage Vitamine und Nährstoffe zu resorbieren. Diese fehlen dann dem Körper, auch wenn sich Betroffene gesund und ausgewogen ernähren. Die Ärzte ordnen auch eine Magenspiegelung an, die es ihnen erlaubt, die Wand des Magen-Darmtraktes zu betrachten.

Die Therapiemöglichkeiten bei Morbus Crohn hängen davon ab, welche Darmabschnitte betroffen sind und wie die Krankheitsphasen verlaufen. Morbus Crohn ist bisher nicht heilbar. Die Behandlungen haben das Ziel, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Der medikamentöse Einsatz von Kortison verlangsamt und unterdrückt bestmöglich die Entzündungsreaktion. Durch die entzündete Darmschleimhaut kann es sein, dass Stenosen (Verengungen) und Fistel entstehen, die operativ entfernt werden müssen. Entscheidend ist auch die richtige Ernährung. Ärzte empfehlen eine sogenannte antientzündliche und ballaststoffreiche Ernährung, die die Domimmunität fördert.

Die Anzahl der Diagnosen mit Darmerkrankungen (ICD-Code K50-52) ist in den letzten Jahren gesunken. Während im Jahr 2010 noch 118.196 Personen mit diesen Erkrankungen in deutschen Kliniken behandelt wurden, lag die Zahl der Betroffenen im Jahr 2020 bei 76.932 Personen. Das Alter der Betroffenen reicht von 15 bis 84 Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt acht Tage.