Herzzentrum der Uniklinik Freiburg in Bad Krozingen.
Herzzentrum der Uniklinik Freiburg in Bad Krozingen. ©Rauenstein/CC0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Implantation eines Stents? Hier sind die 50 größten Kliniken gelistet.

Ein Stent ist ein mediznisches Implantat, welches dazu dient, verschlossene oder verengte Blutgefäße des Herzens offen zu halten. Dies kann bei unterschiedlichen kardiologischen Erkrankungen oder beispielsweise nach einem Herzinfarkt notwendig sein. Die Operation gilt als Routineeingriff. Trotzdem ist es wichtig, dass die behandelnden Ärzte viel Erfahrung haben, um eine erfolgreiche Behandlung sicherzustellen.

Klare Vorgaben in Deutschland, wie viele Stents ein Klinikum pro Jahr einsetzen sollte, damit es eine gute Behandlungsqualität hat, gibt es nicht. In einem Orientierungspapier (S.374) aus dem Jahr 2021 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie steht, dass in einem Klinikum pro Jahr rund 400 perkutane Koronarinterventionen (PCI) durchgeführt werden sollten. Bei PCI kommt es nicht immer, aber häufig zu Stentimplantationen, deshalb kann die vorgeschlagene Zahl etwas nach unten korrigiert werden. Ein Klinikum, in dem einige hundert Stents pro Jahr gesetzt werden, ist zu empfehlen.

Diese Zahl erreichen alle unten gelisteten Kliniken. Es sind jene 50 Häuser aufgeführt, in denen im Jahr 2024 am häufigsten Stents implantiert wurden.

Top 50: Kliniken für eine Stentimplantation

KlinikBehandlungsfälle
Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen941
Universitätsklinikum Heidelberg822
Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster736
Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Berlin661
Sankt Gertrauden-Krankenhaus Berlin659
Asklepios Klinik St. Georg Hamburg656
Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken Frankfurt am Main627
Alexianer Klinikum Hochsauerland - Karolinen Hospital Hüsten Arnsberg622
St. Franziskus-Hospital Münster565
DIAKO Klinikum Flensburg553
Katholisches Karl-Leisner Klinikum - Standort Marienhospital Kevelaer530
Charité - Universitätsmedizin Berlin519
Cellitinnen-Krankenhaus St. Vinzenz Köln518
Helios Park-Klinikum Leipzig509
Alfried Krupp Krankenhaus Rüttenscheid Essen504
Helios Klinikum Erfurt497
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf481
Diakonie Klinikum Neunkirchen470
Johanna-Etienne-Krankenhaus Neuss449
Klinikum Nürnberg Süd 449
TUM Klinikum Rechts der Isar München448
Jüdisches Krankenhaus Berlin446
Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital443
Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben - Standort Werningerode439
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden433
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer430
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel413
Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel391
Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen390
SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach372
Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz372
MEDINOS Klinik Sonneberg367
Klinikum Chemnitz355
Helios Klinikum Bad Saarow350
Universitätsklinikum Mannheim349
Franziskus-Krankenhaus Berlin342
Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück334
Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach328
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg326
Krankenhaus Leonberg322
Johanniter-Kliniken Hamm314
Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Gießen313
Albertinen-Krankenhaus Hamburg310
Universitätsmedizin Greifswald309
Gemeinschaftskrankenhaus Bonn St. Elisabeth St. Petrus St. Johannes307
Westpfalz-Klinikum - Standort II Kusel307
Krankenhaus Porz am Rhein Köln305
Krankenhaus Bethanien für die Grafschaft Moers304
Universitätsklinikum Würzburg300
Martin Luther Krankenhaus Berlin292

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So wurde die Tabelle erstellt

In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit Stentimplantationen in Koronararterien (OPS 8-840). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen dieser Eingriff im Jahr 2024 am häufigsten durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Daten sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Fakten zu einer Stentimplantation

Unter einem Stent versteht man eine Gefäßstütze in der Form eines rohrförmigen Gitternetzes mit einem Durchmesser von zwei bis fünf Millimetern und einer Länge von acht bis 38 Millimetern. Ein Stent wird durch eine Implantation mithilfe eines Katheters in verengte oder blockierte Gefäße eingesetzt, beispielsweise in die Herzkranzgefäße. Bei diesen werden meist Metallstents benutzt. Ein ballonexpandierender Stent kann bei einer Herzkranzgefäßerweiterung dazu dienen, Druck auf die Gefäßwand auszuüben und somit gefäßstützend wirken. Außerdem können medikamentbeschichtete Stents, welche mit einem Kunststoff überzogen sind, Medikamente an die Umgebung abgeben und somit die Verengung des Gefäßes verhindern.

Ein Stent wird notwendig, wenn aufgrund einer kardiologischen Erkrankung ein Gefäß oder Hohlorgan dauerhaft offengehalten werden muss. Dies kann beispielsweise bei der koronaren Herzerkrankung der Fall sein. Hier sind die Herzkranzgefäße aufgrund von Ablagerungen verengt. Auch nach einem Herzinfarkt, bei dem der Herzmuskel aufgrund des Verschlusses einer oder mehrerer Herzkranzarterien nicht mehr mit genügend Blut versorgt wird, kann ein Stent Abhilfe verschaffen.

Bei dem Eingriff wird eine dünne Sonde über einen Katheter in der Leiste oder am Handgelenk in das Herz geführt. Das betroffene verengte Gefäß wird mit einem Ballon geweitet und der Stent wird eingesetzt. Während und nach dem Eingriff kann mithilfe einer Röntgenuntersuchung die korrekte Position des Stents überprüft werden. Auch eine Herzultraschalluntersuchung kann durchgeführt werden. Schließlich wird der Ballonkatheter wieder entfernt. Während des Eingriffs wird außerdem ein blutgerinnungshemmendes Mittel verabreicht.

Nach der Operation bleibt der Patient meist eine Nacht zur Überwachung im Krankenhaus. Auch nach dem Krankenhausaufenthalt müssen Kontrolltermine beim Arzt wahrgenommen werden. Außerdem müssen weiterhin blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. Sport sollte in den ersten 7-14 Tagen nach dem Eingriff vermieden werden. Allgemein kann der Patient nach der Stentimplantation uneingeschränkt sein Leben weiterführen. Oftmals ist es aber ratsam, seinen Lebensstil zu überdenken, da dieser die Ursache für die Herzerkrankung sein kann. Eine gesündere Lebensweise ohne Rauchen, Alkohol und mit einer ausgewogenen Ernährung trägt dazu bei, dass kein weiterer Stent benötigt wird. Oftmals kann auch eine Reha in Anspruch genommen werden.

In den letzten zehn Jahren wurde eine kontinuierlich hohe Anzahl von Stents implantiert. Im Jahr 2024 wurde dieser Eingriff rund 81.000 Mal durchgeführt. Die meisten Patienten sind dabei zwischen 60 und 79 Jahre alt, wobei ungefähr zwei Drittel der behandelten Personen männlich sind.


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