Herzzentrum Leipzig
Herzzentrum Leipzig; Foto: Geisler Martin/CC0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Implantation eines Herzschrittmachers? Hier sind die 50 größten Kliniken gelistet.

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines elektronisches Gerät, welches der Behandlung von Herzerkrankungen dient, bei denen das Herz zu langsam schlägt. Der Schrittmacher bringt das Herz wieder in seinen normalen Rhythmus zurück.

Für die gelingende Implantation des Geräts ist eine gewisse Expertise notwendig. Eine Klinik sollte mindestens 50 Herzschrittmacher pro Jahr implantieren, damit man von einer guten Erfahrung des Teams ausgehen kann. Bei komplexeren Fällen sind Zentren mit über 100 Eingriffen jährlich empfehlenswert. Unten sind jene 50 deutschen Kliniken gelistet, in denen ein Herzschrittmacher im Jahr 2024 am häufigsten implantiert wurde.

TOP 50: Kliniken für Herzschrittmacher

KlinikBehandlungsfälle
Charité - Universitätsmedizin Berlin1936
Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen1165
Herzzentrum Leipzig1034
Klinikum Links der Weser Bremen1023
Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen1003
Marienhospital Osnabrück966
Herzzentrum Dresden Universitätsklinik960
Universitätsklinikum Münster931
St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe865
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier809
Evangelisches Klinikum Bethel Bielefeld - Standort Gilead744
Klinikum der Universität Heidelberg740
Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen735
Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt a. d. Saale723
Universitätsklinikum Bonn715
Saarland Heilstätten - Kliniken Völklingen694
Klinikum der Universität Ulm657
Vivantes Klinikum im Friedrichshain Berlin638
Klinikum Karlsburg625
BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin597
Elisabeth-Krankenhaus Essen582
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf570
Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim551
Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz542
Deutsches Herzzentrum München530
Vivantes Klinikum Berlin Neukölln526
Universitätsklinikum Köln522
Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach508
Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau504
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München491
Cellitinnen-Krankenhaus St. Vinzenz Köln489
Heinrich-Braun-Klinikum - Standort Zwickau486
Augusta-Kranken-Anstalt Bochum-Mitte482
Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern480
Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde468
Universitätsklinikum Augsburg466
Helios Kliniken Schwerin437
St.-Johannes-Hospital Dortmund433
Krankenhaus Mörsenbroich-Rath - Augusta Krankenhaus Düsseldorf428
Universitätsklinikum Jena Lobeda424
Klinikum Chemnitz417
Universitätsklinikum Freiburg411
Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg404
Immanuel Klinikum Bernau - Herzzentrum Brandenburg - Universitätsklinikum der MHB Theodor Fontane400
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Lübeck394
Klinikum Osnabrück386
LUP-Klinikum Helene von Bülow Ludwigslust383
SLK-Kliniken Heilbronn - Klinikum am Plattenwald Bad Friedrichshall378
Universitätsklinikum Aachen374
Asklepios Klinik St. Georg Leipzig373

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So wurde die Klinikliste erstellt

In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit dem Einsetzen eines Herzschrittmachers bzw. eines Defibrillators (OPS 5-377.30). Es wurden jene 50 Häuser gelistet, in denen dieser Eingriff im Jahr 2024 am häufigsten durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Sie dokumentieren auch die Anzahl der behandelten Patienten. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Daten sind dem Krankenhausatlas der AOK entnommen.

Fakten zum Einsatz von Herzschrittmachern

Ein Herzschrittmacher sendet elektrische Impulse über eine oder mehrere Elektroden ins Herz. Diese führen dazu, dass der Herzmuskel sich zusammenzieht und das Herz im richtigen Takt schlägt. Es gibt Einkammer-, Zweikammer- und Dreikammer-Herzschrittmacher, die sich in der Anzahl der Elektroden unterscheiden und bei unterschiedlichen Erkankungen eingesetzt werden können.

Der Eingriff findet unter einem leichten Beruhigungsmittel oder Vollnarkose statt. Über ein Gefäß unterhalb des Schlüsselbeins wird eine Sonde bis zum Herzen geschoben. An der Spitze dieser Sonde befindet sich die Elektrode, welche von innen mit einer Schraube mit der Herzwand verankert wird. Anschließend wird das Kabel mit dem Schrittmacheraggregat verbunden, das ober- oder unterhalb des Brustmuskels mit einem kleinen Schnitt in einer Hauttasche platziert wird.

Ein Herzschrittmacher kann eingesetzt werden, wenn das Herz nicht mehr im richtigen Rhythmus schlägt. Das kann beispielsweise bei einer Herzrhtythmusstörung der Fall sein. Bei dieser Erkrankung kann das Herz sowohl zu langsam, zu schnell oder unrhythmisch schlagen. Muss das Herz dauerhaft unterstützt werden, ist der Einsatz eines Herzschrittmachers sinnvoll. Auch bei Erkrankungen des Sinusknotens oder des AV-Knotens, welche Symptome wie Schwindelgefühl, Leistungseinbrüche oder Ohnmacht auslösen, stellt der Herzschrittmacher eine gute Behandlungsmöglichkeit dar.

Nach dem Eingriff kann das Leben ganz normal gestaltet werden. Allerdings sollten vor allem Kontrolltermine regelmäßig wahrgenommen werden und der Herzschrittmacher-Ausweis immer bei sich getragen werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Gerät in der Nähe von anderen elektronischen Geräten Störungen hervorrufen könnte. Auch bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen sollte das Personal auf den Herzschrittmacher hingewiesen werden.

In den letzten zehn Jahren wurde eine kontinuerlich hohe Anzahl von Herzschrittmachern implantiert: im Jahr 2023 wurden über 119.000 Eingriffe vorgenommen. Die meisten Patienten waren dabei zwischen 60 und 89 Jahre alt, wobei die männlichen Patienten überwogen.

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