
In welchen Kliniken arbeiten die besten Kinderherzspezialisten Deutschlands? Hier sind herausragende Kinderherzzentren gelistet, in denen kleine Patienten eine optimale Behandlung erhalten.
Wird dem eigenen Kind ein angeborener Herzfehler diagnostiziert, ist der Schock zunächst groß. Die gute Nachricht: Die meisten Fehlbildungen können inzwischen gut behandelt werden. Eine Verengung der rechten Herzklappe oder der Aorta, ein Vorhofseptumdefekt oder ein persistierender Ductus arteriosus – all diese Fehlentwicklungen des Herzens sind für erfahrene Ärztinnen und Ärzte Routineeingriffe.
Denn etwa jedes 100. Kind wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren und an über 200 Krankenhäusern werden die kleinen Patientinnen und Patienten mit Herzproblemen behandelt. Aber nicht in allen Krankenhäusern arbeiten erfahrene Ärzte oder Ärztinnen. Und auch über gut geschultes Betreuungspersonal verfügt nicht jedes Klinikum. In der unterstehenden Liste finden Sie Kinderherzzentren, in denen Ärztinnen und Ärzte viel Erfahrung haben, ausreichend Pflegekräfte beschäftigt werden und die Patienten nach der Behandlung überdurchschnittlich zufrieden waren.
Herausragende Kinderherzzentren in Deutschland
| Klinik | Behandlungsfälle | Patientenzufriedenheit | Pflegekraft-Patienten-Verhältnis |
|---|---|---|---|
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 464 | 86 % | befriedigend |
| TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München | 372 | 86 % | gut |
| Herzzentrum Leipzig | 306 | 87 % | sehr gut |
| Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen | 294 | 87 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Erlangen | 215 | 87 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Tübingen | 205 | 87 % | sehr gut |
| Medizinische Hochschule Hannover | 189 | 84 % | gut |
| Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Gießen | 180 | 84 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Freiburg | 146 | 87 % | gut |
| Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 142 | 83 % | gut |
| Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen | 106 | 90 % | sehr gut |
| Herzzentrum Dresden | 105 | 87 % | sehr gut |
| Klinikum Stuttgart - Olgahospital / Frauenklinik | 99 | 86 % | gut |
| Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim | 92 | 88 % | befriedigend |
| Klinikum Oldenburg | 88 | 84 % | gut |
| Klinikum Osnabrück | 80 | 84 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Leipzig | 73 | 87 % | gut |
| Universitätsklinikum Ulm | 68 | 84 % | befriedigend |
| Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital | 63 | 83 % | gut |
| St.-Johannes-Hospital Dortmund | 59 | 83 % | befriedigend |
| Frauenklinik Dr. Geisenhofer München | 55 | 92 % | gut |
| Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart | 53 | 83 % | gut |
| Klinikum St. Marien Amberg | 47 | 88 % | befriedigend |
| Universitätsklinikum Würzburg | 47 | 87 % | gut |
| Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde | 44 | 92 % | gut |
| St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn | 43 | 83 % | sehr gut |
| Immanuel Klinikum Bernau - Herzzentrum Brandenburg - Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane | 42 | 88 % | befriedigend |
| Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen | 41 | 89 % | gut |
| Rhein-Maas Klinikum Würselen | 41 | 83 % | gut |
| Städtisches Klinikum Karlsruhe | 41 | 83 % | gut |
| Agaplesion Krankenhaus Neu Bethlehem Göttingen | 37 | 93 % | sehr gut |
| Cellitinnen-Krankenhaus St. Vinzenz Köln | 37 | 87 % | befriedigend |
| Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt a. d. Saale | 35 | 86 % | gut |
| Zentralklinik Bad Berka | 35 | 86 % | gut |
| Ostalb-Klinikum Aalen | 34 | 86 % | gut |
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So wurde die Klinikliste erstellt
- Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärztinnen und Ärzte eine große Erfahrung mit kleinen Herzpatienten, weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen die häufigste Kinderherzerkrankung, der Ventrikelseptumdefekt (ICD – Q21), im Jahr 2024 überdurchschnittlich häufig behandelt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
Quelle: TK-Klinikführer
- Hohe Zufriedenheit!
Überdurchschnittlich viele Patientientinnen und Patienten waren nach ihrem Aufenthalt in einer der oben aufgeführten Kliniken zufrieden (mindestens 83 Prozent). Das zeigt eine Umfrage der AOK, bei der Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt einen Fragebogen ausfüllten. Um ein Stimmungsbild einzuholen, verschickte die AOK rund 400.000 Fragebögen. Für eine Bewertung der Gesamtzufriedenheit lagen bei manchen Kliniken nicht ausreichend Ergebnisse der AOK vor. In diesen Fällen übernahm Klinik Kompass die jeweilige Gesamtbewertung von der Website Klinikbewertungen.de.
Quelle: AOK-Krankenhausatlas und Klinikbewertungen.de
- Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis!
Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten. Es stehen krankenhausweit also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.
Fakten zu Herzoperationen bei Kindern
Herzoperationen werden bei Kindern in den meisten Fällen bei angeborenen Erkrankungen durchgeführt. Das Herz ist ein sehr komplexes Organ mit Kammern, Vorhöfen, Klappen und vielen Gefäßen. Jedes Element hat seine eigene Aufgabe, um sauerstoffreiches Blut durch den Körper zu pumpen.
Fehlbildungen wie nicht vollständig ausgebildete Herzscheidewände oder Gefäßanomalien können zu einer erhöhten Belastung führen. Weil das Herz auch mit den Lungen verbunden ist, führen Herzfehler häufig zu Beeinträchtigungen der Lungenfunktion. Auch die Werte wie Herzfrequenz, Schlagkraft, Rhythmus und Blutdruck weichen dann von der Norm ab. Betroffene Kinder haben wegen des Sauerstoffmangels eine bläuliche Hautfarbe (Zyanose) und atmen in schnellen und kurzen Zügen.
Die Ursachen, die zu angeborenen Herzfehlern führen, sind nicht hinreichend bekannt. Man weiß aber, dass das Herz aufgrund seiner komplexen Struktur auch eine komplizierte embryologische Entwicklung hat. Zu einer der häufigsten angeborenen Herzfehlern zählt der sogenannte Ventrikelseptumdefekt. Hier liegt eine Öffnung in der Kammerscheidewand vor. Durch diese gelangt vermehrt sauerstoffreiches Blut aus der linken in die rechte Herzkammer.
In der rechten Herzkammer sollte aber nur sauerstoffarmes Blut zurück in die Lungen gepumpt werden, damit es dort wieder Sauerstoff erhält. Durch den Defekt pumpt das Herz also ohnehin sauerstoffreiches Blut wieder in die Lungen, welches dann dem Körperkreislauf fehlt. Das Herz muss diesen Verlust kompensieren und entwickelt eine sogenannte Linksherzbelastung und einen zu hohen Blutdruck in den Lungengefäßen.
Zur Erkennung von angeborenen Herzfehlern wählen Ärztinnen und Ärzte oftmals das Ultraschallverfahren (Echokardiografie) aus. Weil der Brustumfang bei Kindern noch recht klein ist und die Knochen dünn sind, ist eine Echokardiografie von außen oftmals ausreichend, um Anomalien festzustellen. Weitere wichtige bildgebende Verfahren sind die Computer- und die Magnetresonanztomografie.
Die Therapiemethoden, die beispielsweise beim Vorhofseptumdefekt zum Einsatz kommen, sind in den meisten Fällen operativ. Denn ist die Öffnung in der Scheidewand zu stark ausgeprägt, sodass ein spontaner Verschluss in den ersten Lebensjahren nicht erwartet werden kann, kann nur eine Operation helfen. Die Chirurgen flicken das Loch mithilfe spezieller Nahttechniken oder mit Patches, die die Öffnung verschließen sollen. Eine intensive kardiologische Überwachung stellt den Erfolg der Operation sicher.
Die Anzahl der Diagnosen mit angeborenen Fehlbildungen der Herzsepten (ICD-Code Q21) ist in den letzten Jahren gestiegen. Während im Jahr 2010 nur 9.869 Personen (Kinder und Erwachsene) mit dieser Erkrankung in deutschen Kliniken behandelt wurden, war die Zahl der Betroffenen im Jahr 2024 mit 12.800 Personen wesentlich höher. Das Alter der Betroffenen liegt größtenteils unter einem Jahr und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt neun Tage.
































