Der Haupteingang des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen; ©HDZ NRW

Welche deutschen Kliniken sind die besten bei Erkrankungen des Herzens? Hier sind 22 Krankenhäuser dargestellt, die einen hohen Behandlungsstandard erfüllen. 

Was Herzkrankheiten betrifft, verfügen deutsche Ärzte über eine große Expertise. Denn Erkrankungen des Herzens, wie die Koronare Herzkrankheit (KHK), ein Herzinfarkt und die Herzschwäche gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Dementsprechend groß ist das Interesse daran, geeignete Therapien für eine schnelle Genesung zu erforschen.

In allen nachfolgend genannten Kliniken haben Ärzte eine überdurchschnittliche Erfahrung bei der Behandlung einer Koronaren Herzkrankheit. 

Die besten Kliniken für Herzmedizin

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2019) 
St.-Johannes-Hospital DortmundDortmund2129
Deutsches Herzzentrum München des Freistaates BayernMünchen1603
Herzzentrum LeipzigLeipzig1530
Herz- und Diabeteszentrum NRWBad Oeynhausen1216
Deutsches Herzzentrum BerlinBerlin1156
Universitäts-Herzzentrum FreiburgBad Krozingen1136
Universitätsmedizin MainzMainz1443
Klinikum Links der WeserBremen1436
Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus KielKiel1400
Universitätsklinikum DüsseldorfDüsseldorf1147
Herz-Zentrum BodenseeKonstanz1099
LMU Klinikum München1042
Universitätsklinikum BonnBonn1040
Kerckhoff-KlinikBad Nauheim1006
Universitätsmedizin RostockRostock990
Klinikum OldenburgOldenburg988
Universitätsklinikum UlmUlm967
Universitätsklinikum HeidelbergHeidelberg911
Herzzentrum DresdenDresden885
Robert-Bosch-KrankenhausStuttgart876
Universitäres Herz- und Gefäßzentrum UKE HamburgHamburg847
Universitätsmedizin GöttingenGöttingen830

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So wurde die Klinikliste erstellt:

  • Focus-Auszeichnung! Das große, deutsche Wochenmagazin Der FOCUS zeichnet jedes Jahr die besten Fachkrankenhäuser für Kardiologie aus. Alle genannten Häuser sind in der Klinikliste 2022 als Top-Klinik im Bereich Kardiologie gelistet.
  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen dieser Eingriff überdurchschnittlich häufig durchgeführt wurde. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Die KHK gehört zu den häufigsten Herzerkrankungen in Deutschland.
  • Zertifizierungen! Wenn ein Klinikum zertifiziert wurde, heißt dies sogleich, dass auf Herzmedizin spezialisierte Ärzte im Klinikum arbeiten und das notwendige Equipment für eine Behandlung zur Verfügung steht. Alle oben gelisteten Häuser sind bei der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) als Herzchirurgisches Fachzentrum gelistet. Die DGTHG ist die wichtigste Fachgesellschaft für Herzoperationen in Deutschland.
  • Hohe Patientenzufriedenheit! Alle oben dargestellten Kliniken haben eine überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit. Dies ergibt sich aus einer Befragung der AOK, der BARMER Ersatzkasse und der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der „Weissen Liste“. Jedes Jahr werden rund eine halbe Millionen Versicherte der genannten Krankenversicherungen zu ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.

Fakten zur Behandlung von Herzkrankheiten

Die Symptome, die auf eine Herzerkrankung hindeuten, sind ganz unterschiedlich. Das liegt daran, dass das Herz ein komplexes Organ mit Vorhöfen, Kammern und Klappen ist. Es ist zum einen mit dem Körperkreislauf und zum anderen mit dem Lungenkreislauf verbunden. Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf bestimmte Herzkrankheiten. Während beim Mann beim Herzinfarkt zum Beispiel die herzinfarkt-typischen Symptome wie Brustschmerzen, Ausstrahlung in den linken Arm und Engegefühl im Brustkorb stark und eindeutig sind, sind sie bei Frauen eher vermindert und treten in Kombination mit Bauchschmerzen und Magenbeschwerden aus.

So wie die Symptome sind auch die Ursachen von Herz-Kreislauf-Krankheiten unterschiedlich. Als Risikofaktoren, die die Entstehung einer Herzerkrankung begünstigen, gelten Nikotinkonsum, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung oder psychosoziale Stressfaktoren. Auch das Alter und die genetische Veranlagung spielen eine Rolle. Oftmals tritt zunächst eine Gefäßverkalkung auf (Arteriosklerose). Denn Fette und Cholesterin lagern sich als Plaques an der inneren Gefäßwand ab. So verkleinert sich der Durchmesser der Blutgefäße. Das Herz muss nun mehr Druck aufbauen, damit das Blut durch die Engstellen gepumpt und der Körper weiterhin mit Sauerstoff versorgt werden kann. Die erhöhte Belastung führt zur Erkrankung des Herzmuskels.

Zur Erkennung einer Herzkrankheit führen Ärzte ein ausführliches Anamnesegespräch mit Ihnen. Sie werden nach Risikofaktoren in Ihrem Leben fragen. Gab es schon Herzerkrankungen in der Familie? Rauchen Sie? Wie schwer sind Sie? Leiden Sie an hohem Blutdruck? Nach der Beantwortung der Fragen folgt die körperliche Untersuchung. Mit einem Stethoskop können Fachärzte Ihr Herz abhören, um krankhafte Strömungsgeräusche feststellen zu können. Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) wird mittels Elektroden Ihre Herzaktivität in Ruhephase und unter Belastung gemessen. Hier würden mögliche Rhythmusstörungen auffallen. Mit einer Echokardiographie (Herzecho) können die Ärzte mithilfe eines Ultraschallgeräts die Herzbewegungen “live” mitverfolgen. Eine Herzkatheteruntersuchung erlaubt es den Ärzten, die umliegenden herznahen Blutgefäße zu prüfen.

Als Therapiemethoden kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden infrage. Wurde bei Ihnen beispielsweise eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert, empfehlen Ihnen Ärzte individuelle Risikofaktoren zu verringern. Eine Heilung ist zwar nicht möglich, doch Sie können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die Ärzte raten zu einer gesunden Lebensweise: Sport, gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und Rauchstopp. Sie verschreiben Ihnen auch Medikamente wie ß-Rezeptoren-Blocker. Diese reduzieren den Blutdruck, verlangsamen den Puls und entlasten so das Herz. Bei ausgeprägten Formen muss die koronare Herzkrankheit mit einer Bypass-Operation behandelt werden. Die bestehende Engstelle am Herzkranzgefäß, das nicht mehr ausreichend den Herzmuskel mit Blut versorgen kann, wird mit einem gesunden Gefäßstück (aus dem Brustkorb oder Unterschenkel) überbt. So stelle die Chirurgen die ausreichende Durchblutung des Herzmuskels wieder her.

Auch wenn die Zahl der diagnostizierten Fälle (ICD-Code I20-I25) mit koronaren Herzkrankheiten in den letzten Jahren gesunken ist, sind sie in Deutschland die führende Todesursache. Insgesamt sind fast 40 Prozent aller Todesfälle hierzulande auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zuzuführen. Zuletzt wurden im Jahr 2020 immerhin noch 562.423 Menschen mit dieser Hauptdiagnose in deutschen Kliniken behandelt. Die Erkrankung tritt in einer breiten Altersgruppe von 55 bis 84 Jahren auf. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einem Krankenhaus liegt bei etwa fünf Tagen.