Charité Berlin
Bettenhochhaus der Charité Berlin, ©INTERRAILS

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich besonders gut für die Behandlung von Lymphdrüsenkrebs? Hier sind einige hervorragende Häuser gelistet.

Lymphdrüsenkrebs, auch Morbus Hodgkin genannt, ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Es handelt sich um eine seltene Krebsart, die 0,5 Prozent aller Krebsneuerkrankungen ausmacht. Typische Beschwerden sind schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich. Die meisten Patienten können mit der heute gängigen Therapie dauerhaft geheilt werden.

Bei einer Krebserkrankung ist die Expertise der Ärzte von großer Bedeutung. In allen unten gelisteten Kliniken, haben Ärzte nicht nur eine große Erfahrung bei Lymphdrüsenkrebs. Die Häuser sind auch gut ausgestattet und von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Behandlungszentrum zertifiziert.

Top Kliniken für Lymphdrüsenkrebs

KrankenhausStadtBehandlungsfälle (2020)
Charité - Universitätsmedizin BerlinBerlin301
Universitätsklinikum AugsburgAugsburg172
Universitätsklinikum WürzburgWürzburg167
Universitätsklinikum Schleswig-HolsteinLübeck117
Helios Klinikum ErfurtErfurt113
Universitätsklinikum FrankfurtFrankfurt am Main109
Universitätsklinikum des SaarlandesHomburg102
Universitätsklinikum FreiburgFreiburg101
Universitätsklinikum MünsterMünster91
Universitätsklinikum DüsseldorfDüsseldorf82
Universitätsklinikum RegensburgRegensburg82
Helios Klinikum KrefeldKrefeld74
Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität MainzMainz66
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus DresdenDresden62
SLK-Kliniken Heilbronn - Klinikum am GesundbrunnenHeilbronn61
Universitätsklinikum BonnBonn60
Universitätsklinikum ErlangenErlangen60
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort MarburgMarburg60
Klinikum Bremen-MitteBremen59
Universitätsklinikum TübingenTübingen59
Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort GießenGießen53
Universitätsklinikum Halle (Saale)Halle (Saale)52
Klinikzentrum MitteDortmund51
Universitätsklinikum MagdeburgMagdeburg49
Medizinische Hochschule HannoverHannover48
Universitätsklinikum HeidelbergHeidelberg47
Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-SchwenningenVillingen-Schwenningen44
Carl-Thiem-Klinikum CottbusCottbus43
Helios Kliniken SchwerinSchwerin42
Klinikum BayreuthBayreuth38
Universitätsklinikum MannheimMannheim37
Helios Universitätsklinikum WuppertalWuppertal33
Universitätsmedizin GöttingenGöttingen31

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So wurde die Klinikliste erstellt

  • Viele Patienten! In den dargestellten Kliniken haben Ärzte eine große Erfahrung mit dem Hodgkin-Lymphom (ICD C81), weil nur Häuser besichtigt wurden, in denen Patienten mit dieser Erkrankung überdurchschnittlich häufig behandelt wurden. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen.
  • Gute Eignung! Die oben gelisteten Kliniken sind besonders für Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom geeignet. Laut Qualitätsbericht arbeitet in den Einrichtungen entsprechend geschultes Personal, auch die notwendigen Apparate sind im Haus vorhanden.
  • Zertifizierungen! Wenn ein Klinikum zertifiziert wurde, heißt dies sogleich, dass auf Lymphdrüsenkrebs spezialisierte Ärzte im Klinikum arbeiten und das notwendige Equipment für eine Behandlung zur Verfügung steht. Alle oben gelisteten Häuser sind von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum zertifiziert.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der deutschen Kliniklandschaft. Die hohe Behandlungsqualität an vielen anderen Häusern wird selbstverständlich nicht angezweifelt.

Fakten zu Lymphdrüsenkrebs

Lymphdrüsenkrebs kann überall im Körper entstehen, da sich im gesamten Körper Lymphgewebe befindet. Die Erkrankung beginnt oft schleichend mit ersten Symptomen wie vergrößerten Lymphknoten, die nur langsam wachsen und keine Schmerzen verursachen. Über Lymphbahnen und das Blut können sich Lymphzellen im Körper ausbreiten und andere Lymphknoten befallen. Diese können im Hals- und Nackenbereich, der Achselhöhle oder der Leiste auftreten. Auch Lymphknotenregionen, die nicht von außen ertastbar sind, wie beispielsweise hinter dem Brustbein, können betroffen sein und Luftnot auslösen. Weitere Symptome können unter anderem Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Müdigkeit oder starker Juckreiz am ganzen Körper sein.

Die Ursachen für die Entstehung von Morbus Hodgkin ist nicht bekannt. Die Erkrankung entsteht durch eine Entartung von Zellen des lymphatischen Systems. Mögliche Risikofaktoren für eine Erkrankung sind unter anderem ein stark geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel nach einer Organtransplantation. Langjähriges Rauchen erhöht  das Risiko für Lymphknotenkrebs.

Die Diagnose von Lymphdrüsenkrebs geschieht über die Entnahme und Untersuchung eines auffälligen Lymphknotens. Dieser Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Narkose. Das Gewebe wird anschließend im Labor untersucht. Falls ein Lymphom festgestellt wird, bestimmen die Ärzte auch die genaue Untergruppe, von der die nachfolgende Behandlung abhängt.

Die Behandlung der Krebserkrankung wird anschließend mit dem Patienten abgestimmt. Diese hängt vom Grad der Ausbreitung der Erkrankung im Körper ab. Das Ziel ist es, das befallene Gewebe vollständig zu entfernen.
In einem frühen und mittleren Krankheitsstadium wird meist eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt. Wenn beide Seiten des Zwerchfells befallen sind, also ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium vorliegt und bereits nicht-lymphatische Organe betroffen sind, werden bis zu acht Zyklen intensiver Chemotherapie durchgeführt. Eine anschließende Strahlentherapie kann außerdem eventuelle Tumorreste zerstören.
Da Hodgkin-Lymphone sehr empfindlich gegenüber Strahlen- und Chemotherapie sind, sind diese Behandlungsverfahren sehr erfolgreich und die meisten Patienten können geheilt werden.

In den letzten vier Jahren wurden für Lymphdrüsenkrebs leicht fallende Behandlungszahlen verzeichnet: im Jahr 2018 wurden 9694 Patienten in deutschen Krankenhäusern behandelt, im Jahr 2021 waren es nur noch 9205. Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters treffen, auch Kinder und Jugendliche.  kommt häufiger bei Männern vor, es und entsteht meist im Alter von 35 bis 64 Jahren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer Klinik beträgt ungefähr sechs Tage.