Bild erstellt mit KI (DALL-E)

Einige Kliniken werben damit, die Hüftprothese von vorne einzusetzen (AMIS-Methode). Damit verbunden seien geringere Nebenwirkungen und Komplikationen. Doch stimmt das? In einer großen Studie mit fast 11.800 Patienten wurde nun untersucht, ob der hintere oder der vordere Zugang bei der Implantation der Hüftprothese sicherer ist. 

Das wichtigste Ergebnis: Insgesamt gibt es bei den Komplikationen keinen bedeutsamen Unterschied zwischen den beiden Zugängen. Im ersten Jahr nach der Operation traten bei beiden Patientengruppen ähnlich häufig Probleme auf (rund 4,5 % vorne, 5,7 % hinten). Auch die Schwere der Komplikationen und die Chancen, dass sie sich wieder beheben lassen, waren vergleichbar.

Unterschiede zeigten sich allerdings in der Art der Komplikationen:

Beim Zugang von hinten kam es häufiger dazu, dass die neue Hüfte auskugelte (1,9 Prozent hinten, 0,4 Prozent vorne).
Beim Zugang von vorne traten dafür etwas häufiger oberflächliche Wundinfektionen auf (1,6 Prozent vorne, 0,8 Prozent hinten).
Andere seltene Komplikationen, etwa tiefe Infektionen, Knochenbrüche rund um die Prothese, Lockerungen oder Nervenschäden, waren bei beiden Wegen ähnlich selten.

Was bedeutet das für Sie? Da kein Weg grundsätzlich besser oder schlechter ist, kann die Wahl des Zugangs gut an Ihre persönliche Situation angepasst werden. Ihr behandelndes Team bespricht mit Ihnen, welche Variante in Ihrem Fall am besten passt, unter Berücksichtigung Ihrer Anatomie, Vorerkrankungen und der jeweiligen Vor- und Nachteile. Wenn ein Klinikum den Zugang von vorne (AMIS) als grundsätzlich sicherer oder dem klassischen Zugang von hinten überlegen darstellt, ist diese Aussage nach aktueller Studienlage aber zu relativieren.

Quelle: Bublak R. Anterior oder posterior? Hüft-TEP: Zugang ist für die Komplikationsrate unerheblich. Springer Medizin, 03.08.2026. 


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