Herzzentrum der Uniklinik Freiburg in Bad Krozingen.
Herzzentrum der Uniklinik Freiburg in Bad Krozingen. ©Rauenstein/CC0

Welche Kliniken in Deutschland eignen sich für die Implantation eines Stents? Hier finden Sie ein passendes Haus.  

Ein Stent ist ein mediznisches Implantat, welches dazu dient, verschlossene oder verengte Blutgefäße des Herzens offen zu halten. Dies kann bei unterschiedlichen kardiologischen Erkrankungen oder beispielsweise nach einem Herzinfarkt notwendig sein. Die Operation gilt als Routineeingriff. Trotzdem ist es wichtig, dass die behandelnden Ärzte viel Erfahrung haben, um eine erfolgreiche Behandlung sicherzustellen.

Klare Vorgaben in Deutschland, wie viele Stents ein Klinikum pro Jahr einsetzen sollte, damit es eine gute Behandlungsqualität hat, gibt es nicht. In einem Orientierungspapier (S.374) aus dem Jahr 2021 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie steht aber, dass in einem Klinikum pro Jahr rund 400 perkutane Koronarinterventionen (Herzkatheter-Untersuchung mit Einsetzen eines Stents) durchgeführt werden sollten, um eine gute Behandlungsqualität zu erreichen. Deshalb wurde diese Zahl als Orientierung übernommen.

Unten sind jene 10 Kliniken gelistet, in denen im Jahr 2024 am häufigsten ein Stent eingesetzt wurde und ausreichend Pflegekräfte beschäftigt werden. Zwar ist man nach der Stentimplantation in der Regel nur eine Nacht auf Station. Dennoch ist es wichtig, dass es auch dann ausreichend Betreuungskräfte gibt, die im Falle des Falles helfen können.

Top 10: Kliniken für eine Stentimplantation

Klinik Behandlungs­fälle Pflegekraft-Patienten-Verhältnis
Klinikum Links der Weser
28277 Bremen
Behandlungsfälle2.226 Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Klinikum Oldenburg AöR
26133 Oldenburg(Oldb)
Behandlungsfälle1.791 Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Universitätsklinikum Freiburg Bad Krozingen
79189 Bad Krozingen
Behandlungsfälle1.736 Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
Deutsches Herzzentrum München - TUM Klinikum
80636 München
Behandlungsfälle1.342 Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Herzzentrum Dresden
01307 Dresden
Behandlungsfälle1.316 Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Hauptstandort UM
55131 Mainz
Behandlungsfälle1.313 Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
Helios Klinikum Emil von Behring GmbH
14165 Berlin
Behandlungsfälle1.266 Pflegekraft-Patienten-Verhältnisgut
AGAPLESION Frankfurter Diakonie Kliniken gGmbH Bethanien Krankenhaus
60389 Frankfurt am Main
Behandlungsfälle1.191 Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
Herzzentrum Leipzig
04289 Leipzig
Behandlungsfälle1.165 Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut
MediClin Herzzentrum Lahr/Baden
77933 Lahr, Schwarzwald
Behandlungsfälle1.161 Pflegekraft-Patienten-Verhältnissehr gut

Die zehn Kliniken mit den meisten Herzkatheter-Eingriffen mit Stent pro Jahr, bei denen das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis mindestens „gut" ist. Behandlungsfälle: Herzkatheter-Untersuchungen mit Einsetzen eines Stents (perkutane Koronarintervention) pro Jahr. Pflegekraft-Patienten-Verhältnis: basiert auf dem Pflegepersonalquotienten (Fälle je Pflegekraft unter Berücksichtigung der Fallschwere; je weniger Fälle pro Pflegekraft, desto besser). Quelle: Bundes-Klinik-Atlas, Datenstand 2024.

Die Einstufung von „sehr gut“ bis „weit unterdurchschnittlich“ ergibt sich daraus, wie viele Fälle rechnerisch auf eine einzelne Pflegekraft entfallen, wobei die Schwere der Fälle mitberücksichtigt wird. Es wurden dafür alle deutschen Kliniken sortiert und in fünf gleich große Gruppen geteilt: Entfallen auf eine Pflegekraft weniger als 42 Fälle pro Jahr, gehört die Klinik zum besten Fünftel, das ist ein „sehr guter“ Wert. Sind es mehr als 58 Fälle, zählt sie zum Fünftel mit der höchsten Belastung und wird als „weit unterdurchschnittlich“ eingestuft.

Es gilt also:
👉 je mehr eingesetzte Stents, desto mehr Erfahrung
👉 je weniger Fälle pro Pflegekraft, desto mehr Zeit pro Patient.

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Fakten zu einer Stentimplantation

Unter einem Stent versteht man eine Gefäßstütze in der Form eines rohrförmigen Gitternetzes mit einem Durchmesser von zwei bis fünf Millimetern und einer Länge von acht bis 38 Millimetern. Ein Stent wird durch eine Implantation mithilfe eines Katheters in verengte oder blockierte Gefäße eingesetzt, beispielsweise in die Herzkranzgefäße. Bei diesen werden meist Metallstents benutzt. Ein ballonexpandierender Stent kann bei einer Herzkranzgefäßerweiterung dazu dienen, Druck auf die Gefäßwand auszuüben und somit gefäßstützend wirken. Außerdem können medikamentbeschichtete Stents, welche mit einem Kunststoff überzogen sind, Medikamente an die Umgebung abgeben und somit die Verengung des Gefäßes verhindern.

Ein Stent wird notwendig, wenn aufgrund einer kardiologischen Erkrankung ein Gefäß oder Hohlorgan dauerhaft offengehalten werden muss. Dies kann beispielsweise bei der koronaren Herzerkrankung der Fall sein. Hier sind die Herzkranzgefäße aufgrund von Ablagerungen verengt. Auch nach einem Herzinfarkt, bei dem der Herzmuskel aufgrund des Verschlusses einer oder mehrerer Herzkranzarterien nicht mehr mit genügend Blut versorgt wird, kann ein Stent Abhilfe verschaffen.

Bei dem Eingriff wird eine dünne Sonde über einen Katheter in der Leiste oder am Handgelenk in das Herz geführt. Das betroffene verengte Gefäß wird mit einem Ballon geweitet und der Stent wird eingesetzt. Während und nach dem Eingriff kann mithilfe einer Röntgenuntersuchung die korrekte Position des Stents überprüft werden. Auch eine Herzultraschalluntersuchung kann durchgeführt werden. Schließlich wird der Ballonkatheter wieder entfernt. Während des Eingriffs wird außerdem ein blutgerinnungshemmendes Mittel verabreicht.

Nach der Operation bleibt der Patient meist eine Nacht zur Überwachung im Krankenhaus. Auch nach dem Krankenhausaufenthalt müssen Kontrolltermine beim Arzt wahrgenommen werden. Außerdem müssen weiterhin blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. Sport sollte in den ersten 7-14 Tagen nach dem Eingriff vermieden werden. Allgemein kann der Patient nach der Stentimplantation uneingeschränkt sein Leben weiterführen. Oftmals ist es aber ratsam, seinen Lebensstil zu überdenken, da dieser die Ursache für die Herzerkrankung sein kann. Eine gesündere Lebensweise ohne Rauchen, Alkohol und mit einer ausgewogenen Ernährung trägt dazu bei, dass kein weiterer Stent benötigt wird. Oftmals kann auch eine Reha in Anspruch genommen werden.

In den letzten zehn Jahren wurde eine kontinuierlich hohe Anzahl von Stents implantiert. Im Jahr 2024 wurde dieser Eingriff rund 81.000 Mal durchgeführt. Die meisten Patienten sind dabei zwischen 60 und 79 Jahre alt, wobei ungefähr zwei Drittel der behandelten Personen männlich sind.


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