
Welche Kliniken in Deutschland sind bei Patienten mit Aortenstenose geeignet? Hier sind einige empfehlenswerte Häuser gelistet.
Bei einer leichten Aortenklappenstenose (meist verkürzt: Aortenstenose) kann zunächst eine konservative Therapie erfolgen. Der Patient sollte dann körperliche Anstrengungen vermeiden und das eigene subjektive Wohlbefinden im Auge behalten. Bei einer mittelgradigen bis hochgradigen Aortenstenose sind die Beschwerden in der Regel aber so groß, dass eine Operation empfohlen wird. Vielen Patientinnen und Patienten wird dann zu einem Aortenklappenersatz geraten.
Wenn man sich für eine Operation am Herzen entscheidet, will man die beste Behandlung erhalten. Denn auch wenn die Herzklappenoperation inzwischen als sicher gilt, sind manche Operateure erfahrener als andere. Außerdem spielt die Ausstattung im Krankenhaus und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzte eine Rolle. Als Patient kann man bei der Suche nach einer passenden Klinik schnell den Überblick verlieren, deshalb sind unten sehr gute Häuser für Aortenstenose gelistet.
Krankenhäuser für Aortenstenose
| Klinik | Behandlungsfälle | Pflegekraft-Patienten-Verhältnis |
|---|---|---|
| Charité - Universitätsmedizin Berlin | 2094 | befriedigend |
| Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen | 1624 | befriedigend |
| TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München | 1346 | gut |
| Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde | 1320 | gut |
| Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim | 1251 | befriedigend |
| Herzzentrum Dresden | 1224 | sehr gut |
| Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt a. d. Saale | 1209 | gut |
| Universitätsklinikum Düsseldorf | 1201 | befriedigend |
| St.-Johannes-Hospital Dortmund | 1147 | befriedigend |
| LMU Klinikum München - Campus Großhadern | 1064 | befriedigend |
| Herzzentrum Klinikum Stuttgart | 953 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Köln | 921 | befriedigend |
| Klinikum Links der Weser Bremen | 901 | gut |
| Zentralklinik Bad Berka | 892 | gut |
| Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart | 839 | gut |
| Universitätsklinikum Ulm | 839 | befriedigend |
| Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen | 831 | sehr gut |
| Medizinische Hochschule Hannover | 803 | gut |
| Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 762 | gut |
| Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe | 761 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf | 715 | gut |
| Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen | 670 | gut |
| Klinikum Karlsburg der Klinikgruppe Dr. Guth | 648 | befriedigend |
| SHG-Kliniken Völklingen | 640 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Regensburg | 639 | sehr gut |
| Helios Klinikum Krefeld | 637 | gut |
| Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel | 625 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Würzburg | 595 | gut |
| MEDICLIN Herzzentrum Lahr/Schwarzwald | 582 | sehr gut |
| Universitätsklinikum Essen | 548 | befriedigend |
| Asklepios Klinik St. Georg Hamburg | 543 | gut |
| Klinikum Nürnberg Süd | 526 | befriedigend |
| Helios Klinikum Siegburg | 520 | sehr gut |
| Universitätsklinikum Magdeburg - Standort Leipziger Straße | 515 | befriedigend |
| Helios Klinikum Wuppertal - Campus Elberfeld | 492 | sehr gut |
| Helios Kliniken Schwerin | 459 | befriedigend |
| Städtisches Klinikum Braunschweig - Standort Salzdahlumer Straße | 446 | befriedigend |
| Uniklinik RWTH Aachen | 425 | befriedigend |
| Universitätsklinikum Münster | 404 | sehr gut |
| Universitätsklinikum Halle (Saale) | 400 | gut |
| Universitätsklinikum Gießen und Marburg - Standort Gießen | 368 | befriedigend |
| Klinikum Passau | 343 | befriedigend |
| Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg | 329 | gut |
| Universitätsklinikum Freiburg | 328 | gut |
| Universitätsklinikum Tübingen | 302 | sehr gut |
| Klinikum Fulda - Hauptstandort | 278 | gut |
Kartenansicht
So wurde die Klinikliste erstellt:
- Viele Patienten!
In den dargestellten Kliniken hat das Klinikpersonal eine große Erfahrung mit der Aortenklappenkrankheit (ICD I35), weil nur Häuser berücksichtigt wurden, in denen diese Erkrankung überdurchschnittlich häufig behandelt wird. Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten über die eigene Krankenbehandlung zu informieren und die Informationen dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Verfügung zu stellen. Verschiedene Krankenkassen stellen die Daten zur Verfügung. Die oben dargestellten Behandlungszahlen sind dem Krankenhausatlas der TK entnommen.
Quelle: TK-Klinikführer
- Wenig Komplikationen!
Bei einer Aortenstenose werden häufig künstliche Herzklappen eingesetzt. Bei etwa sechs Prozent aller Patientinnen und Patienten, denen via Katheter eine neue Aortenklappe eingesetzt wird, kommt es zu einer Komplikation. Die oben gelisteten Kliniken gehören zu den besten 20 Prozent, bezogen auf eine geringe Wahrscheinlichkeit von Komplikationen.
Quelle: AOK-Krankenhausatlas - Gutes Pflegekraft-Patienten-Verhältnis!
Studien zeigen, dass Kliniken mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da Pflegekräfte weniger überlastet sind. In allen oben gelisteten Kliniken gibt es mindestens einen mittleren Pflegepersonalquotienten. Es stehen krankenhausweit also ausreichend Pflegekräfte pro Patient zur Verfügung.
Quelle: Bundesklinikatlas
Fakten zu Aortenstenose
Die vier Herzklappen des Menschen sorgen dafür, dass der Herzmuskel das Blut stets in die richtige Richtung transportiert. Im Laufe des Lebens kann sich eine Schädigung der Herzklappen entwickeln. Diese treten meist erst im höheren Alter auf und etwas häufiger bei Männern als bei Frauen. Eine Aortenstenose ist eine Herzklappenerkrankung, bei der die Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta) verengt ist. Dadurch muss das Herz mehr arbeiten, um genügend Blut in die Hauptschlagader zu pumpen.
Bei einer leichten Verengung der Herzklappe kann das Herz den verminderten Blutfluss noch durch einen kräftigeren Herzschlag ausgleichen. Deshalb treten Symptome meist erst auf, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Bei einer starken Verengung staut sich das Blut im Herzen, was zu allgemeiner Schwäche und verminderter Leistungsfähigkeit, Schwellungen, unregelmäßigem Puls, Husten und Atemnot, Engegefühl in der Brust oder Ohnmachtsanfällen führen kann. Die Hauptursache für eine Aortenstenose ist Verschleiß, also die Verkalkung der Herzklappen mit zunehmendem Alter. Dadurch werden sie immer weniger beweglich.
Bei einem Verdacht auf Aortenstenose kann die Ärztin oder der Arzt durch Abhören das Herzgeräusch feststellen. Um eine sichere Diagnose zu stellen, erfolgen Untersuchungen mittels Röntgen, Elektrokardiografie (EKG), Echokardiografie (Ultraschall) oder Belastungstests sowie eine Herzkatheteruntersuchung. So lässt sich auch der Schweregrad der Erkrankung feststellen.
Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Operation. Dabei wird das Herz vorübergehend „stillgelegt“ und die Aortenklappe wird durch eine neue ersetzt. Es gibt mechanische und biologische Ersatzklappen. Mechanische Klappen halten ein Leben lang, erfordern jedoch eine lebenslange medikamentöse Behandlung zur Hemmung der Blutgerinnung. Biologische Klappen halten 10 bis 20 Jahre. Diese werden inzwischen bei über 90 % der chirurgischen Eingriffe verwendet.
Eine weitere Möglichkeit ist der kathetergestützte Aortenklappenersatz. Dieser erfolgt minimalinvasiv und ermöglicht eine kürzere Heilungsdauer. Bei dieser Ersatzklappe handelt es sich um eine biologische Klappe, die in einem Drahtgeflecht verankert ist. Sie sind ähnlich lange haltbar wie herkömmliche biologische Ersatzklappen. Der Vorteil ist der vereinfachte Einsatz durch einen Katheter, der meist über die Leistenarterie erfolgt.
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