
In welchen Krankenhäusern haben Ärztinnen und Ärzte eine große Erfahrung bei der Implantation eines künstlichen Kniegelenks? Hier sind Häuser gelistet, die höchste Qualitätsstandards erfüllen.
Neben dem Hüftersatz werden in Deutschland am zweithäufigsten Kniegelenke operativ eingesetzt. Schmerzen im Knie können den Alltag beim Treppensteigen oder bei Kniebeugen in der Hocke stark beeinträchtigen. Sinkt die Lebensqualität trotz konservativer Maßnahmen weiter, besteht die Möglichkeit, ein künstliches Kniegelenk einzusetzen.
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An allen unten gelisteten Kliniken arbeiten Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Implantation von Knieprothesen spezialisiert haben. Eine Klinik wurde gelistet, wenn:
- dort mindestens 900 Patientinnen und Patienten im Jahr 2024 eine Knieprothese bekamen.
- die Komplikationsrate in der Klinik bei diesem Eingriff maximal 3 Prozent betrug.
- Die Klinik als Endoprothetikzentrum zertifiziert ist.
- ausreichend Pflegekräfte beschäftigt werden.
Weitere Infos zu den Kriterien finden Sie unter der Karte. Wenn ein großes Zentrum in Ihrer Nähe nicht gelistet ist, bedeutet dies, dass es eines der vier Kriterien nicht erfüllt.
Welche sind die besten Kliniken für Knieprothesen in Deutschland?
| Krankenhaus | Patienten | Komplikationsrate | Zertifizierung | Personalsituation |
|---|---|---|---|---|
| Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck | 3382 | 3 % | Maximalversorger | sehr gut |
| Helios ENDO-Klinik Hamburg | 2737 | 2 % | Staatlich anerkanntes Zentrum | sehr gut |
| Waldkliniken Eisenberg | 1923 | 3 % | Maximalversorger | sehr gut |
| Orthopädische Fachklinik Schwarzach | 1525 | 2 % | Zentrum | gut |
| Frankfurter Rotkreuz-Kliniken | 1179 | 3 % | Maximalversorger | befriedigend |
| Spezialklinik Jugenheim | 1057 | 3 % | Maximalversorger | befriedigend |
| Knappschaft Kliniken Saar in Püttlingen | 1044 | 3 % | Maximalversorger | befriedigend |
| Stiftung Herzogin Elisabeth Hospital Braunschweig | 1030 | 2 % | Maximalversorger | gut |
| Kliniken Dr. Erler Nürnberg | 977 | 2 % | Maximalversorger | befriedigend |
| St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf | 935 | 1 % | Maximalversorger | gut |
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Woher kommen die Daten?
In Deutschland haben wir den Vorteil, dass wir sehr viel über die Behandlungen in Krankenhäusern wissen. Denn einmal im Jahr müssen alle Kliniken ihre Behandlungszahlen und viele andere Daten in einem sogenannten Qualitätsbericht an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übermitteln. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung. Er setzt sich aus Ärzten und Kassenvertretern zusammen und verhandelt beispielsweise darüber, welche neuen Medikamente oder Therapien von den Krankenkassen übernommen werden. Die Daten der Qualitätsberichte werden von verschiedenen Krankenkassen bereitgestellt. In den Krankenhausverzeichnissen der AOK oder TK kann man nachschauen, wie vielen Menschen in einem Krankenhaus eine Knieprothese eingesetzt wird. Übrigens: Es dauert circa eineinhalb Jahre bis die Behandlungszahlen von den Kliniken zur Verfügung stehen. Im Jahr 2026 sehen wir also Daten aus dem Jahr 2024. Diese Verzögerung bei der Datenübermittlung wird von einigen Ärztinnen und Ärzten kritisiert.
Außerdem werten Mitarbeiter des Wissenschaftlichen Instituts der AOK die Operationsergebnisse von fast allen Kliniken aus, in denen Knieprothesen eingesetzt werden und analysieren dabei das Komplikationsrisiko. Bei den oben dargestellten 10 Kliniken kann deshalb außerdem angegeben werden, wie häufig es innerhalb eines Jahres zu einer ungeplanten Folgeoperation gekommen ist, beispielsweise weil sich die Prothese gelockert hat oder es zu Komplikationen während der OP kam. Die bundesdurchschnittliche Komplikationsrate liegt hier bei 3,86 Prozent. Das bedeutet, dass von 100 Menschen mit Kniearthrose, denen zum ersten Mal eine Prothese eingesetzt wurde, etwa vier Personen im Jahr 2024 wegen einer Komplikation erneut operiert werden mussten. Es handelt sich dabei um Richtwerte.
Auch eine Zertifizierung kann etwas über den Professionalisierungsgrad einer Klinik aussagen. Das EndoCert-Zertifikat ist ein Gütesiegel für Kliniken, die Hüft- oder Kniegelenke operieren. Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) vergeben.
Es gibt zwei Arten von zertifizierten Kliniken:
Endoprothetikzentren: Sie führen viele Gelenkersatz-Operationen durch und haben viel Erfahrung.
Zentren der Maximalversorgung: Diese behandeln zusätzlich besonders schwierige Fälle, z. B. wenn ein künstliches Gelenk ausgetauscht werden muss oder andere schwere Erkrankungen vorliegen.
Oben sind nur Kliniken aufgeführt, die ein Zertifikat der DGOOC haben. Eine Ausnahme ist die EndoClinic Hamburg, die eines von zwei bundesweit anerkannten Zentren für Endoprothetik ist.
Wie hoch ist die Arbeitsbelastung in der Klinik? Studien zeigen, dass Krankenhäuser mit einer höheren Pflegepersonalquote weniger Infektionen, Komplikationen und Medikationsfehler aufweisen, da das Pflegepersonal weniger überlastet ist. Deshalb wurde auch das Pflegekraft-Patienten-Verhältnis berücksichtigt, welches im Bundes-Klinik-Atlas abgebildet ist.
Oben sind also die 10 größten Kliniken für Knieprothetik nach Patientenzahlen gelistet, die folgende Kriterien erfüllen:
- Überdurchschnittlich viele operierten Patienten im Jahr 2024
- Gesamtkomplikation bei maximal 3 Prozent; Gesamtkomplikation = Mögliche Komplikationen wie Folgeoperation innerhalb von 365 Tagen, Probleme bei der Operation oder Tod, Angabe in Prozent
- Vorhandenes Zertifikat = Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) als Endoprothetikzentrum (Zentrum) oder Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax)
- gute Personalsituation = Pflegekraft-Patienten-Verhältnis (weit überdurchschnittlich = sehr gut, überdurchschnittlich = gut, mittel = befriedigend)
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Fakten zum Kniegelenkersatz
Eine Knieprothese kommt in Frage, wenn dauerhafte, starke Schmerzen im Knie bestehen. Eine konservative Behandlung mithilfe von Schmerzmitteln, Schuheinlagen oder Bewegungstherapie lindert die Schmerzen oft nicht ausreichend, sodass die Lebensqualität durch die Arthrose im Knie beeinträchtigt wird. Die Veränderung im Knie ist dann auch durch eine Röntgenuntersuchung nachweisbar.
Die Haltbarkeit der Prothese hängt vor allem von der Belastung des Gelenks ab. Ein Austausch wird notwendig, wenn sich Teile lockern oder abnutzen oder es zu einer Infektion kommt. Je jünger der Patient ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Prothese im Laufe der Zeit ausgetauscht werden muss.
Allgemein wird zwischen Teil- und Vollprothesen unterschieden. Die Entscheidung für einen bestimmten Prothesentyp hängt von Faktoren wie dem Zustand der Bänder, Muskeln und Knochen sowie dem Alter, dem Gewicht und der körperlichen Aktivität des Patienten ab. Bei einer Teilprothese werden nur die betroffene Gelenkfläche des Oberschenkelknochens und die gegenüberliegende Gelenkfläche des Schienbeins ersetzt. Bei einer Total-Endoprothese hingegen werden die gesamten Gelenkflächen des Oberschenkelknochens und des Schienbeinkopfs durch die Prothese ersetzt.
Die Vollprothese wird in 85 Prozent der Fälle eingesetzt. Zudem unterscheidet man zwischen ungekoppelten, teilgekoppelten und gekoppelten Prothesen, die zementiert oder zementfrei am Knochen befestigt werden können. Welche Art der Prothese in Frage kommt, muss individuell mit einem Arzt besprochen werden.
Nach der Implantation einer Knieprothese wird abhängig von der Art der Prothese eine ambulante Physiotherapie oder der Aufenthalt in einer Reha-Klinik notwendig.
Erstpublikation dieses Artikels: 03.04.2024; letzte Überarbeitung: 20.02.2026
Was ist das wichtigste Kriterium bei der Suche nach einer geeigneten Klinik, wenn man ein künstliches Kniegelenk benötigt? Diese Frage beantworten Ärztinnen und Ärzte auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin (2024).















































